Sebastian Kehl verrät: Das war die größte Wertschätzung, die ich von den BVB-Fans erhielt

Jan Marschke
90Min

​Sebastian Kehl hat mit Borussia Dortmund so einige Höhen und Tiefen durchlebt. Neben drei Meisterschaften, einem Pokalsieg und großen Erfolgen in der Königsklasse, erlebte der Ex-Kapitän der Borussen aber auch den knallharten Abstiegskampf und die Beinahe-Insolvenz des Vereins. Gerade in dieser Zeit, habe der 37-Jährige die außergewöhnliche Leidenschaft der BVB-Fans zu schätzen gelernt.

Foto: Getty Images

"In schwierigen Zeiten, als der Verein vor der Insolvenz stand oder als wir beinahe abgestiegen wären, habe ich hautnah erfahren, wie wichtig der BVB für die Menschen hier ist, wie viel Halt, Mut und Sinn er ihnen gibt und wie sie darunter leiden", erklärt der ehemalige Kicker in einem Interview mit schwatzgelb.de. "Und zu der Leistung auf dem Platz gehört auch, dass man als Spieler für die Fans da ist, greifbar, mit ihnen kommuniziert und ihnen einfach zeigt, dass einem die Situation nicht scheißegal ist."

Den Einlauf ins Stadion und den Blick auf die 'Süd' beschreibt Kehl als "supergeile Momente". Auch heute gerät er bei dem Gedanken an die 'Gelbe Wand' noch regelrecht ins Schwärmen: "Wenn die Süd oder das ganze Stadion deinen Namen ruft, ist das ein unbeschreibliches Gefühl. Ich habe ja leider nicht so viele Tore in meinem Leben geschossen, aber ich glaube, dass ich dafür eine andere Art von Wertschätzung bekommen habe", betont Kehl weiter. "Die Menschen haben meine Ehrlichkeit und meinen Charakter gewürdigt. Und dass ich diesen Verein immer gelebt, mich total identifiziert und mich für ihn zerrissen habe."

Auch nach seiner aktiven Karriere denkt der ehemalige Nationalspieler nicht daran, die Füße hochzulegen. Aktuell absolviert er ein Sportmanagement-Studium bei der UEFA und macht seinen Trainerschein. Außerdem ist er in einer neuen DFB-Akademie in Frankfurt tätig und entwickelt dort das Modul 'Spielermentoring'. Nebenbei unterstützt er schon seit vielen Jahren das Netzwerk „Roterkeil“ gegen Kinderprostitution. "Ach ja, und im Sommer bin ich auch wieder für das ZDF als Experte im Einsatz. Ich habe mich also bewusst auf den Weg gemacht und brauchte neue Ziele. Ich bin gespannt, und neugierig wo es hingeht." Langweilig dürfte es in nächster Zeit also nicht werden. 

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