Sebastien Ogier beansprucht bei Toyota keinen Nummer-1-Status

Markus Lüttgens
motorsport.com

Informell ist der sechsmalige Rallye-Weltmeister Sebastien Ogier im völlig neu aufgestellten Werksteam von Toyota in der WRC-Saison 2020 die klare Nummer 1. Doch einen Sonderstatus oder explizite Hilfe von seinen Teamkollegen Elfyn Evans und Kalle Rovanperä erwartet der Franzose in der ersten Saisonhälfte nicht.

"Ich werde am Saisonbeginn nicht darüber nachdenken, wie mein Teamkollege mir helfen kann. Ich will mich auf mich selbst konzentrieren und meinen Job alleine erledigen. Das ist das Wichtigste", sagt Ogier, der nach nur einem Jahr bei Citroen zu Toyota gewechselt war und dort in seiner letzten WRC-Saison mit dem dritten Hersteller Weltmeister werden will.

"Ich habe vor dem Beginn einer Saison nie einen besonderen Status beansprucht", stellt Ogier klar, dass er auch in der Vergangenheit bei Citroen, M-Sport oder Volkswagen keine Vorzugsbehandlung gewünscht hatte.

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Gleiche Chancen zu Saisonbeginn

"Wir alle sollten zu Saisonbeginn die gleiche Chance haben. Je nachdem, was dann während des Jahres passiert, kann einem die Strategie in der zweiten Hälfte helfen", sagt Ogier. "Aber erst einmal müssen wir uns auf uns selbst konzentrieren und für das Team das Beste herausholen."

Mit Evans hat Ogier einen Teamkollegen, den er aus den Jahren 2017 und 2018 bei M-Sport bereits gut kennt. Seinerzeit hatte sich der Waliser mitunter einer Teamorder beugen müssen, um Ogier zu den WM-Titeln fünf und sechs zu verhelfen.

Bei Toyota geht Evans aber nun davon aus, dass dies zu Beginn der Saison 2020 nicht notwendig sein wird. "Ich sehe das ziemlich genau so wie Seb. Ich gehe davon aus, dass wir gleichberechtigt in die Saison starten", sagt Evans. "Und dann liegt es an mir, Leistung abzuliefern."

Evans: Abwarten, was in der zweiten Saisonhälfte passiert

Dass sich diese Situation je nach Verlauf des WM-Kampfs im Laufe des Jahres ändern kann und seine Hilfe für Ogier gefragt sein könnte, dessen ist sich Evans durchaus bewusst. "Was dann in der zweiten Saisonhälfte passiert, müssen wir abwarten", sagt er.

"Ich konzentriere mich ehrlich gesagt nur darauf, mein Bestes zu geben. In der Vergangenheit hat Toyota seine Fahrer immer gleichberechtigt behandelt. Ich bin zuversichtlich, dass sich daran nichts ändern wird", so der Waliser.

Weitere Co-Autoren: Jack Benyon. Mit Bildmaterial von LAT.

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