Terodde: Wie ich dank Luhukay meine Zweifel überwand

SPORT1
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Simon Terodde hat in der neuen Folge des SPORT1-Podcasts Lieber Fußball erklärt, wie seine Traumkarriere ausgesehen hätte.

"Wenn ich Thomas Müller bei den Bayern oder Marco Reus in Dortmund sehe - das sind Karrieren, die sich jeder wünscht", sagte der HSV-Stürmer: "Ich hätte auch am liebsten zehn Jahre beim VfL Bochum gespielt oder zehn Jahre in Stuttgart. Nur am Ende müssen das alle Seiten auch wollen."

Für seinen Vater gebe es aber "nichts Schöneres", als seinen Sohn bei den größten Traditionsvereinen Deutschlands mit der Nummer neun zu sehen. "Wenn ich ihm erzähle, dass mir ein Angebot aus Stuttgart, Köln oder jetzt vom HSV vorliegt, dann sagt er sofort: 'Geh da hin!'"

Terodde: Traditionsvereine liegen mir am Herzen

Auch ihm selbst sei es immer wichtig gewesen, bei einem bedeutenden Klub zu spielen. "Ich bin mit vielen Traditionsvereinen aufgewachsen, die liegen mir am Herzen."

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Tradition bringt auch häufig ein unruhiges Umfeld mit sich, so auch in der Vergangenheit dem HSV. Aber im Moment sei es "sehr ruhig" bei den Hanseaten und man könne sich "echt auf Fußball konzentrieren", berichtet Terodde.

"Die ganze Mannschaft hat Bock auf den Verein und auf die zweite Liga, sie nimmt das an und hat Lust, sich da zu präsentieren und Erfolg zu haben. Keinen stört es, zum Beispiel nach Sandhausen zu fahren. Nein, wir dürfen nach Sandhausen fahren, wir dürfen für den HSV spielen - wir wollen Erfolg haben."

Terodde schließt Rückkehr in die Bundesliga nicht aus

Gerade in Hamburg könne man niemandem "verklickern, Achter oder Neunter zu werden". Aber die Mannschaft habe das Potenzial, "in der Bundesliga zu spielen" und sie könne "sich da auch weiterentwickeln". "Du siehst hier immer den Zug im Training, das ist etwas, was mir sehr gut gefällt", schwärmte der 32-Jährige.

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Für ihn habe die Spielpraxis bei der Entscheidung für den HSV im Vordergrund gestanden. "Dann kann man auch mal den Schritt in eine kleinere Liga machen, um da konstant zu spielen, Erfolgserlebnisse zu holen und Verantwortung zu übernehmen. Wenn das klappt, kannst du wieder den Schritt nach oben machen."

Neben der Spielpraxis möchte Simon Terodde natürlich weiterhin Tore sammeln. Besonders in der zweiten Liga hat er das in unnachahmlicher Regelmäßigkeit gemacht. In dieser Saison könnte er einen neuen Rekord als Spieler mit den meisten Torjägerkanonen der zweiten Liga aufstellen. Es wäre bereits seine vierte.

Luhukay nahm Terodde den Druck

"Ich will jetzt keine Floskel raushauen, dass am Ende immer der mannschaftliche Erfolg zählt. Ganz klar, das sind Erfolge, auf die man am Ende der Karriere schaut und die man gerne mitnehmen möchte."

Mit dem Erfolgsdruck umzugehen, fiel dem Knipser in der Vergangenheit nicht immer leicht. "Bei meinen ersten Training in Stuttgart bekam ich das mit. Alle erwarten, dass du lieferst. Du bist der Königstransfer, bei so einem Riesenverein, da spürst die Wucht dann auch."

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Damals habe er bereits nach drei Spielen angefangen "zu zweifeln". Terodde stellte sich selbst in Frage: "War es vielleicht doch nur eine Eintagsfliege? Brauchst du dein gewohntes Umfeld im Ruhrgebiet, deine Freunde nebenan?"

Doch Jos Luhukay habe ihn beruhigt. "Das war ein ganz banales Gespräch, aber das hat mir unheimlich geholfen. Ich habe direkt am nächsten Tag getroffen und dann ging es immer so weiter."