Stiftung Warentest: Die günstigste elektrische Zahnbürste reinigt die Zähne am besten

Willy FlemmerFreier Autor für Yahoo

Elektrische Zahnbürsten sind laut Zahnärzten die bessere Alternative. Dafür muss man aber auch viel Geld ausgeben. Oder doch nicht? In einem Test von Stiftung Warentest hat die günstigste Zahnbürste das beste Reinigungsergebnis erzielt.

Stiftung Warentest hat elektrische Zahnbürsten im Preis von bis zu 100 Euro getestet. (Bild: Getty Images)
Stiftung Warentest hat elektrische Zahnbürsten im Preis von bis zu 100 Euro getestet. (Bild: Getty Images)

Elektrische Zahnbürsten werden von Zahnärzten empfohlen. Auf dem riesigen, unübersichtlichen Markt steht der Verbraucher jedoch vor der Qual der Wahl: Welches Modell soll es sein? Muss es ein teures Markenprodukt sein oder reicht auch eine günstige Zahnbürste vom Discounter? Wie soll der Bürstenkopf reinigen, rotierend oder doch lieber pulsierend? Und: Ist ein Akku besser oder eine Batterie? Die Kaufentscheidung erleichtern kann auch das Testergebnis von Stiftung Warentest. Die Verbraucherorganisation hat elf Zahnbürsten zwischen 8 und 100 Euro getestet. Das Ergebnis: Auch eine günstige elektrische Zahnbürste kann eine gute sein.

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Der Testsieger

Testsieger wurde jedoch keine der billigen Zahnbürsten, sondern eine, die im oberen Preisspektrum angesiedelt ist. Die Pro 900 Sensi Ultra Thin von Braun Oral-B für rund von 95 Euro schneidet mit der Gesamtnote 1,9 am besten ab. Die Zahnbürste mit dem oszillierend-rotierenden und pulsierenden Kopf hat die Tester vor allem hinsichtlich der Qualität der Zahnreinigung überzeugt. Hier erreicht die Pro 900 Sensi Ultra Thin mit 1,7 eine gute Note. Die Handhabung des Geräts, wozu unter anderem Eigenschaften wie Handlichkeit, Benutzung an schwer erreichbaren Stellen, Geräusch, Gerätereinigung, Putzzeitsignal und die Betriebszeit pro Batterieladung gehören, fällt mit 2,4 ebenfalls gut aus. Und auch in puncto Haltbarkeit und Umwelteigenschaft erhält das Modell eine gute (2,0) Bewertung.

Dass teuer nicht unbedingt gut sein muss, beweist das zweite Markenprodukt. Die Sonicare 4500 Protective Clean von Philips wird laut dem Testergebnis ihrem Namen nicht gerecht. Die Schallzahnbürste für durchschnittlich 88 Euro macht die Zähne eben nicht "sauber", sie entfernt die Beläge allenfalls mit einem befriedigenden Ergebnis (3,2). Das wirkt sich auf die Gesamtnote von 3,2 aus – trotz guter Handhabung (2,3) und gutem Ergebnis (2,0) in Haltbarkeit und Umwelteigenschaften. Damit belegt die Sonicare den letzten Rang. >>> Hier kaufen

Bild: Getty Images
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Besser, wenn auch nicht überragend schneiden die drei anderen Markenprodukte ab, die Schallzahnbürste von Grundig (Platz acht) und die beiden anderen Braun-Modelle Oral B Pro 2 2000N und Oral B Pro 700 Tiefenreinigung. Erstere Zahnbürste erreicht nach guten Ergebnissen hinsichtlich Zahnreinigung (2,2), Handhabung (2,5) sowie Haltbarkeit und Umwelteigenschaften (2,0) die gute Gesamtnote 2,3. In einem Punkt lässt dieses Gerät die anderen locker hinter sich. Die Schallzahnbürste mit fünf Putzprogrammen hat die Tester mit ihrem Klang überzeugt. Sie spuckt, so Stiftung Warentest, im wahrsten Sinne des Wortes "große Töne". Brauns Oral B Pro 2 2000N landet mit der Gesamtnote 2,2 auf Platz vier, während ihre Schwester-Zahnbürste Oral B Pro 700 Tiefenreinigung mit der Note 2,3 etwas schwächer abschneidet und sich damit mit Rang 7 zufriedengeben muss.

