Stepanow: "Denken immer noch, das Richtige getan zu haben"

SID
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Whistleblower Witali Stepanow bereut nicht, mit seinen Aussagen den Doping-Skandal um Russland ins Rollen gebracht zu haben. Mit seiner Frau Julia Stepanowa, einer früheren Weltklasseläuferin, hatte der ehemalige Mitarbeiter der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA 2014 in dem ARD-Film "Wie Russland seine Sieger macht" die Doping-Praktiken im Riesenreich angeprangert.

"Wir denken immer noch, dass wir das Richtige getan haben, und dass wir gesagt haben, was wir wissen, dass wir ehrlich waren", sagte Stepanow der ARD. "Leider kommt die jetzige Generation von Sportlern noch nicht wirklich in den Genuss dieser Fairness, aber möglicherweise die nächste, unsere Kinder", sagte Stepanow, bevor der Internationale Sportgerichtshof CAS am Donnerstag eine zweijährige Sperre für Russland aussprach.

Stepanow, der mittlerweile vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) unterstützt wird, musste lange auf Hilfe durch das IOC warten. Die Olympische Bewegung weise komplizierte Strukturen auf, "und ich denke, manchmal, um sicherzustellen, dass sie zusammenhält, muss man offenbar eben auch Betrügern gestatten, Teil dieser Bewegung zu sein."

Mittlerweile sehe er aber Anzeichen beim IOC unter Präsident Thomas Bach für eine positive Entwicklung. Er habe "auch beim IOC-Präsidenten gespürt, dass er wirklich versucht, dass alles funktioniert, dass der Sport so fair und so sauber wie möglich ist", sagte Stepanow: "Aber er muss auch immer im Hinterkopf behalten, dass sie Geld brauchen, um die Olympische Bewegung zu organisieren."

Das Paar lebt heute an einem geheimen Ort in den USA, allerdings ohne dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Angst hätten sie nicht, beteuerte Stepanow, "weil wir nicht in Russland sind." Man habe nicht vor, "jemals wieder nach Russland zurückzukehren."