Schumacher bekommt nicht genug - und lüftet Kürzel-Rätsel

SPORT1
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Schumacher bekommt nicht genug - und lüftet Kürzel-Rätsel
Schumacher bekommt nicht genug - und lüftet Kürzel-Rätsel

Auf die Bremse treten gehört nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen eines echten Formel-1-Fahrers, insofern darf man Mick Schumachers persönliche Bilanz der Testfahrten als ziemlich gutes Signal werten. (Alle Rennen der Formel 1 im LIVETICKER)

"Ich bin bereit. Wenn es nach mir ginge, könnte die Saison morgen anfangen", sagte der Königsklassen-Debütant nach 181 Runden an drei Tagen in Bahrain, davon noch mal 78 am Sonntag. "Es macht einfach Spaß, davon bekomme ich nicht genug. Am liebsten würde ich jeden Tag fahren."

Bis zum 26. März, dem ersten freien Training zum Saisonauftakt an identischer Stelle, wird der 21-Jährige allerdings auf Entzug gesetzt. (NEWS: Alles Wichtige zur Formel 1)

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Da bleibt genug Zeit, um unzählige Daten auszuwerten und die positiven Eindrücke im Haas VF-21 sacken zu lassen. Im Eifer des Gefechts sah der Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher bereits "keine großen Baustellen mehr".

Schumacher: Erster Punktsieg gegen Mazepin

Mit seinem Rennwagen hat er sich trotz einer langen Zwangspause am ersten Testtag wegen Hydraulikproblemen und eines Getriebewechsels schnell angefreundet, auch mit seiner fahrerischen Leistung war der Vorjahresmeister der Formel 2 zufrieden.

Nun dauerhaft in einem Formel-1-Boliden zu sitzen, mache großen Spaß, versicherte Schumacher: "Die Geschwindigkeit ist der Wahnsinn, man kann hart pushen und sich dabei auf den Grip verlassen."

Eine Frage blieb allerdings offen: Wo steht Haas? Schumacher belegte im Tagesklassement Rang 15 unter 18 Fahrern, nach einer Bestzeit von 1:32,053 Minuten bei etwa zwei Sekunden Rückstand auf die Spitze. Allerdings fuhr er am Vormittag, als die Zeitenjagd nicht im Vordergrund stand.

Immerhin: Gemeinsam mit Teamkollege Nikita Mazepin war Schumacher am Samstag auf 164 Runden gekommen, kein Rennstall verbrachte annähernd so viel Zeit auf der Strecke. Und: Schumacher war dabei im selben Auto gar um knapp zwei Zehntel schneller als der umstrittene Russe und sicherte sich damit auch den ersten Teil-Erfolg im internen Konkurrenzkampf.

Tags darauf war dann Mazepin eine halbe Sekunde schneller als Schumacher. (Hintergrund: Darum sorgen die Russland-Farben auf Schumachers Auto für Ärger)

Wo stehen Haas und Schumacher?

Andere Rennställe, darunter der nach Grip suchende Dauersieger Mercedes oder Sebastian Vettels Aston-Martin-Team, hatten in der Wüste ihre Probleme mit Performance beziehungsweise Standfestigkeit. Red Bull machte den stärksten Eindruck, doch traditionell bleiben viele Fragezeichen nach den Tests.

Die Karten werden erst auf den Tisch gelegt, wenn es um Pokale und WM-Punkte geht.

Das weiß auch Schumacher: "Wir können uns mit den anderen erst vergleichen, wenn das Qualifying in Bahrain beginnt. Zur Zeit versteckt sowieso jeder etwas, auf die Zeiten ist noch kein Verlass."

Haas-Teamchef Günther Steiner betonte abermals, dass 2021 für den kleinen US-Rennstall ein Lehrjahr werde. Schumacher und sein russischer Teamkollege Mazepin sollen Erfahrungen sammeln, um dann 2022 bei grundlegend verändertem Reglement das Hinterfeld der Formel 1 zu verlassen und regelmäßig um Punkte zu kämpfen.

"Unser Programm war ganz anders als das der Konkurrenz, man kann es nicht vergleichen", erklärte Steiner und resümierte zufrieden: "Wir wollten den Fahrern so viel Zeit auf der Strecke wie möglich geben, und das haben wir geschafft."

Haas-Teamchef Steiner lobt Schumacher

Seine beiden Rookies hätten "ihre Hausaufgaben gemacht". Deswegen teilt Steiner auch den Tatendrang seines Vorzeigefahrers Schumacher: "Wenn Mick bereit ist, bin ich es auch."

Vergessen war da auch die Schrecksekunde in der Haas-Box am zweiten Testtag: Schumacher hatte das grüne Licht zum Losfahren erhalten, doch der Mann am vorderen Wagenheber war noch nicht aus dem Weg gegangen. Zum Glück flog nur der Wagenheber davon, nicht der Mechaniker. (Rennkalender der Formel 1 2021)

"Da habe ich mich gewaltig erschrocken, weil mir nicht klar war, ob ich nicht vielleicht etwas falsch gemacht hatte. Letztlich war es ein Missverständnis. Wir haben auch daraus etwas gelernt", betonte der Sohn von Michael Schumacher.

Und wie bewertet der Schumacher die Begegnung mit den anderen Piloten auf der Strecke?

"Was mich verblüfft hat – man merkt extrem, wie unterschiedlich die Fahrzeuge sind. Wenn du hinter einem Williams herfährst, dann sind die Verwirbelungen hinter diesem Auto ganz anders als etwa von einem Mercedes. Ich finde das interessant und will auch da möglichst viel lernen. Wenn ich also die Möglichkeit erhalte, einem Gegner zu folgen, dann nehme ich die meist wahr", erklärte er.

Schumacher startet mit MSC-Kürzel

Interessant ist auch, dass Schumacher nun mit dem legendären Namenskürzel "MSC" an den Start geht. Diese Variante stand einst für seinen Vater Michael. Häufig war das Kürzel auf den Zeitmonitoren ganz oben in der Rangliste zu finden.

In der Formel 2 fuhr er noch unter "SCH". Dabei handelte es sich um die Kürzel-Variante, die in den meisten Fällen genutzt wird, nämlich um die drei ersten Buchstaben des Nachnamens.

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Mick Schumacher erklärte nun, er selbst habe sich das so gewünscht. Er habe eine "emotionale Bindung" zu dem Kürzel. "Ich denke, es ist auch für alle Zuschauer schön, 'MSC' wieder in der Zeitenliste zu sehen", freute sich Schumacher junior. (SERVICE: Die Autos der Formel 1 2021 - Termine und Zeitplan der Präsentationen)

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)