Solidaritätsaktion für Barista: Erst beschimpft, dann beschenkt

Moritz PiehlerFreier Autor
Yahoo Nachrichten Deutschland

Weil er eine Kundin ohne Maske nicht bediente, erntete ein Barista aus San Diego zunächst einen Shitstorm. Und dann eine überwältigende Solidaritätskampagne.

Auch bei Starbucks gelten Maskenpflicht und Abstandsregeln. (Symbolbild: Getty)
Auch bei Starbucks gelten Maskenpflicht und Abstandsregeln. (Symbolbild: Getty)

Auch in den USA gilt in Restaurants und Cafés Maskenpflicht wegen der Corona-Pandemie. Doch viele US-Amerikaner zweifeln an den Maßnahmen und protestieren gegen die Corona-Beschränkungen in ihren Bundesstaaten. Oder sie weigern sich schlicht, sich daran zu halten. Mit genau so einer Kundin bekam es Lenin Gutierrez zu tun, der in der kalifornischen Küstenstadt San Diego als Barista in einer Starbucks-Filiae arbeitet. Gutierrez verhielt sich gemäß der Vorschriften und bediente Amber Lynn Gilles nicht, die ohne Maske in das Café kam. Diese beschwerte sich daraufhin auf Facebook und postete ein Foto des Baristas. Dazu schrieb Gilles: “Darf ich vorstellen, Lenen (sic) von Starbucks, der mir die Bedienung verweigerte, weil ich keine Maske trage.” Dann drohte sie damit, nächstes Mal mit den Cops aufzutauchen. Ihr Post wurde über 47.000 mal geteilt.

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Doch sie hatte nicht mit der Solidarität vieler anderer User gerechnet. Denn ihr Beschwerdepost bekam auch ziemlich viel Gegenwind. Und er setzte eine Unterstützungskampagne in Gang, mit der vor allem Gutierrez niemals gerechnet hätte. Auf der Crowdfunding-Plattform GoFundMe startete nämlich ein Nutzer namens Matt Cowan eine Sammelaktion für den Barista. Zu der Geschichte postete er die Begründung: “Wir sammeln Geld für Lenin für sein ehrenhaftes Eintreten für seine Prinzipien, als ihm eine Karen in der Wildnis begegnete.” Mit “Karen” werden umgangssprachlich weiße Frauen bezeichnet, die sich lautstark über vermeintlich ungerechte Behandlung echauffieren und gerne mit der Polizei drohen.

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Schon nach ein paar Tagen kamen dort mehr als 17.000 US-Dollar, umgerechnet etwa 15.000 Euro zusammen. Mit so viel Unterstützung hatte der Gründer der Kampagne selbst nicht gerechnet. Das Ziel hatte er zunächst bei 1.000 US-Dollar gesetzt, sagte Cowan dem Lokalsender KGTV. “Ich wäre schon glücklich gewesen, wenn wir 250 Dollar erreicht hätten.” Aber hier kämen nun Leute zusammen, um jemanden zu unterstützen, der einfach tut, was er tun sollte und versucht, alle anderen zu schützen, erklärte Cowan die überwältigende Unterstützung. “Es zeigt einfach, dass es viele gute Menschen da draußen gibt, die gegen das Schlechte überwiegen.”

Der so großzügig bedachte Gutierrez postete am Dienstag ein Video auf seiner Facebook-Seite, in dem er allen Spendern dankte. In dem Video erzählt Lenin Gutierrez auch noch mal seine Version der Begegnung mit der Kundin, die ihn beschimpft und andere Kunden als “Schafe” bezeichnet habe.

Das Geld will er nun nutzen, um als Tanzlehrer zu arbeiten und Kinder und Jugendliche zu unterrichten. Das hatte er auch vor der Corona-Pandemie gemacht und durch die Spenden könne er sich nun noch besser seinem Traum widmen, sagte Gutierrez in dem emotionalen Video.

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