Sprengt Jota Liverpools Traum-Trio?

Philip Kearney
·Lesedauer: 3 Min.

Seit 2017 versetzt das Trio Roberto Firmino, Sadio Mané, Mohammed Salah die gegnerischen Abwehrreihen in Angst und Schrecken.

Doch damit könnte jetzt Schluss sein. Denn Neuzugang Diogo Jota bahnt sich an, das kongeniale Trio aufzubrechen.

Der Portugiese, der im Sommer für stolze 45 Millionen aus Wolverhampton kam, lieferte bei den Reds bislang ab - und wie!

Jota schießt Liverpool an Tabellenspitze

Bei seinem Debüt für Liverpool wurde der 23-Jährige in der 80 Minute eingewechselt, erzielte keine zehn Minuten später die Vorentscheidung.

Drei Spieltage später netzte Jota erneut, diesmal zum Sieg gegen Sheffield, der angesichts der vorangegangenen Liga-Ergebnisse - 2:7 Schlappe gegen Aston Villa und 2:2 im Derby gegen Everton - immens wichtig für die Reds war.

Wenige Tage später zeigte Jota in der Champions League seine Qualitäten als Dosenöffner, als er zur Führung beim 2:0-Sieg gegen Midtjylland traf.

Die vorläufige Krönung der Jota-Show folgte dann am letzten Samstag, als der Portugiese von der Bank kommend Liverpool in der 85. Minute gegen West Ham nicht nur zum Sieg, sondern auch zurück an die Tabellenspitze schoss.

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Experten fordern Stammplatz für Jota

Mit seinen Top-Leistungen im Trikot der Reds weckte der 23-Jährige die Phantasien mehrerer Experten auf der Insel.

Graeme Souness, ehemaliger Kapitän des LFC, sagte am Sky-Mikrofon: "Ich kann mir gut vorstellen, dass er Firmino seinen Stammplatz streitig machen wird."

Dem pflichtete auch Liverpool-Legende Jamie Carragher bei: "Ich glaube nicht, dass irgendjemand danach schreit, Firmino aus der ersten Elf zu nehmen, aber Bobby Firmino strahlt keine große Torgefahr aus."

Ähnlich äußerte sich Ex-Sturm-Riese Peter Crouch gegenüber der englischen Tageszeitung Daily Mail. "Ich war der Meinung, dass Firmino ein Spieler ist, den Jürgen Klopp niemals aus dem Team nehmen würde, aber aufgrund der derzeitigen Form, steht der Liverpool-Trainer vor einer großen Entscheidung."

Carragher fordert mehr Tore von Firmino

Die Experten sind sich also einig. Wenn einer der drei etatmäßigen Angreifer für Jota weichen muss, dann Mittelstürmer Roberto Firmino.

Tatsächlich läuft es bei dem Brasilianer seit geraumer Zeit nicht rund. In den letzten 19 Spielen erzielte der Angreifer lediglich zwei Tore. Viel zu wenig für einen Stürmer, der für einen der besten Vereine der Welt startet.

Carragher forderte deshalb mehr Output von Firmino, auch wenn er dessen allgemeine Bedeutung für das Spiel der Reds nicht unterschlagen wollte. "Er steht zeitweise aufgrund verschiedener Aspekte seiner Spielweise auf dem Platz und ich denke, dass das unter anderem sein Pressing ist. Er ergänzt sich gut mit den Außenspielern, aber du willst trotzdem Tore und Vorlagen von ihm."

Sind Mané und Salah unantastbar?

Ein Bankplatz für Flügelflitzer Mané oder Torjäger Salah steht derweil in England nicht zur Debatte. Das dürfte nicht zuletzt an den starken Scorer-Quoten des Flügel-Duos liegen.

Sadio Mané, immerhin ehemaliger Torschützenkönig in der Premier League, steht nach neun Einsätzen bereits bei vier Toren und zwei Vorlagen.

Noch besser läuft es bei Mo Salah. Der Ägypter netzte in dieser Saison bereits achtmal, erzielte fast die Hälfte (sieben) aller Premier-League-Tore der Reds (fünfzehn).

Überwiegt am Ende das Risiko?

Vieles deutet also auf einen eins-zu-eins-Wechsel - Jota für Firmino - hin. Einen großen Makel hätte der Tausch jedoch. Da Jota kein gelernter Stürmer ist, müsste im Angriff mächtig rotiert werden.

Dabei wäre die Besetzung des Sturmzentrums noch das kleinste Problem. Denn Salah bewies in der Vergangenheit bereits des Öfteren, dass er auch an vorderster Front stürmen kann.

Dadurch wären jedoch wiederum beide Außenbahnen vakant. Auf den ersten Blick kein Problem, schließlich sind Mané und Jota beide Flügelspieler. Allerdings sind beide auf der linken Seite zuhause.

Das heißt im Umkehrschluss. Einer von Jota oder Mané müsste seine Lieblingsposition aufgeben. Dies könnte sich wiederum auf die jeweilige Leistung des Betroffenen und somit auch auf den Gesamtoutput des Angriffstrios auswirken. Ein Risiko wäre eine Beendigung der Big Three daher allemal.