Straf-Verkauf? Wie Dembélé Barca in Atem hält

Martin Hoffmann
Sport1
Es ist wahrscheinlich ein gutes Zeichen für Ousmané Dembélé, dass die Sache so lange unter Verschluss blieb.Es dauert mehrere Wochen, ehe an die Öffentlichkeit drang, dass sich der frühere Hoffnungsträger des BVB beim FC Barcelona wieder eine Disziplinlosigkeit geleistet haben soll.Mal wieder zu spät beim Training sei er gewesen im Vorfeld des Pokalfinals am 25. Mai, mehrfach sogar. Das berichtet AS, ein Medium aus Madrid, das dem großen Rivalen Real tendenziell näher steht als Barca.Verbunden mit der Behauptung, dass der Klub dem Offensiv-Wirbler aus Frankreich angedroht hätte, ihn zu verkaufen, sollte er seine Einstellung nicht ändern.Eine ernstzunehmende Drohung? Auch der BVB stichelte schonZur Erinnerung: Dembélé hatte schon im vergangenen Herbst und Winter mehrfach für Verspätungs-Wirbel gesorgt.Im November 2018 warf ihn Trainer Ernesto Valverde für ein Spiel aus dem Kader, trotzdem folgten weitere Vorfälle. Die Frage, ob der hochbegabte Flügelstürmer sich durch sein Verhalten außerhalb des Platzes eine große Karriere verbaute, war vor allem in den spanischen Medien ein Dauerthema.Auch Ex-Klub Borussia Dortmund, wo Dembélé mit dem Wechseltheater im Sommer 2017 verbrannte Erde hinterließ, setzte eine genüssliche Spitze."Jetzt, da er in Barcelona spielt, bei einem der größten Klubs der Welt, treten diese Disziplinlosigkeiten offenbar immer noch auf", hielt Manager Michael Zorc in der FAZ fest. "Ich nehme mit Erleichterung zur Kenntnis, dass das also keine Sache war, die irgendetwas mit den Verhältnissen hier beim BVB zu tun hatte."Jetzt das aktuelle Trikot des FC Barcelona bestellen - hier geht's zum Shop! | ANZEIGE In Spaniens Medien Dauer-ThemaIn Spanien beschäftigten sich die zahlreichen, auf Fußball spezialisierten Zeitungen, Online-Portale und Radiosender intensiv mit Dembélés Eskapaden, sein als kindlich geltendes Gemüt, seine Freizeitgewohnheiten und sein persönlicher Umgang wurden unter die Lupe genommen und in Frage gestellt.Als Grund für die vielen Verspätungen wurde ein Hang zu übertriebenem Serien- und Videospiel-Konsum ausgemacht. Zuletzt sollen die Klub-Bosse durch Kontrollanrufe sichergestellt haben, dass er keine Trainingstermine mehr verschläft - und ihm im Zuge dessen auch verboten haben, sein Handy auszuschalten oder auf lautlos zu stellen.Eine besonders skurrile Anekdote, die damals ans Licht kam: Dembélé soll seinem Kumpel Moustapha Diatta - ihm zuliebe ehemals in der BVB-Reserve engagiert -, monatlich 15.000 Euro zahlen. Einfach dafür, dass er sein Kumpel ist."Die Leute, mit denen er sich umgibt, sind keine Hilfe", erzählte Urbano Ortega, früherer Vize-Sportdirektor des Klubs. Man habe Dembélés Hang zu Disziplinproblemen aber gekannt und in Kauf genommen, als er verpflichtet wurde. Verletzungen nahmen Dembélé aus dem FokusIn der Rückrunde wurde es ruhiger um Dembélé, vor allem auch deshalb, weil Verletzungen ihm die zweite Saisonhälfte verhagelten und andere Themen in den Fokus rückten.Dembélé verpasste 2019 acht von 21 Ligaspielen (und auch das Pokalfinale, vor dem er das Training schleifen ließ), schoss nur noch ein Tor. Zuvor hatte er in 17 Partien 2018 siebenmal getroffen.An Dembélés Fähigkeiten besteht kein Zweifel, bei Barca nutzten sie auch jede Gelegenheit auf sie hinzuweisen - und den Rest als Nebengeräusch darzustellen, das schon verklingen werde.Immer wieder sprachen Coach Valverde und seine Teamkollegen von Dembélé wie Pädagogen von einem schwer erziehbaren Kind. Tenor: Wir kennen seine Probleme, aber dahinter steckt ein guter Junge, ganz sicher. Lionel Messi will "helfen""Wir werden ihm dabei helfen, sich auf den Fußball zu konzentrieren", sagte etwa Superstar Lionel Messi im Dezember in einem Interview mit der Marca. "Er ist ein junger Mann, der sich eingewöhnt in der Stadt und im Klub. Je weniger man darüber redet, desto besser. Es ist wichtig, ihm Ruhe zu lassen."Dembélé habe "seine Fehler schon erkannt und sie korrigiert". Die neuerlichen Vorfälle zeigen aber, dass diese Worte mehr ein Appell waren als eine gesicherte Erkenntnis.Ob er aber wirklich Folgen hat? Nichts ist ausgeschlossen, aber im Moment sieht es nicht so aus: Der Vertrag von Dembélé läuft noch bis 2022, auf dem Höhepunkt des herbstlichen Wirbels ließ Barca verbreiten, dass er nicht zum Verkauf steht. Gerüchte, dass Barca den Fall inzwischen anders bewertet und einen Verkauf anstrebe (von dem auch der BVB finanziell profitieren würde), sind bislang nicht mehr als Gerüchte.Noch scheint Barca den Glauben nicht verloren zu haben, dass Dembélés Potenzial größer ist als seine Mankos.

