Steuerhinterziehung: Staatsanwaltschaft fordert 24 Jahre Haft für Sito Pons

Gerald Dirnbeck
motorsport.com

Sito Pons wird von den Behörden in Spanien Steuerhinterziehung vorgeworfen. Dem Besitzer des Moto2-Rennstalls Pons-Racing wird von der Steuerfahndung angelastet, zwischen 2010 und 2014 mehr als 2,7 Millionen Euro am Fiskus vorbeigeschleust zu haben.

Laut einem Bericht der spanischen Tageszeitung 'ABC' wirft die Staatsanwaltschaft Pons vor, in diesem Zeitraum Scheinfirmen betrieben zu haben. Außerdem soll der heute 60-Jährige vorgegeben haben, in Monaco und London gelebt zu haben.

Die Steuerfahnder wollen beweisen können, dass Pons seinen Lebensmittelpunkt in Barcelona hatte. Die Staatsanwaltschaft fordert als Strafe 24 Jahre Gefängnis plus zwölf Millionen Euro. Pons soll auch die ausständigen 2,7 Millionen Euro an Steuern rückwirkend bezahlen.

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Bereits vor wenigen Jahren wurde in den Panama Papers enthüllt, dass Pons eine Firma auf den Britischen Jungferninseln und eine auf den Niederländischen Antillen registriert hatte. Die Basis des Teams befindet sich allerdings in Castellbisbal, einer Kleinstadt in der Provinz Barcelona.

Pons-Racing zählt zu den Spitzenteams der Moto2-Klasse

Pons-Racing zählt zu den Spitzenteams der Moto2-Klasse <span class="copyright">Motorsport Images</span>
Pons-Racing zählt zu den Spitzenteams der Moto2-Klasse Motorsport Images

Motorsport Images

Von Spanien aus soll er über diese Scheinfirmen das Moto2-Team und das ehemalige Team in der Renault-Worldseries gemanagt haben. Zwischen 2010 und 2012 soll Pons vorgegeben haben, in einem gemieteten Apartment in Monaco gelebt zu haben.

Zwischen 2012 und 2014 soll er dann in einer Wohnung in London gewohnt haben. Laut Staatsanwalt soll Pons aber nur unmittelbar an Rennwochenenden in diesen Wohnungen gewesen sein.

Wasser- und Gasrechnungen sollen zeigen, dass diese Apartments die meiste Zeit unbewohnt waren. Außerdem will man mit Kreditkartenrechnungen und Handynutzung belegen, dass sich Pons vorrangig in Barcelona aufgehalten hat.

Die Anwälte von Pons weisen die Anschuldigungen zurück und sprechen von einer "unverhältnismäßig hohen" Strafandrohung. Das zeigt ihrer Meinung nach, dass die Staatsanwaltschaft und die Steuerbehörde ein "Exempel statuieren" wollen.

Pons fuhr zwischen 1981 und 1991 in der Motorrad-WM. 1988 und 1989 wurde er Weltmeister der 250er-Klasse. Insgesamt konnte der Spanier 15 von 110 Rennen gewinnen. Seit 1992 gibt es den Rennstall Pons-Racing, der auch lange Jahre in der Königsklasse aktiv war. 2013 gewann das Team mit Pol Espargaro die Moto2-WM.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

Lesen Sie auch