Tennis-Kollegin erklärt: Darum glaube ich Zverev nicht

Alexandra Müller
·Lesedauer: 2 Min.

Während Alexander Zverev mit einer teils rätselhaften Ansprache nach dem verlorenen Turnierfinale in Paris neue Kritik auf sich gezogen hat, sorgt auch der Umgang der Tennis-Welt mit den Gewaltvorwürfen gegen den besten deutschen Tennisspieler für Gesprächsstoff.

Die Mehrzahl der Kollegen hält sich aus der Angelegenheit heraus, allerdings hat das einstige Top-Talent Daria Gavrilova Partei für Olga Sharypova ergriffen, Zverevs Ex-Freundin.

"Gut, dass Olga sich geöffnet hat. Es wäre ziemlich beängstigend gewesen. Ich hoffe nur, dass sie mit all der Negativität und dem, was als Nächstes kommt, fertig wird", hatte die 26-Jährige auf Twitter geschrieben, nachdem die Anschuldigungen publik geworden waren. Unter den Post setzte sie mehrere Hashtags, darunter "#IchglaubeOlga" und "#StopptGewaltgegen Frauen".

Nun hat sie näher ausgeführt, was ihr Antrieb war.

Gavrilova stärkt Sharypova den Rücken

Im Gespräch mit ihrer Tenniskollegin Julia Elbaba im Podcast Jules on the Hustle erklärte Gavrilova: "Ich hatte nur ein bisschen Angst um sie, dass alle sie angreifen würden, weil sie die Geschichte öffentlich erzählt hat. Ich habe all diese Hashtags verwendet - 'Ich glaube ihr' - weil ich finde, dass man einer Frau glauben muss", so die Australierin.

Es passiere immer wieder, "dass die Leute dem Opfer die Schuld geben. Sie sagen, sie sei hinter seinem Geld her - aber wie kann man sich so eine Geschichte ausdenken? Das ist einfach nur dumm. Ich dachte, sie braucht jemanden, der sie unterstützt und ich habe niemanden etwas sagen hören."

Sie fände Zverev zwar "nett", aber von seiner Reaktion auf die Anschuldigungen sei sie nicht begeistert gewesen. "Ich mag Sascha, aber als ich seine Aussage sah, dachte ich: 'Komm schon, das kannst du besser'", sagte Gavrilova und fügte hinzu: "Es ist schwer für ihn, schwer für sie, und hoffentlich können sie das lösen."

Die in Russland geborene Gavrilova, Junioren-Olympiasiegerin 2010, befindet sich seit Ende 2019 in einer selbst verordneten Tennis-Pause, nachdem sie zuletzt stark von Verletzungen beeinträchtigt war.

Zverev reagiert auf Anschuldigungen

Zverevs Ex-Freundin Sharypova hatte Vorwürfe häuslicher Gewalt gegen ihn erhoben. Im Gespräch mit dem Raquet Mag erläuterte sie weitere Fälle, in denen Deutschlands Topspieler sie geschlagen haben soll.

DAZN gratis testen und Tennis-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Zverev hat alle Anschuldigungen zurückgewiesen und in Paris noch einmal Verteidigung in eigener Sache betrieben.

"Ich weiß, dass es viele Leute gibt, die mir mein Lachen aus dem Gesicht wischen wollen, aber unter dieser Maske habe ich ein strahlendes Lächeln", sagte der 23-Jährige: "Ich fühle mich unglaublich auf dem Court, habe die Leute, die ich liebe, um mich herum. Dazu werde ich wahrscheinlich bald Vater. Alles ist großartig in meinem Leben. Die Leute können es weiter versuchen, aber ich lächle immer noch."

Die Art und Weise, wie Zverev sich äußerte, brachte ihm viele negative Reaktionen ein.