Tech 3 ab 2021 ohne Miguel Oliveira: Das Ende einer Liebesbeziehung

Sebastian Fränzschky
·Lesedauer: 2 Min.

Die MotoGP-Saison 2020 war für die Tech-3-Mannschaft rund um Herve Poncharal die bisher erfolgreichste in der Königsklasse. Miguel Oliveira bescherte dem französischen Traditionsteam zwei Laufsiege und verabschiedete sich danach in Richtung KTM-Werksteam. Poncharal bedauert, seinen Ausnahmekönner für 2021 zu verlieren. Die Zusammenarbeit mit dem Portugiesen bleibt dem Franzosen in Erinnerung.

Siege mit KTM waren vor zwei Jahren reines Wunschdenken. "Das ist etwas, an das wir nicht glaubten. Wir begannen Anfang 2019 mit dem Programm. Die Maschine war weit davon entfernt, konkurrenzfähig zu sein. Uns war klar, dass es ein relativ langer Weg wird", kommentiert Poncharal.

"Zusammen leisteten wir großartige Arbeit. Hut ab vor allen KTM-Ingenieuren, Hut ab vor den Fahrern, die es schlussendlich meisterten. Es war ein Traum für uns, vor allem für Guy (Coulon), der hier seit über 40 Jahren ist", so Poncharal.

Herve Poncharal mit Langzeit-Weggefährte Guy Coulon

Herve Poncharal mit Langzeit-Weggefährte Guy Coulon<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Herve Poncharal mit Langzeit-Weggefährte Guy CoulonMotorsport Images

Motorsport Images

"Erst ein Rennen zu gewinnen, dann das zweite Rennen in dieser Saison zu gewinnen - das sind so tolle Erinnerungen. Es ist großartig. Es ist die Krönung von Guy Coulons letzter Saison als Crewchief", bemerkt Poncharal. "Er ist jetzt 66 Jahre alt. Es ist fantastisch, dass es so zu Ende ging."

Miguel Oliveira war in der abgelaufenen MotoGP-Saison die Speerspitze von Tech 3. Umso trauriger ist Poncharal, dass Oliveira nach zwei Jahren mit Tech 3 ins Werksteam wechselt. "Die Beziehung zwischen einem Team und einem Fahrer ist mit der einer Familie zu vergleichen. Es ist praktisch eine Liebesgeschichte. Es entstehen Beziehungen und einige davon sind sehr stark und sehr schön. Zwischen Tech 3 und Miguel Oliveira war das so", erklärt der Tech-3-Teamchef.

"Wenn die Ergebnisse stimmen, dann ist es umso besser. Es war sehr traurig, zu akzeptieren, dass Miguel nach seinem Erfolg beim Grand Prix von Portugal nicht mehr bei uns weitermacht. Wir wussten, dass es das letzte und schönste Rennen war. Wir feierten es und waren glücklich", erinnert sich Poncharal an das Saisonfinale in Portimao.

Abschiede und Neuanfänge sind aber ein Teil des Spiels. "Es ist immer traurig, wenn ein Abenteuer zu Ende geht. Doch in unserem Sport entstehen Zusammenarbeiten und werden wieder beendet. Das geht alles sehr schnell", weiß Poncharal aus Erfahrung.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.