Schmettern die Hammer-Helden Deutschland zu Olympia?

Christopher Mallmann, Dirk Berscheidt
Sport1

Sie sind groß und stark, massiv und athletisch. Bekommen sie den Ball, fliegt er mit über 100 km/h in die Hälfte des Gegners. Will jemand an ihnen vorbei, sind ihre Arme hoch wie Bäume, kaum Raum lassend, das Netz komplett einnehmend.


Die Rede ist von den drei deutschen Mittelblockern, die Bundestrainer Andrea Giani für die Olympia-Qualifikation nominiert hat: Anton Brehme, Tobias Krick und Marcus Böhme. Gemeinsam bilden sie die Mitte des deutschen Teams im Kampf um den Platz bei Olympia 2020 in Tokio.

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Deutschland erwartet Bulgarien

Die DVV-Mannschaft steht nach Siegen über Tschechien und Belgien sowie einer Niederlage gegen Slowenien im Turnier-Halbfinale. Dort wartet Bulgarien. Nur der Sieger der Quali kann das Ticket für Olympia lösen, frei nach dem Motto "The winner takes it all".

Olympia-Qualifikation: Deutschland - Bulgarien ab 20.00 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im Livestream

Während Deutschland weiter um den angeschlagenen Georg Grozer bangt, ruhen die Hoffnungen auf jenen drei Schmetter-Boys.

"Das Spiel wird an Kleinigkeiten hängen. Der eine Block kann alles entscheiden, deswegen sind Böhme, Krick und Brehme so wichtig", sagt Ralph Bergmann, einstiger deutscher Nationalspieler und Volleyball-Experte bei SPORT1.


Von der Statur nahezu gleich, unterscheiden sich die drei im Alter. Böhme ist bereits 34, Krick (21) und Brehme (20) dafür deutlich jünger. Der Zusammenhalt ist dennoch groß.

"Sie bekommen gemeinsame Ansprachen vom Trainer, helfen sich gegenseitig und tauschen sich aus", erklärt Bergmann. Es sei eine "gemeinschaftliche Arbeit", denn die Spieler hätten "ein gemeinsames Ziel".

Ziel: Olympia 2020 in Tokio

Jenes Ziel ist die Qualifikation für die Olympischen Spiele, die Krick und Brehme wegen des Alters noch nicht erlebt haben. Böhme hingegen war sowohl 2008 (neunter Platz) als auch 2012 (fünfter Platz) dabei. Der 110-Kilo-Mann spielte bereits in fünf verschiedenen Ländern - darunter in Italien, Polen, Griechenland und der Türkei - und sammelte zahlreiche Titel.

Ist Böhme imstande, die Jungen mit seiner Erfahrung zu führen?

"Er hat im Laufe seiner Karriere viel Ruhe und Souveränität gewonnen", sagt Bergmann. "Ich habe noch mit ihm zusammengespielt, als er ganz jung war. Jetzt sind die Dinge anders. Die jungen Spieler schauen jetzt auf ihn."

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Böhme sei die "personifizierte Kraft" und habe eine "immense Durchschlagskraft und einen schweren Arm. Seine Power ist unglaublich."

Schon seit über zehn Jahren gilt der gebürtige Berliner, der aktuell für Olympiakos Piräus aufläuft, als einer der besten Mittelblocker der Welt. Sein Block ist besonders aggressiv, da er Arme und Hände weit über das Netz schiebt und damit in die Hälfte des Gegners.

Sein junger Kollege Brehme hat derweil "seine größte Stärke im Angriffsspiel", erläutert Bergmann. "Er ist jung, frech und athletisch. Er hat den schnellsten und schönsten Arm der drei."

Hübner trainiert Brehme

Brehme spielt seit dieser Saison bei der SVG Lüneburg. Der Grund für seinen Wechsel war Trainer Stefan Hübner, der sich seinerzeit rühmen konnte, der beste Mittelblocker der Welt zu sein. Der 44-Jährige wird am Donnerstag in der Max-Schmeling-Halle in Berlin sitzen, um seinen Schützling zu unterstützen.

Bleibt Krick übrig, der sich in der vergangenen Saison mit einigen Verletzungen plagen musste. Seine Achillesferse ist der Rücken. Inzwischen sind die Probleme ausgestanden, Krick, seit 2015 bei den United Volleys Frankfurt unter Vertrag, kämpfte sich tapfer zurück, die Sorge vor weiteren Verletzungen ist jedoch allgegenwärtig.


"Ich klopfe dreimal auf den Tisch, dass da nicht wieder etwas passiert", sagt Bergmann. "Er ist ein hochtalentierter, junger Mittelblocker, der sehr schlau agiert. Er ist der Denker unter den dreien. Sein Arm ist nicht ganz so schnell wie der von Brehme, dafür ist sein Block besser. Besonders gegen den Schnellangriff des Gegners."

Krick in Dokumentation zu sehen

"Taktisch" sei er weiter als Brehme, was vor allem an der Erfahrung liege, die er trotz seiner Jugend gesammelt habe. Krick ist indes einer der Hauptprotagonisten der SPORT1-Dokumentationsreihe "Inside United Volleys". Dort lässt er die Zuschauer an der Welt eines Bundesliga-Profis teilhaben, mit allen pikanten Details und Einsichten.

Am Donnerstag müssen alle drei zusammenstehen, ungeachtet von Alter und Erfahrung, um Bulgarien die Stirn zu bieten.

"Sie sollten eine herausragende Rolle spielen, um in den engen Situationen die Partie zu entscheiden", sagt Bergmann. "Es wird eine ganz enge Kiste, aber die Kombination aus Max-Schmeling-Halle, Publikum und dem großen Ziel Olympia – diese Kombination spricht für Deutschland."

Und vielleicht fiebert dann im Sommer ganz Deutschland mit den Hammer-Helden - nicht in Berlin, sondern Tokio.

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