Strafe für Brad Binder: KTM-Fahrer räumt Jack Miller beim Start ab

Gerald Dirnbeck
·Lesedauer: 3 Min.

Beim Start zum zweiten MotoGP-Rennen im MotorLand Aragon kam es gleich in der Startphase zu einem Crash zwischen zwei Fahrern. In der Kurvenkombination 1 und 2 fuhr Brad Binder (KTM) im Pulverdampf des Mittelfeldes Jack Miller (Pramac-Ducati) ans Hinterrad. Beide stürzten und purzelten ins Kiesbett.

Beide Fahrer blieben unverletzt. Als Schuldiger für diese Aktion wurde Binder von den Rennkommissaren auserkoren. Der Südafrikaner muss beim nächsten Rennen einmal durch die Long-Lap-Penalty fahren.

Binder nahm nach dem Rennen auch jede Schuld auf sich: "Mein Start war recht okay. Ich bin dann den Richtungswechsel zu Kurve 2 wie eine normale Runde gefahren. Das Feld hat sich aber zusammengeschoben. Es war ein großer Fehler von mir."

"Es tut mir sehr leid, dass ich Jack abgeräumt habe. Es war der zweite große Fehler in diesem Jahr. "Ich habe mich bei ihm entschuldigt. Viel mehr konnte ich nicht sagen. Es war mein Fehler, der leider jemand anderem auch das Rennen gekostet hat."

Durch unterschiedliche Linien ist Binder zu schnell

Bereits beim zweiten Rennen in Jerez hatte Binder seinen KTM-Kollegen Miguel Oliveira beim Start angerempelt und zu Sturz gebracht. Damals gab es übrigens keine Strafe. Die Situation wurde als "normaler Rennunfall" beim Start eingestuft.

Diesmal war das laut Binder anders, weil er selbst die Situation klar falsch eingeschätzt und einen Fehler gemacht hat. "Kurve 1 war etwas verrückt. Ich bin innen gut durchgekommen und hatte dann guten Drive für die nächste Kurve", schildert er die Situation im Detail.

"Weil ich in Kurve 1 so eine enge Linie gefahren bin, bin ich mit viel Speed zu Kurve 2 gekommen. Auch das war ein Mitgrund. Die anderen Fahrer sind die erste Kurve außen gefahren und waren dann für Kurve 2 nicht am Gas, während ich wie in einer normalen Runde angefahren kam."

Miller nimmt es Binder nicht übel

Im Kiesbett suchte Binder das Gespräch mit Miller. "Ich weiß nicht, ob es eine gute oder schlechte Sache ist, aber beide Male habe ich Freunde abgeräumt. Das macht es vielleicht einfacher, sich zu entschuldigen, weil man befreundet ist. Es war schön, dass er super gechillt darüber war."

Für Miller war es der insgesamt vierte Ausfall in diesem Jahr. Seine kleine WM-Chance hatte er bereits nach dem Motorproblem in Le Mans abgehakt. Deswegen nahm der Australier den Startcrash locker, denn er konnte nichts dafür.

Im Kiesbett kam es zur Aussprache zwischen Brad Binder und Jack Miller

Im Kiesbett kam es zur Aussprache zwischen Brad Binder und Jack Miller<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Im Kiesbett kam es zur Aussprache zwischen Brad Binder und Jack MillerMotorsport Images

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"Mir war klar, dass ich getroffen worden sein musste, weil ich wusste, dass es kein normaler Highsider war", sagt Miller. "Dann sah ich Brad und dachte mir: 'Was zum Teufel, Brad?' Als wir davongingen, nahm ich meinen Helm ab und fragte ihn, was passiert war."

"Er antwortete: 'Ich weiß es nicht, mir tut es sehr leid'. Ich sagte zu ihm, dass er sich keine Sorgen machen muss. Manchmal ist der Rennsport so. In dieser Kurve ist es ohnehin sehr eng. Ich habe ihn gefragt, was passiert ist, aber er hat es vermutlich selbst noch nicht gewusst."

"Nachdem ich mir das Video angesehen habe, sieht es so aus, dass er zu schnell auf die Gruppe aufgeschlossen hat. Ich war der Pechvogel. Aber das ist uns allen schon einmal passiert. Ich habe das auch schon gemacht. Deswegen werde ich ihn nicht verfluchen", betont Miller. "Es ist, wie es ist."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.