Das steckt hinter dem Sensations-Comeback bei WWE

Martin Hoffmann
Sport1

Der nicht für möglich gehaltene Wrestling-Hammer ist perfekt: CM Punk ist zurück bei WWE!


Der ehemalige Champion und Topstar, der seine Ringkarriere vor fünf Jahren nach einem bitteren Streit mit der Promotion beendet hatte, kehrt in neuer Rolle ins Programm seines Ex-Arbeitgebers zurück.

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Nach einem Überraschungs-Auftritt bei der in den USA frisch gestarteten Talk-Sendung "Backstage" verkündete WWE, dass Punk eine wiederkehrende Rolle als "besonderer Mitwirkender und Analyst" dort bekommen wird.

CM Punk betritt WWE-Studio mit altem Theme

Der 41 Jahre alte Punk (bürgerlich: Phil Brooks) betrat am Ende der Sendung mit seinem alten Theme das Studio und verkündete: "Just when you think you know the answers, I change the culture" - eine Abwandlung eines berühmten Spruchs der verstorbenen Ringlegende Rowdy Roddy Piper. Wenn du denkst, dass du die Antworten kennst, ändere ich die Fragen, hatte der einst erklärt.

Bei Punk - dem Schöpfer der revolutionären und legendären "Pipe-Bomb"-Ansprache - ist es nun gleich die Kultur.


Ansonsten verwies Punk auf die kommende Woche, wo es einen längeren Auftritt geben soll.

Gerüchte um Wechsel zu AEW erledigt

Punks Rückkehr zu WWE darf als Sensation gelten: Punk hatte die Liga 2014 im Streit verlassen und ihr unter anderem vorgeworfen, durch einen fahrlässigen Umgang mit einer Infektionserkrankung sein Leben in Gefahr gebracht zu haben. Seine öffentliche Abrechnung führte zu einem Rechtsstreit, WWE-Arzt Chris Amann zog wegen des Vorwurfs übler Nachrede gegen Punk vor Gericht (und verlor).

Punk - der sich danach erfolglos als UFC-Kämpfer versuchte und seit November 2018 Kommentator bei der mit ihr verbundenen Liga CFFC ist - hat eine Rückkehr zum Wrestling immer wieder ausgeschlossen, nach eigenen Angaben schaute er es sich zuletzt auch nicht mehr an, weder WWE noch andere Ligen. Er habe sich vom Wrestling "entkoppelt". Auch private Kontakte zu seinen alten WWE-Kollegen hatte er komplett eingestellt.

In jüngster Zeit war allerdings aufgefallen, dass Punk seine ablehnende Haltung zu WWE rhetorisch aufgeweicht hatte, gerade auch, als er mit Spekulationen über ein mögliches Ring-Comeback bei der neuen Konkurrenzliga AEW.

Dass die interessiert war, ist kein Geheimnis, es kam jedoch zu Irritationen, als Punk sich in einem Interview über die Art der Kontaktanbahnung beklagte und dass die AEW-Bosse öffentliches "Namedropping" mit ihm betreiben würden. AEW-Vize Cody Rhodes schloss das Thema dann mit der Prognose ab, dass es Punk womöglich wieder zu WWE ziehen würde - was sich nun bewahrheitet hat.


Gibt es nun auch ein Ring-Comeback von CM Punk?

Schon vor mehreren Wochen berichtete der Wrestling Observer, dass Punks Agent von sich aus den Sender Fox kontaktiert (also nicht die WWE-Bosse) und ein Engagement Punks bei der Backstage-Sendung ins Spiel gebracht hätte. Es gab Testaufnahmen, danach aber war eine Weile nichts mehr zu hören.

Dass WWE Punk sich dem Comeback nicht in den Weg gestellt hat, ist vor diesem Hintergrund letztlich keine Überraschung: Ligaboss Vince McMahon hat praktisch immer das Geschäft über persönliche Animositäten gestellt. Und allein schon, weil die für den Konkurrenten nützlichen Punk-AEW-Gerüchte nun erledigt sind, lohnt sich der Deal für ihn.

Ob Punks Rückkehr ins WWE-TV auch die Tür für ein Ring-Comeback öffnet, ist ungewiss. Punk hatte in diesem Jahr zwar einen Inkognito-Auftritt als maskierter Angreifer bei einer kleinen Liga absolviert, das war aber als Gag, nicht als Vorbote einer Rückkehr zu verstehen. Punk wirkte bei dem Auftritt auch außer Form und hat auch viele andere Projekte, unter anderem feierte er zuletzt sein Film-Debüt in dem Horror-Streifen "Girl on the third Floor".

Zielt Punk nun nur auf Bildschirm-Präsenz ab, um als öffentliche Person wieder wahrnehmbarer zu sein? Oder ist etwas dran an den Spekulationen, dass er auf einen neuen Millionen-Deal mit WWE schielt?

Stand jetzt käme eine Punk-Wiederkehr in den Ring weiterhin überraschend - aber dass im Wrestling nichts unmöglich ist, hat er gerade eben ja erst bewiesen.

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