Straf-Verkauf? Wie Dembélé Barca in Atem hält

Es ist wahrscheinlich ein gutes Zeichen für Ousmané Dembélé, dass die Sache so lange unter Verschluss blieb.Es dauert mehrere Wochen, ehe an die Öffentlichkeit drang, dass sich der frühere Hoffnungsträger des BVB beim FC Barcelona wieder eine Disziplinlosigkeit geleistet haben soll.Mal wieder zu spät beim Training sei er gewesen im Vorfeld des Pokalfinals am 25. Mai, mehrfach sogar. Das berichtet AS, ein Medium aus Madrid, das dem großen Rivalen Real tendenziell näher steht als Barca.Verbunden mit der Behauptung, dass der Klub dem Offensiv-Wirbler aus Frankreich angedroht hätte, ihn zu verkaufen, sollte er seine Einstellung nicht ändern.Eine ernstzunehmende Drohung? Auch der BVB stichelte schonZur Erinnerung: Dembélé hatte schon im vergangenen Herbst und Winter mehrfach für Verspätungs-Wirbel gesorgt.Im November 2018 warf ihn Trainer Ernesto Valverde für ein Spiel aus dem Kader, trotzdem folgten weitere Vorfälle. Die Frage, ob der hochbegabte Flügelstürmer sich durch sein Verhalten außerhalb des Platzes eine große Karriere verbaute, war vor allem in den spanischen Medien ein Dauerthema.Auch Ex-Klub Borussia Dortmund, wo Dembélé mit dem Wechseltheater im Sommer 2017 verbrannte Erde hinterließ, setzte eine genüssliche Spitze."Jetzt, da er in Barcelona spielt, bei einem der größten Klubs der Welt, treten diese Disziplinlosigkeiten offenbar immer noch auf", hielt Manager Michael Zorc in der FAZ fest. "Ich nehme mit Erleichterung zur Kenntnis, dass das also keine Sache war, die irgendetwas mit den Verhältnissen hier beim BVB zu tun hatte."Jetzt das aktuelle Trikot des FC Barcelona bestellen - hier geht's zum Shop! | ANZEIGE In Spaniens Medien Dauer-ThemaIn Spanien beschäftigten sich die zahlreichen, auf Fußball spezialisierten Zeitungen, Online-Portale und Radiosender intensiv mit Dembélés Eskapaden, sein als kindlich geltendes Gemüt, seine Freizeitgewohnheiten und sein persönlicher Umgang wurden unter die Lupe genommen und in Frage gestellt.Als Grund für die vielen Verspätungen wurde ein Hang zu übertriebenem Serien- und Videospiel-Konsum ausgemacht. Zuletzt sollen die Klub-Bosse durch Kontrollanrufe sichergestellt haben, dass er keine Trainingstermine mehr verschläft - und ihm im Zuge dessen auch verboten haben, sein Handy auszuschalten oder auf lautlos zu stellen.Eine besonders skurrile Anekdote, die damals ans Licht kam: Dembélé soll seinem Kumpel Moustapha Diatta - ihm zuliebe ehemals in der BVB-Reserve engagiert -, monatlich 15.000 Euro zahlen. Einfach dafür, dass er sein Kumpel ist."Die Leute, mit denen er sich umgibt, sind keine Hilfe", erzählte Urbano Ortega, früherer Vize-Sportdirektor des Klubs. Man habe Dembélés Hang zu Disziplinproblemen aber gekannt und in Kauf genommen, als er verpflichtet wurde. Verletzungen nahmen Dembélé aus dem FokusIn der Rückrunde wurde es ruhiger um Dembélé, vor