So blamierst du dich nicht beim Sushi-Essen

Beim romantischen Dinner oder einem wichtigen Geschäftsessen kann man sich schon mit Messer, Gabel und Weinglas blamieren. Ganz dünn wird das Eis, wenn du mit Stäbchen zwischen den Fingern stilvoll Sushi verspeisen sollst. Hier haben wir die wichtigsten Tipps für dich, damit du dich beim nächsten Sushi-Essen nicht blamierst.

Welche Sushi-Sorten gibt es überhaupt?

Die meisten Sushi-Sorten bestehen aus Reis, Algenblättern (Nori) und Fisch- oder Gemüsestreifen. Dies sind die wichtigsten:

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  1. Maki: Runde Sushi-Stücke, die von einem Nori-Blatt umschlossen werden, dann folgt eine Schicht aus Reis und im Inneren befindet sich ein Kern aus Fisch, Avocado, Gurke oder einem anderen Gemüse.  

  2. Nigiri: Sushi-Stücke, bei denen der Belag – z. B. Thunfisch, Surimi oder Garnelen – oben auf einem Ballen Reis liegt.

  3.  Temaki: Sushi in Tütenform, häufig prall gefüllt mit frischen Zutaten und Salat.

  4.  California Rolls: Große Inside-out-Rollen, bei denen sich der Reis auf der Außenseite befindet, dann folgen die Algen und in der Mitte befindet sich die Füllung.

  5.  Sashimi: Große Fischfilet-Stücke, die ohne Reis serviert werden.

Mit Stäbchen oder einfach mit der Hand?

In Japan wird Sushi mit den Fingern gegessen. In den USA und in Europa hat es sich durchgesetzt, dieses klassische Fingerfood mit Stäbchen zu essen. Hierzulande ist daher beides legitim. Tabu sind allerdings Messer und Gabel.

Wenn du dich für Stäbchen entscheidest, solltest du ein paar Dinge unbedingt beachten:

  1. Das Sushi wird niemals mit dem Stäbchen aufgespießt.

  2. Reibe die Stäbchen vor dem Essen nicht aneinander. Das suggeriert dem Gastgeber, dass die Stäbchen von schlechter Qualität sind.

  3. Zeige nie mit Stäbchen auf jemand anderen. Das gilt als unhöflich.

  4. Reiche niemals ein Sushi von Stäbchen zu Stäbchen an einen anderen Gast weiter. Dies wird in Japan ausschließlich bei Beerdigungsritualen gemacht. Lege das Sushi also auf der Platte des anderen ab.

  5. Lege die Stäbchen immer parallel zur Tischkante unterhalb des Tellers auf das Bänkchen.

  6. Stecke die Stäbchen niemals senkrecht in die Schüssel mit Reis. Auch das macht man nur bei einem buddhistischen Bestattungsritual.

Beim Sushi-Essen sollte man einiges beachten. (Bild: Getty)
Beim Sushi-Essen sollte man einiges beachten. (Bild: Getty)

Mische niemals Wasabi und Soja-Soße

Zum Würzen werden beim Sushi-Essen Wasabi und Sojasoße serviert.

Wasabi ist eine Paste aus grünem Meerrettich, die scharf und würzig schmeckt. Oft hat der Sushi-Meister das Sushi schon bei der Zubereitung mit der perfekten Dosis Wasabi gewürzt. Daher ist es (zumindest in Japan) unhöflich, große Mengen Wasabi zu ordern. Probiere das erste Stück Sushi am besten immer ohne Wasabi. Danach kannst du es mit einer kleinen Menge nachwürzen. Dafür stippst du das Stäbchen dezent in den Wasabi und streichst eine kleine Menge vorsichtig auf den Fisch.

Auf keinen Fall darfst du den Wasabi und die Sojasoße mischen. Tust du es doch, erhältst du eine „Gewürzmischung“ im immer gleichen Verhältnis. Das ist aber wenig sinnvoll, da verschiedene Sushi unterschiedlich gewürzt werden sollten.

Die Reihenfolge geht also so: Du nimmst ein kleines Stückchen Wasabi mit dem Stäbchen, bestreichst damit das Sushi und dann dippst du das Sushi in die Sojasoße.

Dippe nicht den Reis, sondern den Fisch in die Sojasoße

Auch bei der Sojasoße gilt: Weniger ist mehr. Der Geschmack der Sojasoße ist sehr dominant und salzig. Bei Sushi-Essen steht aber der Geschmack des Fisches im Vordergrund. Zuviel Sojasoße zerstört das geschmackliche Gleichgewicht von Fisch, Reis, Wasabi und Nori-Blatt.

Da sich der Reis zu sehr mit Sojasoße vollsaugen würde, dippe nicht den Reis in die Soße, sondern immer nur den Fisch oder das Noriblatt. Andernfalls zerfällt das Sushi meist und einzelne Reiskörner fallen unschön in die Soße.

Übrigens: In Japan hat Sojasoße etwa den gleichen Stellenwert wie anderswo guter Wein. Daher gilt seine Verschwendung als Sünde.

Ingwer neutralisiert den Geschmack zwischen zwei Sushi

Als drittes steht noch Ingwer (Gari) auf dem Tisch. Und der hat genau eine Funktion: Der Ingwer soll zwischen zwei Stück Sushi den Geschmack neutralisieren, um die verschiedenen Aromen und Noten besser wahrzunehmen. Auf keinen Fall gehört der Ingwer auf ein Stück Sushi oder wird gleichzeitig mit einem Stück Sushi gegessen. Auch in der Sojasoße hat der Ingwer nichts zu suchen.

Abbeißen darfst du nur das Temaki

Wenn du dein Sushi noch korrekt (nach)gewürzt hast, kannst du mit dem Essen loslegen. Die meisten Sushi-Stücke sind klein genug, so dass man sie komplett in den Mund nehmen kann. Zumal das Abbeißen von kleinen Stücken in Japan ohnehin verpönt ist. Lediglich Temaki-Sushi sollte man abbeißen, da es einfach zu groß ist. Zwischen den Bissen wird das Stück aber niemals zurück auf den Teller gelegt.

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