Sportmediziner warnt: "Infektion kann Karriereende sein"

Sportinformationsdienst
Sport1

Der geplante Neustart der Bundesliga könnte für die Fußballer enorme gesundheitliche Konsequenzen haben.

Sportmediziner Wilhelm Bloch von der Deutschen Sporthochschule Köln warnt vor möglichen Folgeschäden einer Coronavirus-Infektion. "Ein Sportler sollte sich schon Gedanken darüber machen, dass eine Infektion das Karriereende sein kann", sagte Bloch im Sportschau-Interview. 

Auch bei jungen Menschen ohne Vorerkrankungen kann Covid-19 einen schweren Krankheitsverlauf entwickeln. Dies geschehe, so vermuten Virologen, wenn eine hohe Dosis des Virus aus der Luft gleich in die Lunge eingeatmet werde und die Infektion nicht im Rachen, sondern sofort in der Lunge beginne.

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Bloch: "Man muss den Sportler schützen"

"Wenn man richtig am Schnaufen ist, erhöht sich der Gasaustausch um den Faktor 15 bis 20 - über die Atemfrequenz und dadurch, dass man 3,5 Liter Atemvolumen hat, Profisportler noch mehr. Das bedeutet, man atmet richtig tief in die Lunge hinein", sagte Bloch: "Und dort ist direkt der Ort, an dem schwere Schädigungen stattfinden können." 

Mit Blick auf die Pläne der Deutschen Fußball Liga (DFL) für Mannschaftstraining und Spielbetrieb sagte der Sportmediziner: "Man muss schon den Sportler schützen. Gehe ich also das Risiko ein auf eine schwerwiegende Infektion mit Lungenbeteiligung und möglicherweise dem Karriereende? Dieses ist ja zumindest nicht auszuschließen."


Die Politik entscheidet am Mittwoch in einer Videoschalte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder über die Wiederaufnahme der Spiele in der 1. und 2. Bundesliga ohne Zuschauer.

Lesen Sie auch