allem auch deshalb, weil Verletzungen ihm die zweite Saisonhälfte verhagelten und andere Themen in den Fokus rückten.Dembélé verpasste 2019 acht von 21 Ligaspielen (und auch das Pokalfinale, vor dem er das Training schleifen ließ), schoss nur noch ein Tor. Zuvor hatte er in 17 Partien 2018 siebenmal getroffen.An Dembélés Fähigkeiten besteht kein Zweifel, bei Barca nutzten sie auch jede Gelegenheit auf sie hinzuweisen - und den Rest als Nebengeräusch darzustellen, das schon verklingen werde.Immer wieder sprachen Coach Valverde und seine Teamkollegen von Dembélé wie Pädagogen von einem schwer erziehbaren Kind. Tenor: Wir kennen seine Probleme, aber dahinter steckt ein guter Junge, ganz sicher. Lionel Messi will "helfen""Wir werden ihm dabei helfen, sich auf den Fußball zu konzentrieren", sagte etwa Superstar Lionel Messi im Dezember in einem Interview mit der Marca. "Er ist ein junger Mann, der sich eingewöhnt in der Stadt und im Klub. Je weniger man darüber redet, desto besser. Es ist wichtig, ihm Ruhe zu lassen."Dembélé habe "seine Fehler schon erkannt und sie korrigiert". Die neuerlichen Vorfälle zeigen aber, dass diese Worte mehr ein Appell waren als eine gesicherte Erkenntnis.Ob er aber wirklich Folgen hat? Nichts ist ausgeschlossen, aber im Moment sieht es nicht so aus: Der Vertrag von Dembélé läuft noch bis 2022, auf dem Höhepunkt des herbstlichen Wirbels ließ Barca verbreiten, dass er nicht zum Verkauf steht. Gerüchte, dass Barca den Fall inzwischen anders bewertet und einen Verkauf anstrebe (von dem auch der BVB finanziell profitieren würde), sind bislang nicht mehr als Gerüchte.Noch scheint Barca den Glauben nicht verloren zu haben, dass Dembélés Potenzial größer ist als seine Mankos.

Es ist wahrscheinlich ein gutes Zeichen für Ousmané Dembélé, dass die Sache so lange unter Verschluss blieb.


Es dauert mehrere Wochen, ehe an die Öffentlichkeit drang, dass sich der frühere Hoffnungsträger des BVB beim FC Barcelona wieder eine Disziplinlosigkeit geleistet haben soll.

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Mal wieder zu spät beim Training sei er gewesen im Vorfeld des Pokalfinals am 25. Mai, mehrfach sogar. Das berichtet AS, ein Medium aus Madrid, das dem großen Rivalen Real tendenziell näher steht als Barca.

Verbunden mit der Behauptung, dass der Klub dem Offensiv-Wirbler aus Frankreich angedroht hätte, ihn zu verkaufen, sollte er seine Einstellung nicht ändern.

Eine ernstzunehmende Drohung?

Auch der BVB stichelte schon

Zur Erinnerung: Dembélé hatte schon im vergangenen Herbst und Winter mehrfach für Verspätungs-Wirbel gesorgt.

Im November 2018 warf ihn Trainer Ernesto Valverde für ein Spiel aus dem Kader, trotzdem folgten weitere Vorfälle. Die Frage, ob der hochbegabte Flügelstürmer sich durch sein Verhalten außerhalb des Platzes eine große Karriere verbaute, war vor allem in den spanischen Medien ein Dauerthema.

