Studie: Amateurboxen erhöht das Risiko für Demenz

·Freie Autorin
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Zu den medizinischen Folgen von Profiboxen wurde schon viel geforscht, nicht jedoch zu denen von Amateurboxen. Eine Langzeitstudie nahm sich dieses Themas nun an und stellte ein drastisch erhöhtes Demenzrisiko fest.

Amateurboxer bekommen die Folgen ihres Sports lange zu spüren, nachdem sie die Handschuhe abgelegt haben (Symbolbild: Getty Images)
Amateurboxer bekommen die Folgen ihres Sports lange zu spüren, nachdem sie die Handschuhe abgelegt haben (Symbolbild: Getty Images)

Über 35 Jahre hinweg wurden ehemalige Amateurboxer beobachtet und auf die gesundheitlichen Folgen ihres Sports untersucht. Das Ergebnis: Männer, die diesem Sport in jungen Jahren nachgehen, weisen eine fast dreimal höhere Wahrscheinlichkeit auf, in höherem Alter an Alzheimer-ähnlichen kognitiven Einschränkungen zu leiden wie Männer, die nie geboxt haben. 

Die Autoren der Studie, die im "Clinical Journal of Sport Medicine" veröffentlicht wurde, betonen zwar, dass die geringe Zahl von 73 Ex-Boxern in einer Gesamt-Teilnehmerzahl von 1123 lediglich Anwendungsbeobachtungen zulassen und keine endgültigen Schlüsse zulassen. Allerdings ist es die erste Langzeitstudie, die Amateurboxen auf ihre gesundheitliche Folgen untersucht. 

Das Verletzungsrisiko im Boxsport müsse weiter reduziert werden

Alle fünf Jahre haben sich die Teilnehmer, die zu Beginn der Studie zwischen 45 und 59 Jahre alt waren, diversen Tests unterzogen. Nach 35 Jahren, am Ende folgten umfassende kognitive Untersuchungen, die zur Diagnose von Demenz und Alzheimer verwendet werden. 

Ein Drittel der ehemaligen Amateurboxer wiesen fortgeschrittene Anzeichen von Demenz auf. Bei der restlichen Teilnehmergruppe, die nie geboxt hat, waren es lediglich ein Fünftel. 

Auch im Amateurboxsport sind die Sicherheitsmaßnahmen in der vergangenen Jahren zwar verbessert worden: Mehr Kontrollen, verpflichtender Kopfschutz und kürzere Runden hätten das Risiko für Schädel-Hirn-Traumata zwar reduziert. Doch die Studie fordert, noch weiter zu gehen. "Schläge auf den Kopf zu verbieten, scheint eine akzeptable Maßnahme", wird Studienleiter Peter Elwood von "New Atlas" zitiert. "Dies würde den Wettbewerbscharakter des Sports nicht mindern, würde aber seine physischen Folgen erheblichen reduzieren." 

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