So spektakulär ist die Formel E

Andreas Reiners
Sport1

Die Formel E geht in ihre sechste Saison und möchte den nächsten Schritt aus dem Schatten der Formel 1 machen.

Mit dabei ist auch ein ehemaliger deutscher Formel-1-Pilot, und zwei deutsche Hersteller versuchen sich ebenfalls in der Rennserie. (Alles zur Formel E auf SPORT1)

SPORT1 hat alle Informationen zum Saisonstart.

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- Die Besonderheiten der Formel E

Die Hersteller nennen es gerne "Wette auf die Zukunft". Elektromobilität ist in aller Munde, und die Rennserie wirkt wie ein hippes Startup-Unternehmen mit einem speziellen Coolnessfaktor dank der kompakten Eintages-Veranstaltungen inmitten von Millionen-Metropolen.

Bedeutet: Mehr Fannähe, ein anderes Pubikum, eine andere Zielgruppe. Und klar: Es geht leiser zu, was Motorsport-Puristen seit Jahren kritisieren.


Beim Start 2014 wurde sie zwar noch belächelt, inzwischen hat sie sich als Alternative mit alternativen Antrieben in der Motorsport-Welt längst etabliert, die Hersteller rennen der Serie förmlich die Bude ein. Zur sechsten Saison zogen auch zwei deutsche Hersteller nach.

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 - Neue Hersteller der Formel E

Porsche und Mercedes sind zur Saison 6 eingestiegen. Ergibt mit insgesamt zehn Herstellern, zwölf Teams und 24 Autos das größte Starterfeld in der noch jungen Geschichte der Serie. 

Beide gesellen sich unter anderem zu den deutschen Konkurrenten Audi und BMW. Während Mercedes der Einstieg durch die HWA-Saison ein wenig erleichtert wurde, ist es für Porsche ein Sprung ins kalte Wasser. Aber keine Frage: Der Autobauer aus Zuffenhausen kann bei dem neuen Projekt auf jahrelange Erfahrung und Erfolge von der Langstrecke zurückgreifen.

"Wir haben uns in den vergangenen eineinhalb Jahren hochkonzentriert auf diesen Moment vorbereitet, haben das Porsche Formel-E-Projekt gemeinsam vorangetrieben und damit ein Zeichen für zukunftsweisende Motorsport-Aktivitäten gesetzt. Als Team sind wir bestens vorbereitet und starten optimistisch in unsere Debütsaison, in der es für uns viel zu lernen gilbt", sagte Fritz Enzinger, Leiter Porsche Motorsport und Konzern-Motorsport Volkswagen AG.


Das vorsichtig formulierte Ziel: Podiumsplätze zum Saisonende hin. Andre Lotterers Schritt von einem Meisterteam zu einem Neuling wirkt seltsam. "Auf kurze Sicht mag es so aussehen, als wäre der Wechsel ein Schritt zurück. Schließlich lasse ich das amtierende Meisterteam hinter mir", erklärt Lotterer: "Aber ich glaube an Porsche und das gesamte Team. Vielleicht können wir aus diesem einen Rückschritt zwei Schritte nach vorn machen."

- Die prominentesten Fahrer-Wechsel

Es hat sich einiges getan, schließlich mussten auch Porsche und Mercedes die Cockpits besetzen. Lotterer verließ Techeetah und schloss sich Porsche an, was den Stein ins Rollen brachte.

Antonio Felix da Costa ging von BMW zu Techeetah, BMW verpflichtete daraufhin Maximilian Günther, der damit Dragoin den Rücken kehrte. Dort heuerte dann wiederum DTM-Vizemeister Nico Müller an.

Neben Lotterer setzt Porsche auf den Schweizer Neel Jani. Mercedes hatte bekanntlich durch das HWA-Team in Saison 5 eine Art "Probelauf". Der Belgier Stoffel Vandoorne bleibt an Bord, daneben wird Nyck de Vries (Niederlande) im Silberpfeil an den Start gehen.

