Statt Monaco-GP: Charles Leclerc rast für Filmremake allein durchs Fürstentum

Juliane Ziegengeist
motorsport.com

Am kommenden Wochenende hätte eigentlich der Grand Prix von Monaco stattfinden sollen. Doch wegen der Corona-Krise musste das prestigeträchtige Rennen durch die engen Straßen des Fürstentums abgesagt werden - und das zum ersten Mal seit 66 Jahren. Ein wenig Formel-1-Flair wird es dort aber trotzdem geben.

Denn wie französische Medien übereinstimmend berichten, soll niemand Geringeres als Ferrari-Pilot Charles Leclerc im Rahmen von Dreharbeiten auf eine kleine Spritztour gehen. Demnach wird ein Remake des Kurzfilms "C'etait un rendez-vous" gedreht, den der Regisseur Claude Lelouch 1976 aufnahm und veröffentlichte.

Er zeigt eine neunminütige Highspeed-Fahrt durch Paris, die in einer einzigen Einstellung ohne Spezialeffekte aufgenommen wurde, und zwar mit einer Kamera, die an der Vorderseite eines Mercedes 450 SEL 6.9 befestigt war. Lelouch soll damals selbst am Steuer gesessen und mit mehr als 200 km/h durch Paris gefegt sein.

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Die halsbrecherische Fahrt, die damit endet, dass der Pilot seine Freundin an der berühmten Kirche Sacre Ceour trifft, sorgte seinerzeit für jede Menge Aufregung. Vor allem die Pariser Behörden waren wenig beeindruckt. Schließlich war Lelouchs Antrag, die Straßen der Hauptstadt für Dreharbeiten zu sperren, abgelehnt worden.

Das kümmerte den Regisseur jedoch nicht, er realisierte sein Projekt trotzdem. Die Polizei nahm ihn daraufhin kurzzeitig fest und beschlagnahmte seinen Führerschein, der ihm jedoch rasch wieder ausgehändigt wurde. Soweit dürfte es bei den Dreharbeiten zum Remake an diesem Wochenende mit Leclerc aber nicht kommen.

Wie die monegassischen Behörden bestätigt haben, werden die Straßen von Monaco am Sonntagmorgen zwischen 6:45 und 9 Uhr für den Auto- und Fußgängerverkehr gesperrt sein, damit der Formel-1-Pilot bei der Aufzeichnung der neuen Szenen freie Bahn hat. In welchem Wagen er sitzen wird, ist noch nicht offiziell bekannt.

Es wird sich aber sehr wahrscheinlich - anders als damals - um einen Ferrari handeln. Ein solcher diente im Original übrigens als Soundkulisse. Weil Lelouch den Motorensound ansprechender fand, ließ er einen Ferrari 275 GTB genau dieselbe Strecke abfahren, um die eigentliche Tonspur des Mercedes 450 SEL 6.9 damit zu ersetzen.

Mit Bildmaterial von LAT.

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