Auch Ex-Klub Borussia Dortmund, wo Dembélé mit dem Wechseltheater im Sommer 2017 verbrannte Erde hinterließ, setzte eine genüssliche Spitze.


"Jetzt, da er in Barcelona spielt, bei einem der größten Klubs der Welt, treten diese Disziplinlosigkeiten offenbar immer noch auf", hielt Manager Michael Zorc in der FAZ fest. "Ich nehme mit Erleichterung zur Kenntnis, dass das also keine Sache war, die irgendetwas mit den Verhältnissen hier beim BVB zu tun hatte."

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In Spanien beschäftigten sich die zahlreichen, auf Fußball spezialisierten Zeitungen, Online-Portale und Radiosender intensiv mit Dembélés Eskapaden, sein als kindlich geltendes Gemüt, seine Freizeitgewohnheiten und sein persönlicher Umgang wurden unter die Lupe genommen und in Frage gestellt.

Als Grund für die vielen Verspätungen wurde ein Hang zu übertriebenem Serien- und Videospiel-Konsum ausgemacht. Zuletzt sollen die Klub-Bosse durch Kontrollanrufe sichergestellt haben, dass er keine Trainingstermine mehr verschläft - und ihm im Zuge dessen auch verboten haben, sein Handy auszuschalten oder auf lautlos zu stellen.

Eine besonders skurrile Anekdote, die damals ans Licht kam: Dembélé soll seinem Kumpel Moustapha Diatta - ihm zuliebe ehemals in der BVB-Reserve engagiert -, monatlich 15.000 Euro zahlen. Einfach dafür, dass er sein Kumpel ist.

"Die Leute, mit denen er sich umgibt, sind keine Hilfe", erzählte Urbano Ortega, früherer Vize-Sportdirektor des Klubs. Man habe Dembélés Hang zu Disziplinproblemen aber gekannt und in Kauf genommen, als er verpflichtet wurde.


Verletzungen nahmen Dembélé aus dem Fokus

In der Rückrunde wurde es ruhiger um Dembélé, vor allem auch deshalb, weil Verletzungen ihm die zweite Saisonhälfte verhagelten und andere Themen in den Fokus rückten.

Dembélé verpasste 2019 acht von 21 Ligaspielen (und auch das Pokalfinale, vor dem er das Training schleifen ließ), schoss nur noch ein Tor. Zuvor hatte er in 17 Partien 2018 siebenmal getroffen.

An Dembélés Fähigkeiten besteht kein Zweifel, bei Barca nutzten sie auch jede Gelegenheit auf sie hinzuweisen - und den Rest als Nebengeräusch darzustellen, das schon verklingen werde.

Immer wieder sprachen Coach Valverde und seine Teamkollegen von Dembélé wie Pädagogen von einem schwer erziehbaren Kind. Tenor: Wir kennen seine Probleme, aber dahinter steckt ein guter Junge, ganz sicher.

Lionel Messi will "helfen"

"Wir werden ihm dabei helfen, sich auf den Fußball zu konzentrieren", sagte etwa Superstar Lionel Messi im Dezember in einem Interview mit der Marca. "Er ist ein junger Mann, der sich eingewöhnt in der Stadt und im Klub. Je weniger man darüber redet, desto besser. Es ist wichtig, ihm Ruhe zu lassen."

Dembélé habe "seine Fehler schon erkannt und sie korrigiert". Die neuerlichen Vorfälle zeigen aber, dass diese Worte mehr ein Appell waren als eine gesicherte Erkenntnis.

Ob er aber wirklich Folgen hat? Nichts ist ausgeschlossen, aber im Moment sieht es nicht so aus: Der Vertrag von Dembélé läuft noch bis 2022, auf dem Höhepunkt des herbstlichen Wirbels ließ Barca verbreiten, dass er nicht zum Verkauf steht. Gerüchte, dass Barca den Fall inzwischen anders bewertet und einen Verkauf anstrebe (von dem auch der BVB finanziell profitieren würde), sind bislang nicht mehr als Gerüchte.

Noch scheint Barca den Glauben nicht verloren zu haben, dass Dembélés Potenzial größer ist als seine Mankos.

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