Darts-Wahnsinn! Whitlock haut MvG mit Rekord-Show raus

Alexandra Müller
·Lesedauer: 5 Min.

Der Grand Slam of Darts (16. bis 24. November LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) hält ein Drama nach dem nächsten bereit.

Simon Whitlock hat Michael van Gerwen im letzten Viertelfinale des Abend sensationell aus dem Turnier befördert. Der "Wizard" setzte sich erst im Decider mit 16:15 durch und zauberte dabei unglaubliche 20 180er ans Oche. Damit sorgte der Australier für einen neuen Grand-Slam-Rekord.

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Lange sah es nach einem Sieg für "Mighty Mike" aus, doch in der entscheidenden Phase des Spiels offenbarte MvG wieder einmal ungewohnte Schwächen. Obwohl van Gerwen bereits mit 12:9 in Front lag, gelang Whitlock mit drei gewonnenen Legs in Folge der Ausgleich zum 12:12. In der Folge konnte sich keiner der Darts-Stars absetzen.

Allerdings bekam der Niederländer zahlreiche Chancen, den Sack zuzumachen, versagte allerdings kläglich. Insgesamt vergab van Gerwen sieben (!) Matchdarts, die Whitlock nutzte, um die Sensation perfekt zu machen.

Van den Bergh gewinnt Krimi

Im dritten Viertelfinale des Abends setzte sich Dimitri van den Bergh erst im Decider mit 16:15 gegen Nathan Aspinall durch. Damit steht der Belgier im Halbfinale, wo er auf James Wade trifft.

Es war ein hochdramatisches Match bis zur letzten Sekunde. "The Asp" gelang der bessere Start in die Partie, der 29-Jährige setzte sich schnell mit 4:2 ab. Van den Bergh versuchte daraufhin, sich mit einer kurzen Atemübung wieder zu konzentrieren. "Das sieht nach Meditieren aus", stellte SPORT1-Kommentator Max Hopp fest. Offenbar mit Erfolg, denn prompt gelang "The Dreammaker" das Rebreak.

Doch Aspinall ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und setzte sich auf 11:8 ab, den Vorsprung egalisierte van den Bergh im Handumdrehen mit drei gewonnenen Legs in Folge. Beim 13:12 ging der 26-Jährige erstmals in Führung und erhöhte sogar noch, aber Aspinall ließ sich nicht unterkriegen und stellte wieder auf unentschieden.

Van den Bergh: "Emotionale Achterbahnfahrt"

Im Decider wurde es schließlich noch einmal dramatisch: Beide Darts-Stars stellten auf 36 Rest, van den Bergh hatte aber zuerst die Chance, den Halbfinaleinzug perfekt zu machen, und nutzte diese auch.

"Das war eine emotionale Achterbahnfahrt und ich sitze immer noch darin. Ich habe nicht zu 100 Prozent so gespielt, wie ich spielen könnte. Das war eine Lektion für mich", sagte van den Bergh nach dem Match bei SkySports und fügte hinzu: "Für Nathan tut es mir leid, weil ich weiß, dass er deutlich besser spielen könnte. Wir hatten schon stärkere Spiele gegeneinander."

Doch der Halbfinalist nahm auch etwas Positives mit: "Ein echter Champion kann aber auch dreckig gewinnen. Ohne Zweifel. Ich kann so viel besser sein, so viel konstanter. Ich habe so viele Fehler gemacht. Aber ich habe noch einmal die Chance, es besser zu machen. Und ich werde besser sein."

Smith überraschend raus

Michael Smith musste sich im Viertelfinale unerwartet mit 14:16 Jose de Sousa geschlagen geben. Der "Bully Boy" hatte schon mit Startschwierigkeiten zu kämpfen und lag schnell mit 2:7 zurück. In der Folge kämpfte sich der 30-Jährige aber zurück und konnte beim 8:8 erstmals wieder ausgleichen.

Danach entwickelte sich ein wahrer Krimi: Bis zum 14:14 konnte sich keiner der Profis absetzen. Bei eigenem Aufschlag ging de Sousa aber wieder in Führung und machte mit dem Break im 30. Leg den Halbfinal-Einzug perfekt. Für "The Special One" ist es das erste Halbfinale bei einem Major-Turnier. (Spielplan und Ergebnisse des Grand Slam of Darts)

"Ich habe nie aufgegeben. Das ist überwältigend. Es ist ein verrücktes Jahr für mich, ich habe große Dinge geschafft. Ich bin wirklich glücklich", sagte de Sousa nach dem Match bei SkySports. Der Portugiese sorgte für einen Drei-Dart-Average von 98.52 Punkten und traf 34.04 Prozent seiner Versuche auf die Doppel. Smith hatte mit einem Average von 95.74 Punkten und einer Checkout-Quote von 29.79 Prozent in beiden Kategorien das Nachsehen.

Wade gewinnt Krimi gegen Heta

Auch das zweite Viertelfinale der Nachmittagssession im englischen Coventry entwickelte sich zu einem engen Kampf.

James Wade setzte sich knapp mit 16:13 gegen den Debütanten Damon Heta durch. Dem Australier gelang bereits mit dem Einzug ins Viertelfinale der größte Erfolg seiner Karriere - die Reise geht allerdings nicht weiter. Bereits mit dem 10:6 sorgte Wade für die vermeintliche Vorentscheidung. Doch "The Heat" gab so schnell nicht auf und kämpfte sich kontinuierlich zurück.

Mit einem 142er-Finish zum 8:10 zauberte Heta ein Highlight ans Oche und setzte mit dem Ausgleich zum 13:13 noch eins drauf. Sein hohes Niveau konnte er in den nächsten Legs aber nicht aufrechterhalten.

"Ich bin glücklich aber ich hatte wirklich Glück, weiterzukommen. Ich war nervös", sagte Wade später und fügte mit Blick auf das anstehende Halbfinale an: "Es sind noch großartige Spieler dabei. Wenn ich drin bleibe, bleibe ich drin. Und wenn ich rausfliege, fliege ich eben raus.

Der Grand Slam ist traditionell das einzige Turnier, bei dem PDC- und BDO-Spieler gegeneinander antreten. Nachdem die BDO wegen finanzieller Probleme inzwischen Konkurs anmelden musste, waren nur die beiden aktuellen Weltmeister des alten Verbandes dabei: Wayne Warren (Wales) und die Japanerin Mikuru Suzuki, die sich bei der letzten Ausgabe der BDO-WM in der Damen-Konkurrenz durchgesetzt hatte. Beide schieden aber mit jeweils drei Niederlagen vorzeitig aus.

SPORT1 zeigt das neuntägige Event in knapp 50 Stunden umfangreich im Free-TV. Zudem sind alle Sessions im kostenlosen Livestream auf YouTube zu sehen.

Die Ergebnisse in der Übersicht:

Viertelfinale (First to 16 Legs):

Michael Smith - Jose De Sousa 14:16
Damon Heta - James Wade 13:16
Nathan Aspinall - Dimitri Van den Bergh 15:16
Michael van Gerwen - Simon Whitlock 15:16