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"Es sind diese Momente, die in kein Stadion der Welt gehören"

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"Es sind diese Momente, die in kein Stadion der Welt gehören"
"Es sind diese Momente, die in kein Stadion der Welt gehören"

Nach 93 Minuten war die Erleichterung nach getaner intensiver Arbeit spürbar bei der Frankfurter Eintracht. West Ham United hatte dem Team alles abverlangt, der 2:1-Erfolg im Europa-League-Hinspiel war hart erkämpft.

Die Profis bedankten sich beim mitgereisten Anhang, sie klatschten mit der vordersten Reihe ab, zudem flogen einige Trikots in die Kurve. Die aus den Boxen so laut dröhnende Musik verhinderte das Aufkommen einer besonderen Atmosphäre. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Europa League)

Stattdessen ermahnte die Sicherheitssprecherin: „Liebe Eintracht-Fans, bleiben Sie bitte noch im Block. Wenn Sie auf die Toilette müssen, geht das nur in Begleitung eines Ordners oder Polizisten.“

Ohrenbetäubender Lärm: Beide Teams sind heiß auf die Europa League

Die Reise nach London, das war den Fans und Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt schon vor Betreten des Fliegers klar, würde nicht mit der nach Barcelona zu vergleichen sein. Während der Trip an das Mittelmeer einem Urlaubsaufenthalt gleichkam, wartete mit West Ham United diesmal ein Gegner, der ähnlich heiß auf den Gewinn der Europa League ist.

Im pickepackevollen London-Stadium war die Stimmung unter den 60.000 Besuchern deshalb auch von Minute eins an aufgeheizt. Der Lärm? Ohrenbetäubend auf beiden Seiten, eine normale Konversation war teilweise nicht ohne Erhebung der Stimme machbar. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Europa League)

Die Eintracht-Fans sorgten schon weit vor Anpfiff für eine erste Provokation, als sie geschlossen am Stadion ankamen und einen gemeinsamen Fan-Marsch, der wenige Kilometer vom Stadion entfernt begann, zelebrierten.

Fanmarsch beeindruckt Fans der „Hammer“

Die Anhängerschaft der „Hammers“ war nicht nur wütend, sondern auch beeindruckt. „Wow, that‘s amazing“ staunten mehrere Fans und zückte ihre Smartphones, um Bilder und Videos von der Menschenmasse, die sich ganz langsam auf das Stadion zubewegten, zu machen. Großen Anteil am geregelten Ablauf hatte die klar auftretenden Polizisten und Ordner, die keinerlei Anzeichen der Aggressivität zeigten. Ihnen gebührt großer Respekt in diesen hitzigen Stunden.

Andere Widerstände sorgten für größeren Unmut. West Ham blieb bei den Einlasskontrollen restriktiv. Dass es nicht noch mehr als die offiziell durch das UEFA-Kontingent zugesprochenen 3.000 Frankfurter Zuschauer wurden, lag auch an den klaren Anordnungen der Security.

Sie verlangten nach Ausweisen und wer deutscher Staatsbürger war, durfte auch ohne Eintracht-Fanutensilien nicht in die neutralen Blöcke und musste in Pubs gehen, um die Partie zu sehen.

Eintracht- und West-Ham-Fans mit Choreographien

Damit nicht genug. Die Musik im Stadion war übermäßig laut, die Stadionregie tat alles dafür, dass die Hessen nicht zu hören waren. Die Fans von West Ham ließen sich in diesem wichtigen Duell zudem nicht lumpen. Das bordeauxrote Zentrum des Vereinswappens mitsamt der beiden weißen Hämmer wurde von hellblauen Streifen eingerahmt und überdeckte die imposante Haupttribüne. Die Feuerfontänen davor bildeten ebenfalls die überkreuzten Hämmer in kürzesten Abständen ab.

Der komplett – wie zuvor schon in Barcelona - weiß gekleidete Frankfurter Block, der in einen Ober- und Unterrang geteilt war, antwortete mit einem schwarz-weißen Fahnenmeer. Zwei Traditionsklubs – zwei Choreographien. Auch der letzte Zuschauer hatte nun verstanden, worum es ging.

Das kultige Vereinslied von West Ham, „I‘m forever blowing bubbles“, sangen die Fans der „Hammers“ leidenschaftlich und sorgten so für Gänsehautstimmung im weiten Rund. Die Seifenblasen-Maschinen am Seitenrand liefen auch fernab des Songs unentwegt weiter. Will da ein Klub förmlich, dass Träume platzen? Naja...

Unschöne Szenen und Angst bei Journalisten

Deutlich überspannt wurde der Bogen Mitte der ersten Halbzeit. Plötzlich vibrierten die Smartphones, zwei ARD-Kollegen wurden angegriffen und baten um Hilfe. Es sind diese Momente, die in kein Stadion der Welt gehören. Die restlichen Journalisten verhielten sich danach mucksmäuschenstill, die Angst vor Übergriffen war greifbar. So zuckte ein weiterer Kollege zusammen. (News: ARD-Reporter in London attackiert)

Zwei West-Ham-Anhänger kamen näher und blickten auf den Laptop. Sie erkannten aber schnell, dass sie mit der deutschen Sprache nicht viel anfangen konnten und gingen weiter. Wahnsinn – und so zuvor glücklicherweise noch nicht erlebt.

Das Duell im östlichen Teil von London war eine neue Erfahrung. Im Vergleich zu den vorherigen Europapokalpartien in Sevilla und Barcelona wehte für alle Beteiligten ein anderer Wind: Etwas härter, robuster und deutlich emotionaler ging es zu.

Hexenkessel bei West Ham United

Waren die spanischen Vertreter eher gelassen unterwegs, so streckten sich die Fanlager von West Ham und Frankfurt und sorgten für Gänsehautatmosphäre. Vor allem im ersten Durchgang, als die Partie teilweise sehr zerfahren und wild war, wechselte der Lärmpegel der einzelnen Fangruppen so schnell wie der Ballbesitz.

Dadurch entstand ein Hexenkessel – obwohl Feld und Tribünen noch durch eine Laufbahn getrennt waren. Stimmungstechnisch jedenfalls zeigten beide Fanlager – einzelne Spinner ausgeklammert - Champions League im Halbfinale der Europa League. Und nebenbei hat die Eintracht mit dem 2:1-Sieg die Tür Richtung Finale weit aufgestoßen.

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