Skispringen: Wellinger in Planica Zweiter - Kraft gewinnt Gesamtweltcup

Kurzarbeiter Andreas Wellinger umarmte seinen Dauerbezwinger Stefan Kraft herzlich, dann genoss er mit breitem Grinsen den starken Schlusspunkt eines grandiosen Winters: Deutschlands Skisprungstar ist beim verkürzten Saisonfinale in Planica noch einmal auf das Podium geflogen und musste sich als Zweiter abermals nur Überflieger Kraft geschlagen geben.

Kurzarbeiter Andreas Wellinger umarmte seinen Dauerbezwinger Stefan Kraft herzlich, dann genoss er mit breitem Grinsen den starken Schlusspunkt eines grandiosen Winters: Deutschlands Skisprungstar ist beim verkürzten Saisonfinale in Planica noch einmal auf das Podium geflogen und musste sich als Zweiter abermals nur Überflieger Kraft geschlagen geben.

Dieser sicherte sich mit seinem achten Saisonerfolg erstmals den Gesamtweltcup und zudem die kleine Kristallkugel für den Sieg im Flugweltcup.

"Das ist ein echt cooler Abschluss - auch wenn ich heute gerne noch ein zweites Mal geflogen wäre", sagte Team-Olympiasieger Wellinger nach seinem zwölften Podestplatz in den letzten 15 Wettkämpfen. Am Sonntag musste der 21-Jährige nur einmal ran - der finale Wettkampf auf der Letalnica-Schanze wurde wegen starker Winde nach dem ersten Durchgang abgebrochen.

In diesem war Wellinger, der bereits am Samstag das DSV-Team um den neuen deutschen Skiflug-Rekordler Markus Eisenbichler (248,0 m im Probedurchgang) auf Platz geführt hatte, auf 238,5 m (236,2 Punkte) gesegelt und damit deutlich kürzer als Kraft, der bei 250,0 m aber keine saubere Landung mehr setzen konnte und damit auf 244,3 Punkte kam. Kraft hatte acht Tage zuvor in Vikersund den Weltrekord auf 253,5 m geschraubt.

Hinter dem fast 45-jährigen Japaner Noriaki Kasai (223,9), der als Dritter die Bestmarke für den ältesten Springer der Geschichte auf dem Podium weiter nach oben schraubte, wurde Eisenbichler starker Vierter. Eisenbichler flog auf 243,0 m, hatte aber einen längeren Anlauf als die Konkurrenten und verpasste die vierte Podestplatzierung seiner Karriere um 0,7 Punkte.

Die beiden besten deutschen Springer der Saison landeten im Gesamtweltcup unter den Top 10, der zweifache Vizeweltmeister Wellinger verpasste als Vierter das Saison-Podium nur um 40 Punkte, der WM-Dritte Eisenbichler wurde Achter. In der Flugwertung belegte Wellinger Platz zwei hinter Kraft.

Saison auf hohem Niveau

Dieser krönte in Slowenien mit zwei Siegen seine Traumsaison: Doppel-Weltmeister, doppelter Weltcup-Sieger, neuer Skiflug-Weltrekordler - nur bei der Vierschanzentournee hatte sich der Pongauer mit Platz zwei hinter dem Polen Kamil Stoch begnügen müssen. Mit dem Gewinn des Gesamtweltcups hat Kraft nun drei der fünf großen Einzel-Titel gewonnen - nach seinem Sieg bei der Vierschanzentournee (2014/15) und dem WM-Triumph von Lahti. Die komplette Titel-Sammlung, zu der noch der Weltmeister-Titel im Fliegen sowie Olympia-Gold gehören, besitzt nur der große Finne Matti Nykänen.

Für die deutschen Adler endete eine - trotz der schweren Verletzung von Topmann Severin Freund (Kreuzbandriss) - der WM-Winter in Planica auf hohem Niveau, und dafür sorgte vor allem Eisenbichlers Highlight. Der Siegsdorfer, bis Planica eigentlich kein große Freund des Fliegens, segelte am Samstagmorgen im Probedurchgang auf spektakuläre 248,0 m geflogen und steigerte den von Wellinger und Freund gehaltenen deutschen Rekord um drei Meter.

"Das ist schon etwas extrem Wertvolles für mich. Mein Vater hat mich mal gefragt, was ich in meiner Karriere erreichen will. Da habe ich gesagt, dass ich mal den deutschen Rekord halten möchte", sagte der 25-Jährige.

Freund selbst war bei Eisenbichlers Rekordflug Gast an der Schanze und freute sich über Platz zwei "seines" Teams. "Das ist spektakulär, was die Jungs hier zeigen", sagte der Flug-Weltmeister von 2014. Beim nächsten Teamfliegen will Freund, Flug-Weltmeister 2014, schon wieder dabei sein. Dieses steigt zum Abschluss der WM in Oberstdorf am 21. Januar 2018 - vor allem mit einem gesunden Freund ist Deutschland dann ein heißer Siegwanwärter.

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