Scott Steiner feiert Rückkehr auf die Wrestling-Bühne

Martin Hoffmann
Sport1

Seit über drei Jahrzehnten ist er eine populäre Größe auf der Wrestling-Bühne - und auch mit mittlerweile 57 Jahren kann er nicht von ihr lassen.


Scott Steiner feiert Debüt bei NWA Power

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Der frühere WWE- und WCW-Topstar Scott Steiner ist jetzt Teil der Nostalgie-Show NWA Power: In der in der Nacht zum Mittwoch hochgeladenen Web-Episode stellte ihn Champion Nick Aldis als Teil eines von ihm zusammengestellten Teams vor, das gegen eine Abordnung des WWE-Halll-of-Famers Ricky Morton aus dem legendären Rock 'n' Roll Express in den Ring steigen soll.

Der Auftritt von Steiner beschloss die auf YouTube übertragene Show.


Früher Erfolg als Teil der Steiner Brothers

Der am 29. Juli 1962 in Bay City, Michigan geborene Steiner - bürgerlich: Scott Carl Rechsteiner - steht seit 1986 im Showkampf-Ring.

Der frühere Amateurringer an der University of Michigan bildete in den späten Achtzigern und den Neunzigern mit seinem älteren Bruder Rick Steiner eines der erfolgreichsten, populärsten und besten Tag Teams aller Zeiten. Die Steiner Brothers hielten die Tag Team Titel der früheren WWF, bei WCW (World Championship Wrestling) und auch bei NJPW in Japan.


Steiners ebenso erinnerungswürdige zweite Karriere als Einzelwrestler begann 1998, als er sich mit blond gefärbtem Kurzhaarschnitt als arroganter "Big Poppa Pump" neu erfand und sich der legendären nWo (New World Order) um Hulk Hogan anschloss.

Die Muskel-Explosion, mit der er damals auffiel, brachten ihm in Zeiten, in denen die Anti-Doping-Regeln im Wrestling nirgendwo als streng galten, den Verdacht ein, mit Steroiden nachgeholfen zu haben - was er zurückwies.


"Big Poppa Pump" prägte WWE, WCW, TNA

Letztlich wurde sein Neustart ein großer Erfolg, Steiner stieg bei WCW zum World Champion und einem der letzten Aushängeschilder der Liga vor deren Untergang 2001 auf.

Ende 2002 feierte Steiner ein umjubeltes Comeback bei WWE und startete eine große Fehde mit dem damaligen World Champion Triple H. Sein zweiter Anlauf beim Marktführer, bei dem er zeitweise Stacy Keibler als Managerin an seiner Seite hatte, floppte jedoch.


In besserer Erinnerung blieb seine anschließende Zeit bei TNA (heute: Impact Wrestling), wo er mit seinen Oldie-Kollegen Kurt Angle, Sting, Kevin Nash und Booker T die "Main Event Mafia" bildete und dabei half, die neue Generation um AJ Styles und Samoa Joe in Szene zu setzen. Bis zuletzt tauchte Steiner immer wieder bei Impact und anderen kleineren Ligen auf.

Realer Stress mit Hulk Hogan

Steiners spezielles Charisma, seine kreativen, nicht immer jugendfreien Auftritte am Mikrofon und seine Aura der Unberechenbarkeit haben einen Kult um ihn entstehen lassen - wobei mehr als einmal der Verdacht aufgekommen ist, dass der Charakter auch seine reale Persönlichkeit abbildet. 2015 etwa zeigte ihn Hulk Hogan bei der Polizei an, weil er ihn und seine Frau wegen unbeglichener persönlicher Rechnungen mit dem Tod bedroht haben soll.

Steiners Popularität bei den Fans blieb trotz solcher Skandale intakt, auch weil er immer wieder die Fähigkeit zur Selbstironie offenbarte, sein Image auf die Schippe nahm.

Unvergessen seine "Math Promo" 2008 bei TNA, in der er eine bewusst völlig absurde Wahrscheinlichkeitsrechnung aufstellte, bei der herauskam, dass er im Ring statistisch gesehen unbesiegbar ist: "I got a 141 2/3 chance of winning. The numbers don't lie and they spell disaster for you!"


Die Wahrscheinlichkeit, dass Steiner je die Lust am Wrestling verliert, ist offensichtlich deutlich geringer.

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