Trotz Lakers-Angebot - warum Schröder nicht zu LeBron wollte

Christian Paschwitz
·Lesedauer: 2 Min.

Es hätte womöglich alles ganz anders laufen können: Man stelle sich vor, Dennis Schröder wäre in diesem Jahr zu den Los Angeles Lakers gewechselt.

Deutschlands aktuell bedeutendster Basketball-Star dürfte sich jetzt ebenfalls NBA-Champion nennen, hätte nach Dirk Nowitzki im Jahr 2011 den Titel geholt - wie vor wenigen Wochen nun die Lakers um ihren Superstar LeBron James.

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Doch Schröder hat all das (vielleicht) noch vor sich - weil er eben ganz bewusst auf einen Transfer von den Oklahoma City Thunder zu einer anderen Franchise verzichtet hat, so auch nach Kalifornien.

"Ja, ich habe Angebote bekommen", bestätigte der Point Guard im MagentaSport-Podcasts "Abteilung Basketball" nun Gerüchte um Offerten in 2020: "Aber ich wollte nie zu den Lakers, zu den Clippers, oder zu den ganzen Namen, die meinen Agenten angerufen haben."

Dennis Schröder: Lieber Olympia-Gold als NBA-Titel

Schröder hatte demnach nie das Bedürfnis, OKC zu verlassen: "Im Endeffekt bin ich gut mit dem GM (General Manager Sam Presti, Anm. d. Red.) und das war meine Entscheidung. Ich habe gesagt, dass mir die Organisation hier besser gefällt."

Er habe in Oklahoma "ja auch ein gutes Jahr gespielt, jetzt warten wir mal die nächsten Steps ab."

Klartext sprach der gebürtige Braunschweiger auch zum Thema Titel-Bedeutsamkeit. Auf die Frage, ob er lieber Gold bei den Olympischen Spielen oder den NBA-Ring gewinnen würde, erklärte Schröder durchaus überraschend: "Es gibt keine größere Trophäe oder größeres Turnier als Olympia. Da würde ich mich schon für Olympia entscheiden."

Zur Erinnerung: An dem Turnier mit den fünf Ringen hatte Schröder bisher noch nie teilgenommen.

Das deutsche Basketball-Nationalteam und Schröder soll vom 29. Juni bis 4. Juli 2021 in Kroatien um das Ticket für die Spiele in Tokio spielen, nachdem das ursprünglich für diesen Sommer vorgesehene Qualifikationsturnier in Split wegen der Coronakrise abgesagt worden war.

In der NBA-Playoffs war Schröder im August vorzeitig an den Houston Rockets gescheitert.

Dennis Schröder hat viel vor in Braunschweig

Auch hierzulande verfolgt Schröder ehrgeizige Pläne - als Mehrheitsgesellschafter bei seinem Ex-Klub Löwen Braunschweig: "An unserem Standort ist sehr viel Potenzial vorhanden, etwas Großes zu schaffen. Wenn die Region dahintersteht und wenn alle an einem Strang ziehen und wirklich daran arbeiten, die Organisation nach vorne zu bringen – dann könnten wir es schaffen."

Der 27-Jährige hatte "übernommen, als viele Sachen in der Organisation nicht glatt liefen. Im Endeffekt haben wir gesagt, dass wir das Beste für den Braunschweiger Basketball wollen."

Gerade die Nachwuchsarbeit der Braunschweiger, die nach dem BBL-Start mit einem 83:111 gegen die Baskets Oldenburg am Samstag (20.15 Uhr) bei der BG Göttingen etwas Zählbares anstreben, ist für Schröder eine Herzensangelegenheit: "Wir wollen natürlich ein Standort werden, der Deutsche ausbildet. Und wir wollen auf jeden Fall der Standort Nummer Eins sein."