So bereitet Favre den BVB auf den Geister-Gipfel in Paris vor

Patrick Berger
Sport1

Nächster Halt: Viertelfinale!

Der BVB-Tross war um 11.30 Uhr planmäßig mit einem Charterflieger vom Dortmunder Flughafen nach Paris aufgebrochen. Das Ziel: Ein Weiterkommen gegen Paris St. Germain im Achtelfinale der Champions League (Mi. ab 21 Uhr im Liveticker).

Trotz des kurzfristigen Zuschauerausschlusses aufgrund des Coronavirus geht der BVB mit breiter Brust in das Rückspiel. Keeper Roman Bürki: "Wir haben in den letzten Wochen unsere Resultate geholt. Das gibt uns Selbstvertrauen und eine gute Stimmung."

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Angesprochen auf den Zuschauerausschluss und die damit verbundene ungewohnte Situation sagte BVB-Trainer Lucien Favre vor dem Abflug: "In der Schweiz hatte ich mit Servette Genf mal gegen Sitten ein Spiel ohne Zuschauer. Das war schon sehr komisch. Ich wollte mir am Sonntag Juventus (gegen Inter; Anm. d. Red.) im TV ansehen – und konnte nur zwei Minuten zuschauen. Ich hatte keine Lust. Ohne Zuschauer ist es etwas anderes. Das ist unangenehm für alle."

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Der Schweizer weiter: "Niemand weiß, ob das die richtige Entscheidung für den Fußball ist." Der Terminplan sei eng getaktet, vor diesem Hintergrund sei es schwer, Spiele zu annullieren und wieder neu anzusetzen. Favre ist sich über die brenzlige Lage bewusst und sagt: "Ich verstehe das. Die Gesundheit ist wichtiger als alles andere."

Kehl: "Das ist nicht gut für den Fußball"

BVB-Lizenzspielerchef Sebastian Kehl rechnet indes mit einer "komischen Atmosphäre" im Parc de Princes. 47.900 Plätze werden leer bleiben.

"Das ist sicherlich eine schwierig einzuschätzende Situation", findet Kehl. "Wir müssen uns als Mannschaft in eine Verfassung bringen, um trotzdem auf den Punkt fit zu sein. Das fühlt sich am Mittwoch wie ein Abschlusstraining an – keine Fans, nur ein paar wenige Journalisten. Das ist sicherlich komisch. Das ist nicht gut für den Fußball. Wir nehmen die Situation aber an und akzeptieren das."


Wie bereitet Favre seine Mannschaft nun auf den so wichtigen Geister-Gipfel in Paris vor?

Das Team landet gegen 12.30 Uhr auf dem Geschäftsflughafen Le Bourget, fährt von dort aus mit dem Mannschaftsbus ins 30 Kilometer entfernte Zentrum. Nach dem Check-in im Hotel wird es ein gemeinsames Mittagessen geben.

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Ursprünglich hätte die Mannschaft mit VIP-Gästen, Sponsoren und Medien fliegen sollen. Die Maschine wurde aber aus Sorge vor Corona abgesetzt. Der BVB reiste demnach separat und wurde auf "kürzestmöglichen Weg", so ein Sprecher, ans Gate gebracht.

Favre: "Das wird jetzt ein ganz anderes Spiel"

Für 17.30 Uhr war eigentlich die obligatorische Pressekonferenz mit Favre und einem Spieler angesetzt – doch die UEFA strich in Absprache mit den französischen Behörden alle Medienaktivitäten. Auch die Interviews nach dem Spiel in der Mixed Zone – mit Ausnahme von ein paar wenigen Rechteinhabern – werden am Mittwochabend entfallen. Auch "weite Teile der Medien" sperrte die UEFA aus.


Um 18 Uhr hält die Mannschaft das Abschlusstraining im Parc de Princes ab. Nicht mit dabei sind Marco Reus (Muskelprobleme) und Thomas Delaney (Knie).

Favre: "Wir müssen uns im Training fokussieren. Die Spieler sind diese Situation auch nicht gewöhnt. Die Stimmung im Stadion ist normalerweise wichtig, nicht nur für Paris, sondern auch für uns. Das wird jetzt ein ganz anderes Spiel. Darauf müssen wir uns mental vorbereiten."

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Mit einem 2:1-Erfolg geht der BVB nun in das Rückspiel. "Wir müssen eine große Leistung bringen, wenn wir weiterkommen wollen", meint Favre. "Wir müssen clever und geduldig spielen und auch defensiv ein großes Spiel machen."

Kehl abschließend: "Wir haben zuhause ein sehr gutes Spiel gemacht und 2:1 gewonnen. Das war ein Ausrufezeichen. Wir konnten PSG gut verteidigen. Sind großer Hoffnung, dass wir das umsetzen können. Wir sehen uns gewappnet für diese Partie."

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