Neymar kommen Zweifel

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Neymar kommen Zweifel
Neymar kommen Zweifel

„Ich weiß nicht, wie lange ich das noch ertragen kann. Ich möchte einfach nur glücklich sein und Fußball spielen.“ Mit diesen Worten prangerte Superstar Neymar im Frühjahr 2021 den Umgang der Öffentlichkeit mit seiner Person an.

Mit seiner jüngsten Ankündigung, seine internationale Karriere möglicherweise nach der WM 2022 in Katar beenden zu wollen, ließ Neymar die Fußballwelt nun erstaunt zurück.

Zwar äußerte sich der Brasilianer nicht zum ersten Mal zu einem möglichen Karriereende, der Zeitpunkt lässt jedoch Fragen aufkommen.

Denn nicht nur sportlich läuft es für den 29-Jährigen in dieser Saison unrund, auch die anhaltenden Unruhen im Starensemble von Paris dürften derzeit auf die Stimmung drücken.

Neymar kommen Zweifel

Doch der Reihe nach: Bereits im Herbst 2017 kündigte der damals frisch gekürte teuerste Spieler aller Zeiten an, seine Karriere in seiner Heimat beim brasilianischen Erstligisten Palmeiras beenden zu wollen: „Ich weiß nicht, was in Zukunft passiert, aber es wäre eine große Ehre, nach Brasilien zurückzukehren.“

So weit, so normal für einen Fußballer.

Im Januar 2021 erzählte Neymar dem Magazin Giffer dann, dass es Momente gab, in denen er nicht mehr weiterspielen wollte. „Einmal war ich an dem Punkt, an dem ich mich gefragt habe, warum ich Fußball spielen sollte, wenn es den Leuten nicht gefällt“, offenbarte der Stürmer damals.

Und nur wenige Wochen später holte er zu einem Rundumschlag gegen seine Kritiker aus, nachdem sich der Weltstar in einem Spiel so sehr verletzte, dass er das anstehende Champions-League-Duell der Pariser mit dem FC Barcelona und damit seine Rückkehr ins Camp Nou verpasste.

Neymar wütet gegen Kritiker

„Ich weiß nicht, ob ich das Problem bin oder was ich auf dem Feld mache. Es macht mich traurig, den Spielern, den Trainern, Kommentatoren oder dieser ver*** Nummer 4 (Jason Ngouabi Lougagui, Anm. d. Red.) zuhören zu müssen, die sagen: ‚Er muss wirklich geschlagen werden‘, ‚Jammerlappen‘, ‚Göre‘, ‚verwöhnt‘ und so weiter“, wütete der Olympiasieger von 2016, der in der besagten Pokalpartie gegen Caen unter anderem von Ngouabi Lougagi so malträtiert worden war, dass er anschließend einen Monat aussetzen musste.

Das und die permanenten Vorwürfe, er sei ein Schwalbenkönig, gingen nicht spurlos am Brasilianer vorbei.

Zumal dessen Verletzungshistorie wohl ebenso belastend sein muss wie die Anschuldigungen der Fußballwelt: Satte 86 Spiele verpasste der Stürmer für seinen Klub seit seinem Wechsel zu Paris Saint-Germain im Jahr 2017.

Die jüngsten Aussagen von Neymar könnten also nur das Resultat einer langen Reihe von Frustrationen sein, an dessen Ende möglicherweise auch das vorzeitige Ende seiner internationalen Vereinslaufbahn steht.

Historische Chance in der Champions League

Doch dieses vorzeitige Ende scheint nicht nur angesichts seines bis 2025 laufenden und prächtig dotierten Vertrags bei den Parisern unwahrscheinlich. Auch die personelle Konstellation bei seinem Arbeitgeber könnte den Champions-League-Sieger von 2015 trotz der Spannungen zuletzt umstimmen.

Neymar hatte sich hartnäckig für einen Wechsel von Lionel Messi zu Paris Saint-Germain eingesetzt. Die beiden verbindet seit ihrer gemeinsamen Zeit beim FC Barcelona eine enge Freundschaft, wie der Brasilianer vor zwei Jahren wissen ließ. Nun haben sie die Gelegenheit, dort anzuknüpfen, wo sie einst bei den Katalanen aufhörten - ein lang gehegter Traum des Brasilianers.

Fraglich also, ob sich Neymar die Gelegenheit entgehen lassen wird, noch möglichst oft gemeinsam mit seinem Freund auf höchstem Niveau auf dem Platz zu stehen.

Neben dem argentinischen Superstar finden sich bei PSG ja jede Menge weitere Weltklassespieler - von Gianluigi Donnarumma über Sergio Ramos bis hin zu Kylian Mbappé.

In dieser Konstellation sind die Pariser einer der Top-Favoriten auf die Champions League in dieser Saison, könnten mit Trainer Mauricio Pochettino erstmals in ihrer Vereinsgeschichte den Titel holen.

Und auch das Fußballspiel an sich könnte den Brasilianer noch zum Umdenken bewegen, wie er in der Vergangenheit selbst zu Protokoll gab. So gab er zu, dass es „die Liebe zum Fußball“ war, die ihn immer wieder umstimmte, wenn in ihm Zweifel aufkamen.

Genau das dürfte seine Fans auf der ganzen Welt beruhigen. Denn so emotional Neymars Äußerungen auch sind, sind sie vor allem Ausdruck tiefer Leidenschaft für den den Fußball. Davon scheint der Ausnahmekicker immer noch mehr als genug zu haben.

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