Schwere Vorwürfe gegen IAAF wegen Hormon-OP

Sportinformationsdienst
Sport1

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat auf Berichte über umstrittene Operationen zur Senkung des Testosteronwertes bei hyperandrogenen Athletinnen reagiert und sämtliche Verstrickungen in derartige Praktiken von sich gewiesen.

"Die IAAF hat niemals einen Athleten gezwungen, sich einer Operation zu unterziehen (...) oder einem Athleten zu einer bestimmten Behandlungsmethode geraten", teilte der Verband am Freitagabend mit.


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Zuvor hatten 25 französische Spitzensportler in einem offenen Brief, von dem die Nachrichtenagentur AFP berichtet, Antworten und Klarheit vonseiten der IAAF, des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und des französischen Sportministeriums gefordert. Die Athletengruppe nimmt Bezug auf die ARD-Dokumentation "Kampf ums Geschlecht - Die verstoßenen Frauen des Sports", die Ende September ausgestrahlt wurde. In dieser hatte die frühere ugandische Mittelstreckenläuferin Annet Negesa Vorwürfe gegen den französischen Mediziner Stephane Bermon, mittlerweile leitender Arzt der IAAF, erhoben.

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Negasa erhebt Vorwürfe gegen IAAF

Bei Negesa waren im Vorfeld der Olympischen Spiele 2012 hohe natürliche Testosteronwerte festgestellt worden, die IAAF hatte sie aufgrund der damals gültigen Regelung gesperrt. Die heute 27-Jährige habe sich dann nach Absprache mit Bermon einer sogenannten Gonadektomie unterzogen, bei der die innenliegenden Hoden entfernt wurden, die die erhöhte Testosteronproduktion bewirkt hatten. In der ARD-Dokumentation warf die Uganderin den Ärzten um Bermon vor, ihr die Schwere und Bedeutung der Operation verheimlicht zu haben.


In ihrer Stellungnahme von Freitagabend dementierte die IAAF Negesas Schilderungen. "Dr. Bernon hat die Athletin nie getroffen und war weder bei einer Vorbesprechung in Nizza noch bei der Operation in Uganda, von der sie spricht", hieß es vonseiten der IAAF: "Wir haben versucht, die Athletin durch den ungandischen Verband zu kontaktieren, um zu verstehen, wieso diese falschen Aussagen getätigt wurden. Bislang haben wir sie nicht erreicht." Bernon lasse sich derzeit beraten, um juristisch gegen die Anschuldigungen vorzugehen.

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