Sergio Perez drängt Red Bull: "Kann nicht mehr allzu lange warten"

Christian Nimmervoll
·Lesedauer: 3 Min.

In Mexiko vermelden Internetblogs schon seit Tagen, dass es zu 99 Prozent sicher sei, dass Sergio Perez 2021 für Red Bull fahren wird. Das sind Fake News, die jeder journalistischen Grundlage entbehren. Tatsache ist: Noch ist keine Entscheidung über den künftigen Teamkollegen von Max Verstappen gefallen, und die Indizien sprechen aktuell sogar eher für Nico Hülkenberg.

Perez und sein Manager Julian Jakobi befinden sich in einer verzwickten Situation. Der 30-Jährige möchte unbedingt weiter Rennen fahren, am liebsten in der Formel 1. Und solange Nikita Masepin nicht als Teamkollege von Mick Schumacher bei Haas bestätigt ist (wie gemeinhin erwartet wird), gibt es beim US-Team noch eine kleine Chance für Perez.

Eine Alternative könnte auch ein Wechsel in die IndyCar-Serie sein, doch dort wird gerade ein Cockpit nach dem anderen vergeben. Perez steht vor einem Dilemma: Wenn er auf die kleine Chance bei Red Bull wartet, den Platz dann aber doch nicht bekommt, könnten sich bis dahin auch viele andere Möglichkeiten in Luft aufgelöst haben.

Daher erhöht er jetzt den Druck auf Red Bull, wenn er sagt: "Es ist ein schmaler Grat. Man kann schon ein bisschen abwarten und riskieren. Aber die Saison geht bald zu Ende. Es ist für die Teams wichtig, planen zu können, und für uns Fahrer auch. Ich ziehe alle Möglichkeiten, die ich habe, in Betracht. Und ja, ich kann nicht mehr allzu lange warten."

Doch damit wird er bei Red Bull vermutlich auf Granit beißen. Teamchef Christian Horner hat bereits in Portimao klargestellt, dass man sich nicht zu einer Entscheidung drängen lässt: "Ich glaube, dass jeder dieser Fahrer Red Bull den Vorzug gegenüber allen anderen Cockpits geben würde. Daher gehe ich davon aus, dass diejenigen erst abwarten, wie wir uns entscheiden."

Weiterhin sei Alexander Albon Red Bulls Plan A, versichern Horner und Helmut Marko. Doch wenn dessen Leistungen nicht dramatisch besser werden, hat Red Bull keine andere Wahl als einen Fahrertausch. Und eigentlich wäre es für ein so professionelles Team logisch, den Plan B schon durchzudenken und zu entscheiden, ob es denn Perez oder Hülkenberg sein soll.

Das wäre auch den Fahrern gegenüber fair, denn wenn bereits feststeht, dass Hülkenberg statt Albon kommen würde, kann Perez beruhigt woanders unterschreiben. Aber: "Wir sind voll auf unseren Plan A konzentriert", behauptet Horner. "Im Moment beschäftigen wir uns nur damit. Sollten wir einen Plan B brauchen, werden wir es euch rechtzeitig wissen lassen."

Perez sieht indes nur noch "sehr, sehr wenige Optionen", nächstes Jahr Formel 1 zu fahren. Womöglich ist Red Bull schon sein letzter Strohhalm. "Die Zeit läuft davon", räumt er ein. Sollte es mit Red Bull doch noch klappen, dann aber wahrscheinlich als Nummer 2. Mit Verstappen hat das österreichisch-britische Team schon einen Platzhirsch.

"Darüber habe ich im Detail noch gar nicht nachgedacht", gibt Perez zu. "Ich glaube aber nicht, dass sie einem den Nummer-2-Status schon vor dem ersten Rennen geben. Das würde mich sehr überraschen, wenn ein Team das so entscheidet. Aber ich weiß natürlich nicht, wie die Dinge bei Red Bull gehandhabt werden."

Mit Bildmaterial von LAT.