Nach Statement: Formel 1 erntet Shitstorm in sozialen Medien

Stefan Ehlen
motorsport.com

"Absagen! Sofort!" Das ist der Tenor in den sozialen Medien, wenn es um den Australien-Grand-Prix in Melbourne geht, den Auftakt der Formel-1-Saison 2020 (hier im Liveticker verfolgen!). Denn inzwischen ist bekannt, dass das Coronavirus im Fahrerlager angekommen ist. Den ersten bestätigen Fall gab es bei McLaren, das sich daraufhin vom Rennwochenende zurückzog.

Die Formel 1 reagierte mit einem kurzen Statement: "Formel 1 und FIA stehen in engem Kontakt mit [McLaren] und koordinieren die nächsten Schritte mit allen relevanten Behörden. Priorität hat für uns die Sicherheit von Fans, Teams und allen Mitwirkenden am [Rennwochenende]."

Eben diese Kurznachricht veröffentlichte die Formel 1 unter anderem auf Twitter. Dort setzte sofort ein Shitstorm ein. "Wenn [die Sicherheit] wirklich Priorität hätte, dann wäre das Rennen schon längst abgesagt", schreibt ein User. An anderer Stelle heißt es: "Eure einzige Priorität ist Geld" oder "Geld regiert die Welt".

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Fans fordern Formel 1 zur Absage auf

Für viele Beobachter in den sozialen Netzwerken ist es "offensichtlich", dass die Formel 1 das Rennen absagen "muss". Andere fordern die Rennserie zum "raschen Handeln" auf.

Die Fans jedenfalls scheinen den Eiertanz satt zu haben: "Diese vagen Ankündigungen sind einfach nur nervig. Verschickt einfach nur ein klares Statement, damit alle wissen, was wirklich los ist", heißt es in einer weiteren Antwort auf den Formel-1-Tweet.

In einer anderen Meinungsäußerung wird Bezug genommen auf eine Aussage von Sebastian Vettel. Der viermalige Weltmeister hatte angedeutet, die Fahrer könnten sich für eine Absage stark machen.

Kritik vor allem an der Formel-1-Führungsetage

Nun ist auf Twitter zu lesen: "Sagt [das Rennen] jetzt ab, sonst kommen euch die Fahrer zuvor. Ihr wollt doch sicher nicht, dass sie eure Entscheidung treffen und euch beschämen, nicht wahr?"

Überhaupt kommen die Formel-1-Verantwortlichen nicht gut weg: "Proaktiv zu sein ist besser als zu reaktiv sein. Die Verantwortlichen von MotoGP und Formel E haben sich in dieser schrecklichen Situation viel besser verhalten." Beide Rennserien hatten zuletzt Rennen verlegt beziehungsweise abgesagt, darunter den MotoGP-Auftakt in Katar.

Eine letzte Breitseite folgt und gibt wieder, was viele Beobachter angesichts etlicher abgesagter Großveranstaltungen weltweit denken: "Wenn euch die Sicherheit der Menschen wirklich so wichtig wäre, dann hättet ihr die Reise nach Australien gar nicht erst angetreten."

Das Rennen an sich hatte zuletzt auch Weltmeister Lewis Hamilton in Frage gestellt. Er empfindet es als "schockierend", dass der Grand Prix nicht abgesagt werde. Die Formel 1 mache ungeachtet der restlichen Welt "einfach weiter", weil "Cash is King", wie es Hamilton ausdrückt.

Mit Bildmaterial von LAT.

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