"Sehr nahe" am Bottas-Cockpit: Ocon spricht über verpasste Mercedes-Chance

Maria Reyer
motorsport.com

Esteban Ocon gibt 2020 sein Formel-1-Comeback mit Renault. Der Franzose musste ein Jahr pausieren, nachdem Force India zu Racing Point wurde und Lance Stroll im Team seines Vaters unterkam. Die Rückkehr in die Königsklasse sei keineswegs sicher gewesen, schildert der 23-Jährige. Dennoch sei er dem Cockpit von Valtteri Bottas bei Mercedes "sehr nahe" gekommen.

"Nein, in der Formel 1 ist nichts gewiss", weiß Ocon im Interview mit 'ESPN'. Er musste das am eigenen Leib erleben. Denn ursprünglich hatte Mercedes als sein Management für die Saison 2019 mit Renault verhandelt. Die Nachwuchshoffnung sollte im französischen Team an der Seite von Nico Hülkenberg fahren. Doch Daniel Ricciardo funkte dazwischen.

Auch mit McLaren gab es Gespräche, doch auch beim britischen Team fand sich kein Platz mehr für den Mercedes-Schützling. Schließlich musste Ocon mit seiner Rolle als Mercedes-Testfahrer vorliebnehmen. "Ich dachte, die Leute würden mich vergessen, weil ich nicht mehr auf dem Grid stehe."

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Als der Fahrermarkt im Vorjahr dann endlich ins Rollen kam, sei das für ihn eine "sehr lange Periode" gewesen. Er habe sich selbst hinterfragt. Mercedes habe schließlich einen "fantastischen Job" gemacht und eine Lösung gefunden. Bei Renault folgt er nun auf Hülkenberg nach, er hat einen Zweijahresvertrag unterzeichnet.

Doch auch das Cockpit im Topteam neben Lewis Hamilton schien nicht ganz außer Reichweite. Zumindest sei das eine "ernsthafte Option" gewesen, bestätigt Ocon. Er sei einem Deal mit dem Weltmeisterteam "sehr nahe" gekommen. "Bis zum letzten Moment wurden Gespräche geführt."

Ende August dann die Gewissheit: Valtteri Bottas bleibt auch 2020 bei den Silberpfeilen. Ocon hat sich mittlerweile damit abgefunden. "Das ist jetzt vorbei und ich schaue nach vorn." Die Gründe für die Mercedes-Entscheidung will er nicht im Detail nennen. "Vielleicht sollte man Toto fragen. Er hat mir die Entscheidung erklärt."

Er sei noch jung und habe noch Zeit, das sei der Hauptgrund gewesen. Die Tür zum Topteam scheint noch nicht geschlossen zu sein. Zumindest werde Ocon weiterhin von Mercedes gemanagt. "Das ist etwas anderes als das Team, aber meine Zukunft in der Formel 1 ist hoffentlich noch lang. Wir sind [im Fahrerlager] auch nicht so weit voneinander entfernt!"

 

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Mit Bildmaterial von LAT.

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