"Situation ist dramatisch": BVB vor Trip in Corona-Hotspot

Patrick Berger
·Lesedauer: 3 Min.

Im Corona-Hotspot Belgien steht der BVB am Mittwochabend unter Druck! Die Schwarz-Gelben müssen im dritten Champions-League-Spiel beim FC Brügge zwingend nachlegen, um die Gruppenphase zu überstehen. (Champions League: FC Brügge - Borussia Dortmund am Mi. ab 21 Uhr im LIVETICKER)

Thomas Meunier, der auf seinen Ex-Klub (2011 bis 2016) trifft, tritt die Reise in seine Heimat mit Bauchschmerzen an. Die Situation sei "dramatisch", sagte der Rechtsverteidiger. "Ich bin sehr froh, aktuell in Deutschland zu spielen und nicht in Belgien. Natürlich höre ich die Neuigkeiten von meiner Familie aus Belgien. Sie schützt sich so gut sie kann. Es ist seit Monaten katastrophal. Anscheinend haben es dort nicht alle richtig verstanden und die Kommunikation zwischen Regierung und Bevölkerung lief auch nicht besonders gut."

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Belgien ist aktuell kein Traumziel

Die Zahlen sind alarmierend: Mit fast 219.000 Corona-Fällen (darunter 11.858 Tote) bei nur 11,5 Millionen Einwohnern gilt Belgien als Corona-Hotspot. Das deutsche Nachbarland ist mit über 100 Toten pro Tag das am schwersten betroffene EU-Land. In den vergangenen zwei Wochen wurden 1735 Infektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet. Zum Vergleich: In Deutschland waren es im gleichen Zeitraum "nur" 215 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Der BVB hat seine Reiseplanungen aus diesen Gründen stark angepasst und schottet sich regelrecht ab. Die obligatorische Pressekonferenz vor dem Spiel und das Abschlusstraining fanden am Dienstag zuhause in Brackel statt. Am Abend wird die Mannschaft in Richtung Brügge aufbrechen.

BVB-Mediendirektor Sascha Fligge erklärt: "Wir sind, wie auch schon bei den vergangenen Auswärtsspielen, im Hotel sehr abgeschottet. Wir haben unsere eigenen Köche und eigene Security vor Ort." Auch habe man einen separaten Bereich im Hotel. Spieler und Funktionäre dürfen das Teamhotel zudem nur nach Rücksprache mit den Teamärzten verlassen. Nicht auszuschließen außerdem, dass das obligatorische Anschwitzen am Spieltag im Hotel stattfindet.

Nach dem Spiel wird der BVB-Tross noch in der Nacht nach Paderborn zurückfliegen.

Favre: Wir sind am Limit

Trainer Lucien Favre, der den vielen Reisen zu Zeiten der Pandemie ohnehin nicht viel abgewinnen kann, sagt: "Wir wissen, dass es in Belgien gefährlich ist, trotzdem müssen und wollen wir fliegen. Das ist Champions League und auf uns wartet ein wichtiges Spiel. Wir wollen dort ein gutes Ergebnis erreichen. Wir fliegen später als geplant und wollen dort auch nicht lange bleiben. Wir müssen weiter aufpassen."

Die Reisen seien "sehr gefährlich", führte der Schweizer, der am Montag 62 Jahre alt wurde, aus. "Wir sind am Limit. Wir reisen quer durch Europa. Wir müssen uns aber aufs Spiel und den Fußball konzentrieren." (Service: Spielplan und Ergebnisse der Champions League)

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Auch die personellen Sorgen reißen beim BVB nicht ab. So wird Abwehrchef Mats Hummels, der sich beim 2:0-Sieg in Bielefeld am Oberschenkel verletzte, ausfallen. Weil auch Emre Can (Corona) und Dan-Axel Zagadou (Knie) ausfallen, muss Favre die Abwehr umstellen. Eine Systemumstellung auf eine Dreierkette ist angedacht.

Im dritten Gruppenspiel muss der BVB nun nachlegen. Nach der 1:3-Pleite in Rom gab es zuletzt einen 2:0-Sieg gegen Zenit St. Petersburg.