Scott Redding sieht Toprak Razgatlioglu eher in der MotoGP als Jonathan Rea

Sebastian Fränzschky
motorsport.com

Jonathan Rea beherrscht seit der Saison 2015 die Superbike-WM. Die Dominanz des Nordiren führt zwangsläufig zu der Frage: Was hätte Rea in der MotoGP ausrichten können? Diese Frage wird vermutlich nie beantwortet, da Rea bereits 33 Jahre alt ist und MotoGP-Teammanager eher in der Moto2 und in der Moto3 nach jungen Talenten suchen. Laut Ex-MotoGP-Pilot Scott Redding gibt es in der WSBK einen Fahrer, der für die MotoGP in Frage kommt, doch das ist nicht Rea.

"Ob er (Rea) in der MotoGP an der Spitze gefahren wäre und dort richtig konkurrenzfähig gewesen wäre? Nein, das denke ich nicht", kommentiert Redding im Gespräch mit dem Podcast von 'BT Sports'. "Die Superbike-WM und die MotoGP bewegen sich auf unterschiedlichen Levels. Es gibt einen Unterschied."

"Es liegt nicht nur an den Fahrern. Es kommt sehr selten vor, dass ein Superbike-Pilot in die MotoGP kommt und etwas Besonderes leistet. Ich erinnere mich an Cal (Crutchlow) und Ben Spies. Doch jetzt wird es immer schwieriger, an die Spitze zu kommen", bemerkt Redding.

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Razgatlioglus Fähigkeiten begeistern Redding

"Toprak (Razgatlioglu) ist ziemlich beeindruckend", stellt Redding fest und erwartet, dass der 23-jährige Türke früher oder später in der MotoGP landen wird. "Es ist unglaublich. Wenn man einen Fahrer vor sich hat, dann sieht man immer, was er besser kann und was man selbst besser macht. Als ich ihn vor mir hatte, sah ich, wie er quer fuhr, wie das Hinterrad abhob, als er spät in die Kurve bog. Ich kratzte mir danach am Kopf."

Kann Toprak Razgatlioglu in der WSBK die Nachfolge von Jonathan Rea antreten?

Kann Toprak Razgatlioglu in der WSBK die Nachfolge von Jonathan Rea antreten? <span class="copyright">Motorsport Images</span>
Kann Toprak Razgatlioglu in der WSBK die Nachfolge von Jonathan Rea antreten? Motorsport Images

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"Toprak ist einer der Fahrer, die es weiter schaffen könnten. Er ist sehr jung und entwickelt sich noch", stellt Redding fest, der Rea trotz seiner Erfolge nicht mehr in der MotoGP sieht. "Er ist im Moment einer der besten Fahrer der Superbike-WM und fährt das beste Motorrad. Das Paket ist gut und er weiß, was er machen muss", begründet Redding die WSBK-Erfolge des Rekord-Weltmeisters.

Redding bewundert Reas Durchhaltevermögen

"Er ist ein großartiger Fahrer, der über ein sehr großes Potenzial verfügt. Er hatte einige schwierige Jahre bei Honda. Es gibt Fahrer, die nicht aufgeben und dann ihren Durchbruch haben. Johnny ist einer dieser Fahrer. Er fuhr diese Honda, die eine ganz üble Karre war. Er gab nicht auf. Als er auf die Kawasaki sprang, hatten die Gegner keine Chance mehr", so Redding.

Scott Redding fuhr auf Phillip Island zum ersten Mal gegen Rea und Razgatlioglu

Scott Redding fuhr auf Phillip Island zum ersten Mal gegen Rea und Razgatlioglu <span class="copyright">Ducati</span>
Scott Redding fuhr auf Phillip Island zum ersten Mal gegen Rea und Razgatlioglu Ducati

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"Johnny Stärke ist, dass er sehr schlau ist und sich clever verhält. Er bricht unter Druck nicht so stark ein. Das ist ein Vorteil. Jeder Fahrer hat eine Schwäche. Diese muss man nur finden", erklärt Redding, der sich beim WSBK-Auftakt in Australien erstmals mit Rea duellierte. "Auf Phillip Island erkannte ich, wie er das Rennen kontrolliert", bemerkt Redding.

In der Fahrerwertung liegt Redding nach den drei Rennen auf Phillip Island auf Position zwei hinter Kawasaki-Werkspilot Alex Lowes. Razgatlioglu und Rea verzeichneten in Australien jeweils einen Nuller und liegen in der WM auf den Positionen drei und vier (zum Gesamtstand).

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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