Schwerer Vorwurf: Türkei spricht nach EM-Vergabe von Rassismus

Ben BarthmannSports Editor
Yahoo Sport Deutschland

Türkische Medien haben nach der Vergabe der EM 2024 schwere Vorwürfe gegenüber der UEFA erhoben. Die UEFA habe die Rassismus-Vorkommnisse in Deutschland schlichtweg ignoriert.

UEFA-Präsident Alexander Ceferin enthüllte Deutschland als EM-Gastgeber. (Bild: Getty Images)
UEFA-Präsident Alexander Ceferin enthüllte Deutschland als EM-Gastgeber. (Bild: Getty Images)

Während ein großer Teil der türkischen Medien die Vergabe der EM 2024 nach Deutschland sportlich aufnahm, tanzte die Hürriyet aus der Reihe. Sie warf der UEFA vor, die letzten Ereignisse rund um den zurückgetretenen Özil sowie Teamkollege Gündogan ignoriert zu haben.

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Beide ließen sich mit Türkeis Staatschef Tayyip Erdogan ablichten und wurden anschließend von deutschen Fans angefeindet und zum Teil auch ausgepfiffen. Özil erklärte nach der WM 2018 seinen Rücktritt aus dem DFB-Team und sprach von Rassismus im Verband.

Keine Aufarbeitung des Fall Mesut Özils

Dieser wurde von Offiziellen umgehend dementiert, eine echte Aufarbeitung der Vorwürfe fand derweil nicht statt. Dementsprechend hätte die UEFA-Delegation die EM-Bewerbung der Deutschen abschmettern müssen, so der Vorwurf.

Kommentar: Die Verantwortung der EM 2024 liegt nicht nur beim DFB

Überraschend deutlich hatten sich die 17 Stimmberechtigten am Donnerstagnachmittag gegen die Türkei und für ein Turnier in Deutschland ausgesprochen. 12 Stimmen gingen bei einer Enthaltung an den DFB, was zu einem klaren Sieg verhalf.


Kasapoglu: “Traurig für die UEFA”

Sportminister Mehmet Kasapoglu, einer der vielen Organisatoren des türkischen Komitees, zeigte sich enttäuscht und trotzig: “Dass die UEFA trotz all unserer Stärken die EM nicht an unser Land vergeben hat, ist eine traurige Situation – für die UEFA und die EURO 2024.”

Die Türkei war zuletzt fünfmal in Folge mit einer Bewerbung gescheitert. Ob sie es erneut versuchen, ist derzeit noch nicht bekannt. DFL-Präsident Reinhard Rauball erklärte nach der Vergabe, dass er den Türken in Bälde ein Erfolgserlebnis wünsche.

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