Skifliegen: Sieg in Planica: Stefan Kraft gewinnt Gesamt- und Skuflugweltcup

Doppel-Weltmeister, Skiflug-Weltrekordler und nun auch noch die große und die kleine Kristallkugel für den Weltcup-Gesamtsieg und den Skiflug-Weltcup: Stefan Kraft war der große Abräumer der Skisprung- und Skiflug-Saison.

Doppel-Weltmeister, Skiflug-Weltrekordler und nun auch noch die große und die kleine Kristallkugel für den Weltcup-Gesamtsieg und den Skiflug-Weltcup: Stefan Kraft war der große Abräumer der Skisprung- und Skiflug-Saison.

Der 23-jährige Salzburger krönte seine sensationelle Saison, die er in Planica mit seinem achten Tagessieg in nur einem Durchgang auch würdig abschloss. Der zweite Durchgang wurde wegen zu starken Windes abgebrochen und somit wurde der letzte Bewerb mit nur einem Flug entschieden. Kraft gewann 8,1 Zähler vor dem Deutschen Andreas Wellinger. Dritter wurde der Japaner Noriaki Kasai. Österreich hat damit zum insgesamt zwölften Mal den Gesamt-Weltcup im Skispringen gewonnen.

Als erster Österreicher seit Gregor Schlierenzauer vor vier Jahren holte Kraft den Gesamt-Weltcup. Es war der insgesamt zwölfte Gesamtsieg für den ÖSV. "Es ist unglaublich, heute auch wieder ganz oben", freute sich Kraft im ORF-TV-Interview nach seiner herausragenden Saison.

"Das ist sicher mein Karriere-Highlight"

"Es waren so viele schöne Momente, jedes Ereignis war irgendwie etwas ganz Spezielles. Eine Doppel-Weltmeisterschaft, das war historisch, der Weltrekord, das habe ich zuerst gar nicht so realisiert, dass das jedem so viel bedeutet, das war auch sehr schön. Da war ich aufgewühlt", erklärte Kraft.

Dennoch ist der Gesamt-Weltcupsieg für ihn noch darüberzustellen. "Der Gesamt-Weltcup ist halt doch eine Leistung über die ganze Saison, das fängt auch schon im Sommer an. Das ist sicher mein Karriere-Highlight, das wollte ich schon immer mal schaffen. Es war das große Ziel heuer, da vorne mitzumischen, dass ich das jetzt gewonnen habe, taugt mir irrsinnig", betonte Kraft.

Nicht weniger als 17 Podestplätze hat Kraft abgeliefert, der Sieg am Sonntag war sein achter der Saison. Am Gesamtsieg hatte spätestens seit seinem Einzelsieg am Freitag niemand mehr gezweifelt, obwohl Kamil Stoch bis zum Schluss mit dem Pongauer fightete. Am Ende hatte der Pole 141 Zähler Rückstand auf Kraft.

"Stefan ist eine ganz besondere Person"

Zufrieden bilanzierten auch die ÖSV-Funktionäre. "Es war für uns eine richtig gute Saison. Die 300 Punkte Rückstand waren etwas, wo man nicht mehr daran glaubt, vor allem weil Stoch ein begnadeter Springer ist. Es war ein richtig toller Wettkampf zwischen den beiden, aber Stefan war von der WM weg perfekt", konstatierte Ernst Vettori, der Sportliche Leiter für Skispringen und Nordische Kombination. Vettori war auch mit den Leistungen im Kontinentalcup zufrieden und lobte auch den im Finish nicht nominierten Gregor Schlierenzauer. "Ich habe auch hohen Respekt vor Gregor, seine Teammedaille war sensationell. Wir waren von den Junioren bis zum Weltcupteam toll aufgestellt."

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel pries den Athleten wie den Menschen Stefan Kraft: "Stefan ist eine ganz besondere Person. Er bleibt am Boden, ist ein guter Athlet, ist lustig. Verbesserungen gibt es immer, aber wenn man einen Kraft hat, überdeckt er alles", weiß der Tiroler, der auch Heinz Kuttin lobte. "Kuttin hat sehr gut als Cheftrainer gearbeitet, auch das ganze Trainerteam, sonst wären wir nicht da, wo wir sind."

Auf die Frage, ob nun Marcel Hirscher oder Stefan Kraft Favorit für die Sportlerwahl im Oktober ist, meinte Schröcksnadel: "Bei der Wahl zum Sportler des Jahres wäre es gerecht, wenn es zwei Sieger geben würde." Wobei freilich auch Sommersportler noch die Chance haben, mit herausragenden Leistungen da etwas daran zu ändern.

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