Showdown zwischen Rast und Müller: Wie agieren die Teamkollegen?

Markus Lüttgens
·Lesedauer: 3 Min.

13 Punkte: Das ist der Rückstand, den Nico Müller am Sonntag im Qualifying und Rennen des letzten Laufs der DTM-Saison 2020 aus Rene Rast aufholen muss, wenn er den dritten Titelgewinn seines Audi-Markenkollegen verhindern und sich selbst erstmalig zum DTM-Champion krönen will. Eine beachtliche Hypothek, angesichts von maximal 28 zu vergebenden Punkten aber auch kein unrealistisches Ziel.

Auf eines dürfen die beiden Titelrivalen beim finalen Showdown allerdings nicht hoffen: Auf aktive Unterstützung ihrer Teamkollegen. Sowohl Müllers Abt-Teamkollege Robin Frijns wie auch Jamie Green, der an der Seite von Rast für Rosberg fährt, wollen ihr Rennen nicht auf den Titelkampf der Kollegen ausrichten.

"Ich wollte heute das Rennen gewinnen. Morgen ist noch ein Rennen, und ich denke ich bin an diesem Wochenende schnell genug", will Green nach Platz drei am Samstag beim finalen Rennen der Class-1-Ära um seinen ersten Saisonsieg kämpfen.

Green: "Weiß, was für die beiden auf dem Spiel steht"

"Ich weiß aber auch, was für die beiden auf dem Spiel steht. Ich will da nicht durch ein riskantes Manöver und einen Zwischenfall mit einem der beiden das Zünglein an der Waage sein", stellt der erfahrene Brite klar. "Ich will mich nicht einmischen, aber auch keinen möglichen Sieg herschenken. Diesen Kompromiss muss ich finden."

Auch Frijns will nicht zu Gunsten seines Teamkollegen in die Meisterschaftsentscheidung eingreifen. "Wenn ich einer Position bin, in der ich nett zu ihm sein kann, dann werde ich mich sicher nicht in die Meisterschaft einmischen, um es so zu sagen", sagt der Niederländer, der mit Platz sieben am Samstag aus dem Titelkampf ausschied.

Wie schwierig solche Absichten allerdings mitunter in die Tat umzusetzen sind, wurde im Samstagsrennen offensichtlich. Nach Rasts verpatzten Boxenstopp gingen Frijns und Green kurzzeitig an ihm vorbei. Allerdings konnte Rast beide rasch überholen. Doch in der letzten Rennrunde fuhr Green dann direkt hinter ihm und hätte fast in den Titelkampf eingegriffen.

Schreckmoment am Samstag: Green fährt Rast ins Heck

Allerdings auf völlig andere Weise, als es sich die Verantwortlichen bei Rosberg vorgestellt hätten. In der Haarnadelkurve fuhr Green seinem Teamkollegen leicht ins Heck. Was war da los? "Er wollte sich gegen Nico gut platzieren und ich habe unterschätzt, wie langsam er an dieser Stelle sein würde. Das war also ein ganz leichter Kuss", erklärt Green. "Hoffentlich hat es ihn am Kurvenausgang nicht behindert - und seine Chancen, ein Manöver zu machen."

Für die beiden Titelrivalen ist die Ausgangslage vor dem Sonntagsrennen klar: Müller kann aus eigener Kraft nicht Meister werden. Selbst bei einer Pole-Position und einem weiteren Rennsieg des Schweizers würde Rast ein zweiter Platz im Rennen zur erfolgreichen Titelverteidigung ausreichen. Müller braucht als in irgendeiner Form Schützenhilfe.

"Ich wünsche niemandem Pech, aber wir brauchen morgen definitiv ein bisschen ein chaotisches Rennen", sagt er. "Es wird erneut ein harter Kampf. Wir müssen jetzt jeden einzelnen Punkt mitnehmen. Und selbst wenn wir das schaffen, liegt es immer noch nicht in unserer Hand. Wir brauchen ein bisschen Glück."

Müller will "pushen bis zur Zielflagge"

Eines steht für Müller aber fest: "Wir pushen bis zur Zielflagge. Und dann werden wir sehen, wie es steht. Ich werde aber bis zum Rennen nicht mit der Rechnerei anfangen. Ich kann nur eines tun: Schauen, dass ich gewinne."

Rast hingegen würde es ausreichen, wenn er die Vorstellung vom Samstag wiederholt. "Ich denke, wir müssen nicht viel anders machen", sagt er. "Wenn wir morgen im Qualifying ein paar Punkte holen und im Rennen Dritter werden bei einem Sieg von Nico, sollte das genug sein. Das ist unsere Aufgabe."

Mit Bildmaterial von Audi.