Wie Embolo vom Seuchenvogel zum Top-Stürmer wurde

Patrick Berger
Sport1

Er hat die Freude am Fußball wieder zurück. Nach drei Seuchenjahren auf Schalke fühlt sich Breel Embolo in Mönchengladbach so richtig wohl. In 14 Hinrundenspielen machte der Schweizer sechs Tore für die Borussia, gab zudem zwei Assists.

"Ich freue mich sehr auf meine Rückkehr", sagt der Angreifer vor dem Rückrundenauftakt am Freitag bei seinem Ex-Klub Schalke (20.30 Uhr) auf bundesliga.de


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"Auch wenn es vielleicht auf den ersten Blick nicht so aussieht, hatte ich in Schalke eine fantastische Zeit. Ich habe viele Leute kennengelernt, die heute noch wichtig für mich sind. Leider lief es auf dem Platz nicht so gut. Aber so ist das eben manchmal", erinnert sich der Schweizer. (Bundesliga: Schalke 04 - Borussia Mönchengladbach am Freitag ab 20:30 Uhr im LIVETICKER)

Er spüre vor allem das Vertrauen des Trainers, sagt Embolo. "Er spricht sehr viel mit uns Spielern und ist immer für uns da." Das sei auf Schalke, wo Embolo drei verschiedene Trainer hatte, nicht immer so gewesen. Es sei klar, dass ein Spieler ohne Selbstvertrauen nicht viel helfen kann, betonte der 22 Jahre alte Angreifer.


Embolo war bereit, auf Geld zu verzichten

Darauf angesprochen sagte Gladbach-Trainer Marco Rose nun zu SPORT1: "Breel ist ein Pfundskerl und ein ganz feiner Mensch, der aber auch sensibel ist." Der im Kamerun geborene Schweizer Nationalspieler (34 A-Einsätze, vier Tore) braucht viel Zuspruch, funktioniert nur, wenn man ihm Mut zuspricht. Und Rose scheint da genau an den richtigen Stellschrauben gedreht zu haben.

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"Es macht richtig Spaß", führt der 43 Jahre alte Fohlen-Trainer weiter aus, "wenn dieser Koloss vor einem steht und dich anlächelt".

Embolo sei ein "absoluter Teamplayer" mit großen Zielen und Ambitionen. Klar ist aber auch für Rose: "Breel hat noch viel Luft nach oben. Er hat eine richtig starke Technik und für seinen Körper eine tolle Dynamik. Bei ihm geht es aber darum, dass wir seine Stärken auf den Punkt zusammenbringen. Da wird in den nächsten Jahren noch einiges vorangehen."


2016 holte Schalke den Stürmer für die vereinsinterne Rekordsumme von knapp 29 Mio. Euro (inkl. Bonuszahlungen) vom FC Basel. Damals waren auch die Gladbacher an Embolo interessiert, stießen aber schnell an ihre Grenzen.

Was Borussia-Sportchef Max Eberl bei SPORT1 so kommentierte: "Breel Embolo war vor seinem Wechsel zu Schalke einer der interessantesten Spieler auf dem Transfermarkt. Wir hatten uns schon damals mit ihm beschäftigt. Die geforderten Summen waren aber in astronomische Höhen geraten. Wir konnten da nicht mithalten."

Vor der aktuellen Saison bot sich für Gladbach dann die erneute Chance. "Schalke wollte sich neu aufstellen und der Spieler aus einer unglücklichen Situation rauskommen", verrät Eberl. "Wir haben uns dann, den Spieler kennend, dazu entschieden. Er war bereit, auf Geld zu verzichten, um bei uns zu spielen."

Seuchenjahre auf Schalke

Unglaubliche 93 Spiele (!) musste der 1,87-Meter-Mann in seinen drei Jahren auf Schalke unter anderem wegen eines Wadenbein- und eines Fußbruchs sowie eines Knochenödems aussetzen. "Er hatte auf Schalke eine unglückliche Zeit, die vor allem mit seinen dramatischen Verletzungen zu tun hatte", so Eberl.

Am Freitag kehrt Embolo, der im Dezember zum zweiten Mal Vater wurde, nachdem ihm Lebensgefährtin Naomi Sohnemann Clay Enzo schenkte, also erstmals an seine alte Wirkungsstätte zurück.


"Ich glaube, dass ihn die Fans gemocht haben und habe keine Befürchtungen, dass da etwas passiert", sagt Eberl. "Natürlich hofft man in dem Fall, dass Spieler, die von einem Verein kommen, diesem auch mal wehtun. Wir kennen das ja hinreichend von Marco Reus."

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