Wie die Sportler bei Olympia eingeschränkt werden

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Wie die Sportler bei Olympia eingeschränkt werden
Wie die Sportler bei Olympia eingeschränkt werden

Die Sicherheit der Athleten und Funktionäre während der Olympischen Spiele in Tokio soll laut IOC-Präsident Thomas Bach durch intensive und strenge COVID-Maßnahmen gewährleistet werden.

SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zu diesem Thema. (Alles Wichtige zu Olympia)

Welche Sicherheitsmaßnahmen gibt es in Tokio?

Das neueste Regelwerk für Athleten und Funktionäre ist 70 Seiten lang, die Anforderungen beginnen bereits vor der Anreise nach Japan - mit zwei Corona-Tests. Die Athleten müssen innerhalb von 96 Stunden nach der Anreise zweimal negativ auf das Coronavirus getestet werden sowie einmal direkt nach der Landung.

Während ihres Aufenthalts in Japan werden sie täglich getestet und dürfen erst wenige Tage vor ihrem Wettkampf ins Olympische Dorf einziehen. Spätestens 48 Stunden nach Ende ihres Wettkampfs muss das Dorf wieder verlassen werden. Darüber hinaus dürfen sich die Athleten nur in ihren Unterkünften und an den Wettkampfstätten aufhalten, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist untersagt.

Natürlich gilt Maskenpflicht, auch auf dem Medaillenpodest bei der Siegerehrung. Ausnahmen von der Maskenpflicht gibt es nur beim Essen und Schlafen sowie beim Training, Aufwärmen und bei den Wettkämpfen selbst.

Im Olympischen Dorf in der Bucht von Tokio werden 18.000 Athleten und Offizielle in 21 Gebäudekomplexen wohnen. Statt Party und Begegnung heißt es in Tokio: Mindestens zwei Meter Abstand halten, auch beim Essen. In der Mensa soll man sich so kurz wie möglich aufhalten.

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Wie sieht es mit Impfungen aus?

Laut offiziellen Angaben werden 85 Prozent der Athleten und Teams, die sich im olympischen Dorf aufhalten, geimpft sein. Eine Impfung ist nicht vorgeschrieben, wird aber dringend empfohlen.

Die Sicherheitsmaßnahmen gelten für alle Teilnehmer, egal, ob sie geimpft sind oder nicht. Bisher wurden insgesamt 38.000 Impfungen für Offizielle, Helfer, sowie Medien- und Flughafenpersonal organisiert.

Was passiert, wenn es zu einer Infektion kommt?

Die Athleten geben täglich einen Speichel-Schnelltest ab. Sollte dieser positiv oder unklar sein, folgt ein Speichel-PCR-Test. Sollte dieser erneut positiv sein, folgt ein PCR-Test per Nasen- und Rachenabstrich. Ein drittes positives Ergebnis bedeutet, dass die Athletin oder der Athlet von den Wettkämpfen ausgeschlossen wird. Er/Sie wird isoliert und kann nicht wieder zu den Wettkämpfen zurückkehren.

Was passiert mit engen Kontaktpersonen von Infizierten?

Etwas komplizierter ist die Lage für „enge Kontaktpersonen“ einer infizierten Person. Der Begriff gilt nur für Personen, die sich 15 Minuten oder länger innerhalb eines Meters von der infizierten Person aufgehalten haben, ohne eine Maske zu tragen. Das könnte beispielsweise einen Mitbewohner oder einen Essensbegleiter einschließen.

Die Entscheidungen werden von „Fall zu Fall“ unterschiedlich beurteilt. Wenn enge Kontaktpersonen weiter an den Wettkämpfen teilnehmen dürfen, müssen sie unter Umständen zusätzliche Einschränkungen hinnehmen.

Wie funktioniert die Kontaktverfolgung?

Die Aufenthaltsorte in der Olympia-Blase in den ersten zwei Wochen nach der Anreise müssen angegeben und von den japanischen Behörden abgesegnet werden. Zudem muss die japanische Corona-Warnapp aktiviert werden, um die Kontaktnachverfolgung zu erleichtern.

Wie sieht die medizinische Versorgung vor Ort aus?

Die Organisatoren geben an, dass etwa 7000 medizinische Mitarbeiter, darunter Ärzte und Pflegepersonal, in Tokio zur Verfügung stehen werden. Da das japanische Gesundheitssystem aufgrund von steigenden Fallzahlen in letzter Zeit überlastet war, hat das IOC nach einiger Kritik zugesichert, zusätzliches medizinisches Personal zu organisieren, um die japanischen Krankenhäuser vor Ort zu entlasten.

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Ist jeder versichert?

Alle ausländischen Athleten, Mannschaftsoffiziellen und Medienvertreter müssen eine Versicherung haben, die eine medizinische Behandlung und einen möglichen Rücktransport abdeckt. Die olympischen Regelwerke schreiben vor, dass die Versicherung auch die Kosten bei COVID-19-Infektionen abdecken muss.

Bevor die Athleten nach Japan einreisen, müssen sie eine schriftliche Verpflichtung unterschreiben, dass sie die Corona-Maßnahmen befolgen. „Trotz aller Sorgfalt können Risiken und Auswirkungen nicht vollständig ausgeschlossen werden“, heißt es im olympischen Playbook, in dem die notwendigen Corona-Maßnahmen detailliert beschrieben sind.

Wie funktioniert die Siegerehrung?

Außerdem werden sich die erfolgreichen Athletinnen und Athleten ihre Medaillen selbst um den Hals hängen müssen.

Die Medaillenwerden auf einem Tablett präsentiert. „Es wird sichergestellt, dass die Person, die die Medaillen auf das Tablett legt, desinfizierte Handschuhe trägt“, erklärte IOC-Präsident Thomas Bach. Die Athleten müssen während der Zeremonien Masken tragen. Händeschütteln und Umarmungen sind verboten.

Wie läuft es im Olympischen Dorf?

Eine der vielen Regeln ist ziemlich kurios. So gilt bei Olympia ein Sexverbot. Jedenfalls kann dies aus einer Formulierung aus dem 33-seitigen Regelbuch abgeleitet werden. „Unnötige Formen des körperlichen Kontakts“ seien zu vermeiden, heißt es dort.

Daneben dürfen Masken nur zum Essen, Trinken und Schlafen abgelegt werden und es gilt zu jeder Zeit ein Mindestabstand von zwei Metern. Vorgaben, die die körperliche Interaktion sehr erschweren dürften. Zudem können Regelverstöße hart sanktioniert werden, sogar die Ausweisung aus Japan wird angedroht.

Trotzdem wollen die Organisatoren rund 160.000 Kondome im olympischen Dorf verteilen. Doch diese sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann mit nach Hause nehmen, lautet die offizielle Bitte.

Die Kondom-Aktion hat bei Olympia Tradition und wird bereits seit 1988 durchgeführt. Bei den Spielen in Rio vor fünf Jahren wurden sogar 450.000 Kondome verteilt.

Darüber hinaus ist die Bewegungsfreiheit der Athleten sehr eingeschränkt. Jeder Bewegungsradius, der über den Weg vom Hotel in die Sportstätten und zurück hinaus geht, ist untersagt.

„Den Fahrstuhl darf man nicht allein betätigen, da kommt dann jemand zum Knöpfedrücken. Und beim Essen sind Plexiglas-Scheiben zwischen uns. Wir durften uns anfangs nicht mal selbst das Essen nehmen, jetzt geht das wenigstens mit Handschuhen. Und wir sollen möglichst nicht laut reden, schreien oder jubeln“, berichtete Turnerin Elisabeth Seitz in der Bild.

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mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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