Social Media: Hamilton erhielt Unterlassungsforderung von Ecclestone

Maria Reyer
motorsport.com

Mit 23,6 Millionen Fans auf sozialen Netzwerken ist Lewis Hamilton auch online der Spitzenreiter. Der Mercedes-Pilot hat das Potenzial von Facebook, Twitter, Instagram und Co. früh erkannt und seine Abonnentenzahlen in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert. Das brachte ihm jedoch den Ärger von Ex-Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone ein.

Einen "Stapel" Anwaltsbriefe habe Hamilton bei der Übernahme von Liberty Media dem neuen Rechteinhaber gezeigt, diese habe der Brite für Verstöße auf Social Media von Ecclestone zugesandt bekommen. Das verrät Formel-1-Digitalchef Frank Arthofer bei 'RaceFans.net'.

Hamilton war ein bekennender Gegner der restriktiven Online-Politik von Ecclestone, er widersetzte sich mehrfach den strengen Richtlinien des Briten. "Eine großartige Geschichte, die mir mein Boss Sean Bratches erzählt hat: Als Liberty die Formel 1 gekauft hat, traf er sich ganz am Anfang zum Mittagessen mit Lewis Hamilton", erzählt Arthofer.

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"Lewis hat einen Stapel Briefe mit Unterlassungsforderungen von Bernie Ecclestone mitgebracht", ergänzt er. Hamilton habe unter anderem Videoclips von Onboard-Aufnahmen auf seinem Instagram-Account gepostet, was laut Ecclestone rechtlich nicht erlaubt gewesen sei.

Mit mittlerweile fast 24 Millionen Fans auf den drei großen Plattformen ist Hamilton der mit Abstand erfolgreichste Fahrer im Netz. Liberty Media weiß um die Wichtigkeit seiner Marke und lockerte gleich zu Beginn der Übernahmen 2017 die Bestimmungen für die Social-Media-Nutzung.

"Lewis ist der größte Star in der Geschichte des Sports", schwärmt der Formel-1-Digitalboss. Mit seinen vielseitigen Interessen habe Hamilton auch großes Potenzial in anderen Themenbereichen, wie Musik oder Lifestyle. Die Zusammenarbeit mit den Piloten, um den Sport online noch populärer zu machen, hat sich Liberty zu einem großen Ziel gesteckt.

"Das ist eine sehr wichtige Komponente unserer Strategie und womöglich erst noch in den Kinderschuhen." Da Ecclestone einen sehr restriktiven Kurs in Sachen neue Medien verfolgt und seine Einnahmen auf TV-Rechte beschränkt hat, sah Liberty Media in diesem Bereich eine große Chance, um das Image des Sports zu verbessern.

Zwar habe Ecclestone die Grundlage für den großen Erfolg der Königsklasse gelegt, es jedoch verabsäumt, in die Zukunft des Sports zu investieren. "Er hat nicht in Bereiche wie Digitales investiert, die zwar nicht sofort Profit abwerfen, aber großes langfristiges Potenzial aufweisen."

Das Investment in soziale Netzwerke scheint sich auszuzahlen: Die Formel 1 selbst hat seit 2017 ein starkes Wachstum ihrer Followerzahlen hingelegt. Von acht Millionen Fans im März 2017 stieg die Zahl bis November 2019 rapide an, auf 21,6 Millionen. Allein im Vergleich zum Vorjahr schaffte die Marke eine Steigerung um knapp 30 Prozent.

Mit Bildmaterial von LAT.

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