- Deutsche Fahrer in der Formel E

Neben Lotterer gibt es in Saison 6 mit Pascal Wehrlein (Mahindra), Maximilian Günther (BMW) und Daniel Abt (Audi) noch drei weitere deutsche Fahrer. Die Mischung ist dabei durchaus interessant.

Der 37 Jahre alte Routinier Lotterer, der in seine dritte Saison geht. Youngster Günther (22), der nach seinem Rookie-Jahr jetzt bei BMW durchstarten will und ebenso das Potenzial für Überraschungen hat wie Wehrlein.


- Die Favoriten

Allen voran gehört natürlich der amtierende Champion Jean-Eric Vergne, der sich bereits zweimal den Titel sichern konnte, zu den Anwärtern. Doch wenn eines sicher ist in der Formel E, dann dass nichts sicher ist.

2018/19 gab es in den ersten acht Rennen acht verschiedene Sieger, im Schnitt holten in den einzelnen Saisons stets sechs verschiedene Fahrer mindestens einen Sieg. In der vergangenen Saison lag Vergne nach dem fünften Rennwochenende noch außerhalb der Top 5. Konstanz ist das Zauberwort.

Heißt: Klare Favoriten gibt es nicht, in den engsten Kreis gehören aber Routiniers wie Sebastien Buemi (Nissan), Lucas di Grassi (Audi) oder Sam Bird (Virgin). 

- Das sind die Strecken

Es wird wieder eine Welttournee durch zwölf Orte auf fünf Kontinenten. Der Startschuss erfolgt am 22./23. November 2019 mit einem "Double-Header" in Saudi-Arabien, in Riad werden zwei Renen ausgetragen. 
Danach kommen Rennen in Santiago de Chile (18. Januar 2020), Mexiko-Stadt (15. Februar 2020), Marrakesch (29. Februar 2020) und Sanya (21. März 2020), ehe die Serie nach Europa kommt und in Rom (4. April 2020) und Paris (18. April 2020) gastiert. Hier finden Sie den gesamten Rennkalender der Formel E.


Danach feiert die Formel E ihr Debüt in der Millionen-Metropole Seoul (3. Mai 2020), es folgt die Premiere des Jakarta ePrix (6. Juni 2020).

Am 21. Juni 2020 steigt aus deutscher Sicht mit dem Berlin ePrix der Höhepunkt der Saison, das Rennen steigt wie gewohnt auf dem alten Flughafengelände Tempelhof. Danach macht die Serie noch einen Abstecher nach New York (11. Juli 2020), ehe das Finale in London mit einem erneuten "Double-Header" (25./26. Juli 2020) über die Bühne geht.

- Die Regeln der Formel E

Für 2019/20 wurde das Reglement verfeinert. Bei dem in der Vorsaison eingeführten Attack Mode gibt es nun mehr Zusatzleistung, eine Aktivierung ist nicht mehr während einer Full-Course-Yellow- oder Safety-Car-Phase möglich.


Neu ist auch, dass den Fahrern während dieser Phasen Energie abgezogen wird, damit Piloten, die vorher nicht auf das Energiemanagement geachtet hatten, durch das Sparen während der Phasen nicht mehr "belohnt" werden.

Mehr Punkte gibt es auch, und zwar einen für jeden schnellsten Fahrer einer Qualifying-Gruppe. Weiterhin gibt es drei für die Pole und einen für die schnellste Rennrunde. Theoretisch sind so für einen Fahrer maximal 30 Punkte pro Rennen zu holen.

- Die Formel-E-Autos

In der vergangenen Saison wurden die sogenannten Gen2-Autos mit einem Einheitschassis eingeführt, mit ihnen wird auch in dieser Saison gefahren. Erst nach der Saison 2021/22 soll es neue Autos geben.

Die Motorleistung ist in der Formel E gedeckelt. Der Elektromotor leistet bis 250 Kilowatt, was im Qualifying-Modus 340 PS entspricht. Der Bolide beschleunigt in 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h. Im Rennmodus sind es 200 kW beziehungsweise 272 PS.

So können Sie die Formel E LIVE verfolgen:

TV: Eurosport
Stream: zdf.de/sport
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