Ein insgesamt gutes Gesamtergebnis erreicht im Test auch das teuerste Modell. Die SonicSmile von Silk'n für durchschnittlich 100 Euro erreicht mit einer Gesamtnote 2,1 Platz drei. Zwar fällt die Handhabung des Geräts allenfalls befriedigend aus (Note 2,6). Dafür loben die Tester, dass die SonicSmile mit zwei unterschiedlichen Bürstenaufsätzen aufwartet und fünf verschiedene Putzeinstellungen bietet, darunter die Massage-Funktion.

Die Preisleistungshelden

Die eigentlichen Helden aber sind die günstigen Modelle. Die Dontodent Akku-Zahnbürste Active Professional von dm für den mittleren Ladenpreises von 16 Euro erreicht mit der Gesamtnote 2,1 sogar den zweiten Platz. In der Handhabung des Geräts gibt es hier und da ein paar Kritikpunkte. Für die Gerätereinigung und die Stand- bzw- Liegefestigkeit etwa vergeben die Tester nicht mehr als die Note befriedigend. Dafür reinigt die Active Professional die Zähne gut und bietet darüber hinaus zwei Putzeinstellungen, den Reinigungs- und den Sensitivmodus. Zudem wartet sie mit einer Andruck-Kontrolle auf, die den Benutzer bei zu festem Druck mit einem Leuchtsignal warnt. Diesbezüglich übertrifft die Active Professional sogar so manches teure Markenprodukt, etwa die bereits erwähnten Braun-Modelle Oral B Pro 2 2000N und Oral B Pro 700 Tiefenreinigung.

Bild: Getty Images
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Ähnlich fällt das Urteil über das zweite Billiggerät im Bunde aus. Auch die Budnident Akku-Zahnbürste Total Clean Professional von Budnikowski hat die Tester unter anderem mit der Andruck-Kontroll-Funktion und den zwei unterschiedlichen Putzeinstellungen überzeugt. Die Gesamtnote des Geräts, das mit 16 Euro genauso günstig ist wie das dm-Modell, liegt bei 2,2. Das reicht für Platz 5.

Der große Preisleistungssieger ist aber die Nevadent Professional Care von Lidl (derzeit nicht verfügbar auf lidl.de). Die batteriebetriebene Zahnbürste mit rotierendem Kopf bringt es auf den stolzen Ladenpreis von durchschnittlich nur 8 Euro, reinigt im Vergleich zu den anderen Testgeräten dennoch am besten. In dieser wichtigen Kategorie erreicht das Gerät des Discounters die Note sehr gut (1,4). Das Fazit der Tester: "Das günstigste Modell reinigt die Zähne top". Auf dem Ranking kommt die Zahnbürste dennoch nur auf Platz sechs, denn einige Minuspunkte gab es in den Kategorien Handhabung, Haltbarkeit und Umwelteigenschaft.

Die namenlosen Mittelklässler

Und dann hat Stiftung Warentext noch zwei Geräte unter die Lupe genommen, die weder einen klangvollen Namen haben, noch sonderlich günstig sind. Das Ergebnis ist durchwachsen. Die medicals elektrische Slim-Schallzahnbürste von Newgen ist neben dem Gerät von Philips das zweite mit einem befriedigenden Gesamtergebnis (Note 2,9). Immerhin reinigt diese rund 30 Euro teure Zahnbürste besser als das teure Markenprodukt. Note: 2,7. In Sachen Haltbarkeit und Umwelteigenschaften kommt die medicals jedoch nicht über die Note 3,9 hinaus. Insgesamt reicht die Leistung nur für Platz 10. Die rotierende Zahnbürste von Happybrush schließlich landet mit der guten Gesamtnote 2,4 auf Platz 9. Wie die SonicSmile von Silk'n ist auch diese Zahnbürste dank USB-Kabel und Netzadapter der perfekte Reisebegleiter, so das Urteil von Stiftung Warentest.

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