"Tagesthemen"-Kommentar zu Maskenpflicht: ARD-Journalist trägt Sturmhaube

Willy FlemmerFreier Autor für Yahoo
Yahoo Nachrichten Deutschland

Der ARD-Journalist Oliver Jarasch trug während seines Kommentars in den "Tagesthemen" eine Sturmhaube. Damit drückte er seine Kritik an der ab Mittwoch bundesweit geltenden Maskenpflicht aus.

ARD-Journalist Oliver Jarasch mit einer Sturmhaube bei den "Tagesthemen". (Bild: Screenshot via ARD)
ARD-Journalist Oliver Jarasch mit einer Sturmhaube bei den "Tagesthemen". (Bild: Screenshot via ARD)

Seit Montag gilt in nahezu allen Bundesländern die Maskenpflicht als Mittel zur Eindämmung der Corona-Epidemie. Die umstrittenen Verordnungen nahm ARD-Journalist Oliver Jarasch zum Anlass, um seinen gestrigen Kommentar in den "Tagesthemen" mit einer bemerkenswerten Aktion einzuleiten. Er hatte eine Sturmhaube aufgesetzt, womit er erstens die Maskenpflicht hinterfragte und zweitens auf ihre möglichen Folgen aufmerksam machte.

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Coronakrise: Kommt bald ein Fußgängerzonen-Ticket?

Mit der Maskenpflicht müssen die Deutschen in fast allen Bundesländern (in Schleswig-Holstein gilt sie ab Mittwoch) meist in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln Mund und Nase bedecken. Das soll nicht in erster Linien dem Eigenschutz als vielmehr dem Schutz der Mitmenschen dienen. Geeignet dafür sind nicht nur einfache klinische Mund- und Nasenschutze sowie so genannte FFP-Masken, die auch den Träger schützen. Bedeckt werden können Mund und Nase darüber hinaus mit allen möglichen Materialien, darunter Schals und Tücher.

"Durcheinander" bei der Maskenpflicht

Mit dieser Auslegung der Maskenpflicht beginne nicht nur das "Durcheinander", sagt Jarasch in seinem Kommentar. Und um das zu demonstrieren, setzte er eine Sturmhaube auf. Sie könnte auch zu unterschiedlichen Missbrauchssituationen führen. "Die Berliner Autonomen jubeln also schon und werden das Vermummungsgebot kurz vor dem 1. Mai fantasievoll auszuweiten versuchen", so der Kommentator, der die Sturmhaube nach den einleitenden Sätzen wieder abnahm. Das sei der Alptraum eines jeden Polizisten, "wenn jedes Banditentuch als Corona-Schutz umdefiniert werden könnte."

Auch im Autoverkehr könnte die Maskenpflicht missbraucht werden, so Jarasch. Einige Autofahrer sollen bereits versucht haben, im Geschwindigkeitsrausch Vorteile des Mund-/Nasenschutzes gegenüber der Blitzkamera für sich nutzbar zu machen.

Maskenpflicht: Brillenträger im Maskendilemma

Folgen der Maskenpflicht

Von solchen "weit hergeholten" Missbrauchssituationen abgesehen, hinterfragt der Journalist die Maskenpflicht generell als Maßnahme gegen die Pandemie. Obwohl die Corona-Debatte über weite Strecken vernünftig und sachlich geführt worden wäre, zeugten die Verordnungen der Länder von "Aktionismus". Die Maskenpflicht sei "eher eine Übersprunghandlung".

Aus Rücksicht eine Schutzmaske zu tragen sei "richtig und sinnvoll", räumt Jarasch ein. "Aber die bundesweite Maskenpflicht suggeriert uns eine Sicherheit, die nicht da ist." Sie lenke davon ab, dass sich immer mehr Menschen nach Lockerungen sehnten und in Sicherheit wähnten. Davor habe er Angst, gibt er zu, "dass wir zu schnell zur Normalität zurückkehren und mit Masken als Alibi Vollgas geben."

VIDEO: Bundesweite Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr

Lesen Sie auch