Nach Sturz nur Vorletzter: Wie Valentino Rossi seinen Freitag in Portimao erklärt

Juliane Ziegengeist
·Lesedauer: 3 Min.

Der 21. Platz, 1,8 Sekunden Rückstand und ein Sturz in Kurve 4: Das Fazit nach Tag eins in Portimao fiel für Valentino Rossi mehr als ernüchternd aus. Der Yamaha-Pilot kam mit seiner M1 am Trainingsfreitag der MotoGP beim Saisonfinale auf der anspruchsvollen neuen Strecke einfach auf keinen grünen Zweig.

"Die Strecke ist großartig, aber zugleich technisch auch sehr schwierig", spricht Rossi die vielen Höhenunterschiede und blinden Kurven an. Der Italiener kennt den Kurs zwar vom Test im Oktober, war damals wie die meisten Stammpiloten aber mit einem Superbike und nicht seiner MotoGP-Maschine unterwegs.

Am Freitag suchte er vor allem nach der richtigen Balance - vergeblich: "Heute haben wir etwas anderes ausprobiert, um den Grip insbesondere am Hinterrad zu verbessern. Aber leider habe ich die Balance, das Gefühl verloren und war nicht in der Lage, schnell genug in die Kurven einzubiegen. Es war ein schwieriger Tag."

Ausgekühlter Vorderreifen: Rossi erklärt die Sturzursache

Am Nachmittag sei er zwar zu einem Bike mit einer Standardabstimmung zurückgekehrt und "ein bisschen schneller" gewesen, aber schließlich gestürzt. Wie bereits Takaaki Nakagami (LCR-Honda) klappte auch ihm in Kurve 4 das Vorderrad weg.

"Ich bin in derselben Kurve gestürzt wie Taka", bestätigt Rossi und erklärt: "Ich nahm etwas Tempo raus, weil ich Verkehr hatte. Als ich dort ankam, in der ersten Links- nach einigen Rechtskurven, war der Vorderreifen vielleicht etwas ausgekühlt. Unter diesem Gesichtspunkt ist der Reifen sehr empfindlich. Deshalb bin ich gestürzt."

Angesprochen auf das Kiesbett, das Nakagami als sehr tief kritisiert, pflichtet Rossi ihm bei. "Aber es gibt auch noch eine Reihe anderer Strecken, auf die das zutrifft. Darüber haben wir uns bereits in der Vergangenheit unterhalten. Es ist ein große Aufgabe. Bisher ist diesbezüglich nicht viel passiert. Es ist also besser, nicht zu stürzen."

Am Samstag mit mehr Grip und Standardsetting schneller?

Nach seinem Crash versuchte der Yamaha-Pilot, seine Zeit mit dem anderen Bike zu steigern, "aber ich hatte kein Gefühl fürs Vorderrad und war recht langsam", konstatiert er selbstkritisch. "Ich denke, dass wir morgen zu einem normaleren Setting zurückkehren werden, um zu verstehen, ob wir damit schneller sein können."

Zwar verbesserte sich Rossi im zweiten Freien Training gegenüber dem Vormittag um gut sechs Zehntel. Das war aber nicht genug, um im Gesamtklassement nach oben zu klettern, sondern reichte am Ende nur für den 21. und damit vorletzten Platz.

Die Lust am Fahren hat er trotzdem nicht verloren, erst recht nicht in Portimao. "Es ist schön, hier zu fahren, weil es anders ist. Es macht einfach Spaß. Der neue Asphalt ist nicht schlecht, braucht aber noch etwas mehr Gummiabrieb. Noch ist er sehr sauber. Aber ich denke, mit jedem Training wird sich der Grip verbessern."

Dann hofft auch Rossi, besser zurechtzukommen. Seine Yamaha-Markenkollegen Maverick Vinales und Fabio Quartararo haben am Freitag bereits bewiesen, dass mehr drin ist. Sie beendeten den Tag auf den Plätzen zwei und vier, nicht weit weg von der Spitze.

Mit Bildmaterial von Yamaha MotoGP.