So großartig reagiert die Otto Group auf einen rassistischen Tweet

Hannah KlaiberFreie Journalistin
Yahoo Finanzen

Wenn es um diskriminierende oder rassistische Aussagen in den sozialen Netzwerken geht, stehen Marken und Unternehmen immer wieder vor der gleichen Herausforderung: Darauf eingehen und den Aussagen damit mehr Aufmerksamkeit verschaffen oder solche Statements ignorieren? Für die Social-Media-Verantwortlichen von Otto hat sich diese Frage nicht gestellt.

Die Social-Media-Verantwortlichen von Otto haben auf einen rassistischen Tweet reagiert. (Bild: Getty Images)
Die Social-Media-Verantwortlichen von Otto haben auf einen rassistischen Tweet reagiert. (Bild: Getty Images)

Darf man den Informationen auf dem Profil von "Paula" auf Twitter Glauben schenken, ist sie oder er "so weit rechts, dass ich links schon wieder um die Ecke komme" und zudem “Mitglied der AfD”. Untermauert werden diese Angaben von einer Vielzahl an diskriminierenden, rechtspopulistischen bis hin zu rassistischen Posts. Ein solcher wurde von "Paula" auch an das Versandhaus Otto adressiert:

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Beigefügt wurde diesem menschenverachtenden Post auch noch ein Screenshot einer E-Mail, die "Paula P." offensichtlich an das Service-Team von Otto verschickt hatte. Darin heißt es unter anderem: "… Da aber über 90 % aller Werbungen Farbige zeigen, kann nicht davon ausgegangen werden, dass es sich dabei um einen Zufall handelt, dass dem Verbraucher eine Welt gezeigt wird, in der auch immer Farbige zugegen sind." Otto habe mit der Abbildung der People of Color "klar gemacht, dass sie nur afrikanische Kunden haben wollen."

Die Social-Media-Verantwortlichen des Versandhauses entschieden sich dazu, diesen rassistischen Post nicht zu ignorieren, sondern sich ganz klar zu positionieren:

Für dieses Statement erhielt Otto in wenigen Stunden über 5.700 Likes – mehr als 1.000 Nutzer kommentierten diesen Post bislang:

Wo Otto mit "Paula" einen Kunden verloren hat, kommen nach dieser klaren Kante offensichtlich viele neue hinzu:

Mit dem Tweet setzt die Otto Group übrigens nicht zum ersten Mal ein klares Zeichen gegen Rassismus. In den vergangenen Jahren unterstützte das Unternehmen immer wieder Aktionen gegen Menschenverachtung – wie beispielsweise "Hamburg steht auf!" im Rahmen der "Internationalen Woche gegen Rassismus" und setzt sich zudem stark für das Thema “Diversity” ein.

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