Stiftung Warentest prüft Reiseportale

(Bild: Getty)
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Reisen über das Internet zu buchen, ist wunderbar bequem. Aber klappt das auch bei allen Anbietern ohne Probleme? Stiftung Warentest hat 15  Portale überprüft. Acht schnitten „gut“ ab.

Urlaub soll Entspannung und Erholung bringen. Umso schöner, wenn auch die Buchung stressfrei verläuft. Bequem von zu Hause aus, geht das über Reisportale.

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Stiftung Warentest hat sechs Anbieter mit Angebotsschwerpunkt Hotels und neun mit Schwerpunkt Ferienwohnungen überprüft. Die Tester verglichen Trefferlisten, checkten Preise und stornierten gebuchte Reisen wieder. Ergebnis: Auf dem überwiegenden Teil der Portale klappte alles ganz gut.

Wohin soll die Reise gehen?

Die Suche auf den Portalen gestaltet sich auf den ersten Blick meist einfach. Reiseziel und -zeitraum  eingeben und schon stehen Dutzende Unterkünfte zur Wahl. Doch nach welchen Kriterien werden die Treffer angezeigt? Bedeutet eine Auszeichnung „Top-Empfehlung“ oder „Der beste Deal des Tages“, dass ein Angebot besonders günstig oder gut ist?

Nein, sagt Stiftung Warentest: „Es kann auch vorkommen, dass Hotels für ihre Platzierung bezahlt haben. Expedia schreibt ,Gesponsert‘ auf solche Einträge, außerdem steht da: Die gezahlte Kommission beeinflusse ,möglicherweise unsere Sortierfolge‘. Bei Booking.com weist du ein Daumen auf Sponsoring hin – die Erklärung erscheint erst, wenn die Maus darüberfährt. Andere erklären ihre Listen gar nicht.“

Suchergebnisse nicht immer gleich

Zudem würden nicht alle Kunden die gleichen Suchergebnisse erhalten. Anhand von Cookies  und Browser-Verlauf würden die Portale die digitalen Spuren der Nutzer auswerten. So solle der Geschmack der Suchenden gleich möglichst gut getroffen werden.

Deshalb rät Stiftung Warentest, nicht einfach das zu buchen, was das Portal als bestes Angebot ausspuckt, sondern lieber die Ergebnisliste noch einmal neu zu sortieren, etwa nach Preis oder Kundenbewertung.

Nicht unter Druck setzen lassen

Einige Portale würden ihren Kunden zudem den Eindruck vermitteln, als sei das Angebot denkbar knapp. Rote Banner oder Anmerkungen wie „Nur noch 2 zu diesem Preis“ sollen Nutzer unter Druck setzen und dazu bringen, schnell zu buchen. Für solche „Knappheitsindikatoren“ vergab Stiftung Warentest bei der Bewertung Minuspunkte.

Tipp der Experten: Ist das Traumhotel auf einem Portal ausgebucht, kann es sich lohnen, auf einem anderen zu schauen. Denn die Angabe „kein Zimmer mehr verfügbar“ dürfe sich nur immer auf das jeweilige Portal beziehen. Oft lohne es sich auch, Hotels und Gastgeber direkt zu kontaktieren.

Alle Portale für Hotels sind gut

Unter den sechs geprüften Portalen für Hotels schnitten alle Kandidaten mit „Gut“ ab. Testsieger ist Expedia, knapp gefolgt von Booking.com und Hotels.com. Buchen und Stornieren klappte bei allen Anbietern „gut“ und „sehr gut“. Positiv bewerteten die Prüfer, dass Booking.com und Hotel DE (Platz 4) von Anfang an immer alle Zusatzkosten wie lokale Steuern oder Kurtaxen berücksichtigten.

Nur zwei Portale für Ferienwohnungen überzeugten

Unter den neun Portalen mit Schwerpunkt Ferienwohnungen bewertete Stiftung Warentest nur zwei mit dem Qualitätsurteil „Gut“. Den Testsieg teilen sich jeweils mit der Wertung 2,4 Airbnb und FeWo-direkt.

Negativ beurteilten die Experten bei einigen Anbietern vor allem die Bewertungen für Objekte, da nicht klar sei, wie sich diese zusammensetzen. Deutliche Mängel in den AGB stellten die Prüfer zudem bei den Portalen Atraveo, BestFewo, E-Domizil und Tourist-online fest.

Fazit von Stiftung Warentest:  Auf den Hotel-Portalen bucht es sich, von kleinen Schwächen abgesehen, entspannt.  Bei den Anbietern für Ferienwohnungen funktionierte Buchen und Stornieren ordentlich, doch Kleingedrucktes und Kundenbewertungen ließen zu wünschen übrig.

Den vollständigen Bericht von Stiftung Warentest zum Thema „Buchungsportale“ finden Sie hier (kostenpflichtig).

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