Stefano Domenicali: Gerüchte über Ferrari-Teamchef "unfundiert"

Stefan Ehlen
motorsport.com

Ob er je versucht habe, zu Ferrari zurückzukehren, wird Stefano Domenicali vom 'Corriere della Sera' gefragt. Es folgt eine klare Antwort: "[Meine] mögliche Rückkehr nach Maranello bleibt ein unfundiertes Gerücht." Doch das liege einfach in der Natur der Sache, was das Formel-1-Traditionsteam Ferrari anbelange, meint Domenicali weiter.

Nachrichten über Ferrari seien nämlich schlichtweg "unkontrollierbar". Eine kleine Unterhaltung unter Bekannten werde womöglich zu einer dicken Schlagzeile aufgeblasen. Er spreche zum Beispiel häufig mit Ferrari-Präsident John Elkann. Das müsse aber nicht bedeuten, dass er selbst bald wieder bei Ferrari arbeite.

"Wir kennen uns seit Jahren", erklärt Domenicali. "Und ich kenne Ferrari schon mein ganzes Leben lang. Natürlich unterhält man sich da, aber wir sprechen über die zentralen Fragen der Automobil-Welt."

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Für Domenicali steht Lamborghini auf der Pole-Position

Das hat auch einen Grund: Domenicali steht inzwischen dem italienischen Sportwagen-Hersteller Lamborghini als Geschäftsführer vor, und damit einem direkten Konkurrenten von Ferrari. Man bedient die gleiche Branche, trifft sich auf Messen und hat ähnliche Interessen.

Ein Interesse von Domenicali galt von klein auf dem Motorsport. Das ist wenig verwunderlich: Der heute 54-Jährige stammt aus Imola, wo über Jahrzehnte der San-Marino-Grand-Prix der Formel 1 ausgetragen wurde. Diesen Bezug hat Domenicali nie verloren, auch nicht nach dem Ende seiner Ferrari-Karriere im Jahr 2014.

Deshalb wurde Domenicali dazu befragt, wie er die Leistung seines (nicht direkten) Nachfolgers Mattia Binotto bei Ferrari einschätzt. Und Domenicali findet lobende Worte: "Ich bin überzeugt davon, dass er sowohl als Technischer Direkter als auch als Teamchef gute Arbeit geleistet hat."

Lob für Ferrari-Teamchef Binotto

Binotto habe sich betont rasch in die Doppelrolle eingefügt, sagt Domenicali. "Er lernte schnell dazu und hat Geschick bewiesen." Binotto könne darüber hinaus auch Maß halten, zum Beispiel in Sachen Fahrermanagement.

Domenicali verweist explizit auf die Formel-1-Saison 2019 mit dem packenden Stallduell zwischen Charles Leclerc und Sebastian Vettel: "Vergangenes Jahr musste [Binotto] viel Energie investieren, um die Fahrer zu bändigen. Champions respektieren nicht immer die Marschrichtung des Teams, vor allem nicht, wenn jeder seine eigenen Ziele verfolgt."

Es liege allerdings in der Natur der Formel 1, dass sich die komplette Aufmerksamkeit auf die Fahrer konzentriere. Diesem Umstand müsse dann auch hinter den Kulissen Rechnung getragen werden, sagt Domenicali. Diese Aufgabe habe Binotto bislang gut gelöst.

Binotto hat 2019 die Position des Ferrari-Teamchefs von Maurizio Arrivabene übernommen, der seinerseits 2014 anstelle von Marco Mattiacci in die Spitzenrolle geschlüpft war. Mattiacci hatte nur wenige Monate lang die Scuderia-Geschicke geleitet, nachdem Domenicali das Unternehmen verlassen hatte.

Mit Bildmaterial von LAT.

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