Suárez' Aussage lässt tief blicken: Barca-Coach wackelt

Martin van de Flierdt
Sport1

Für Quique Setién wird es eng. Womöglich ist der Punkt auch schon überschritten, an dem der Trainer des FC Barcelona seine Zukunft bei den Katalanen noch bestimmen kann.

Das zumindest schreibt das Portal Goal, demzufolge Setiéns Ausscheiden beim aktuellen Tabellenzweiten von La Liga nach der Saison bereits beschlossene Sache sei.

Der erst im Januar als Nachfolger von Ernesto Valverde verpflichtete Trainer habe in seiner gut halbjährigen Tätigkeit das seltene Kunststück vollbracht, sowohl die Vereinsführung als auch die Mannschaft gegen sich aufzubringen.

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Nach dem dürftigen 2:2 bei Kellerkind Celta Vigo, das Real Madrid am Wochenende dazu nutzte, einen Zwei-Punkte-Vorsprung auf Barca herauszuarbeiten, war es in der Kabine offenbar zu hitzigen Diskussionen gekommen.


Dabei sollen zum einen taktische Maßgaben Setiéns eine Rolle gespielt haben, in denen die Spieler die Ursache für den späten Ausgleichstreffer Vigos durch Iago Aspas (88.) sahen.

Suárez reagiert abweisend auf Taktikfrage

"Für die Analyse fragen Sie die Trainer", antwortete Luis Suárez nach der Partie schroff auf eine entsprechende TV-Nachfrage. "Wir geben alles auf dem Feld, aber es bleibt der Eindruck, dass wir in dieser Saison anders als in den Vorjahren auswärts weiter wichtige Punkte liegen lassen."

Zum anderen kritisieren die Spieler, dass Setién häufig seine Assistenten Eder Sarabia oder Fran Soto vorschicke und nicht selbst mit ihnen spreche. Nach Informationen der klubnahen Zeitung Mundo Deportivo missfällt besonders den Schwergewichten Leo Messi und Suárez Sarabias Verhalten.

Auf TV-Bildern des Spiels in Vigo ist deutlich zu erkennen, wie Sarabia Messi in einer Trinkpause taktische Anweisungen zu geben versuchte. Der Argentinier weigerte sich aber, ihm zuzuhören.

Setién frustriert - Xavi in den Startlöchern?

Setién gab am Montag zu, dass es am Tag nach dem Vigo-Spiel eine intensive Aussprache mit der Mannschaft gegeben habe.

"Wir haben über viele Themen gesprochen", sagte der 61-Jährige. "Worauf wir uns konzentriert haben, ist der Fußball. Denn da müssen wir besser werden."


Es sei aber richtig, "dass unsere Situation für Nervosität sorgt und uns ein bisschen frustriert". Jeder müsse nun eben sein Ego ein wenig zurücknehmen, damit Barca wieder eine gute Mannschaft werde. Für ihn sei ansonsten aber alles im Rahmen des Normalen.

Die örtlichen Medien sehen das anders. Sie sind übereinstimmend der Meinung, dass selbst Titelgewinne in La Liga oder der Champions League die Risse in der Beziehung zwischen Barca und Setién nicht mehr kitten könnten.

Zumal sich mit Klublegende Xavi schon ein aussichtsreicher Kandidat für das Erbe in Stellung gebracht hat. "Meine größte Hoffnung ist es", sagte der langjährige Spielmacher der Sport, "Barca zu trainieren und den Klub wieder in die Erfolgsspur zu führen".

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