Tiefe Betroffenheit unter den Dakar-Fahrern nach dem Tod von Goncalves

Gerald Dirnbeck

Im Anschluss an die tragischen Ereignisse der siebten Etappe der Rallye Dakar in Saudi-Arabien musste die Rennleitung das Klassement korrigieren. Hero-Fahrer Paulo Goncalves war bei einem Sturz ums Leben gekommen. Einige Fahrer hielten bei der Unfallstelle an und versuchten zu helfen. Das waren unter anderem Kevin Benavides (Honda), Toby Price (KTM) und Stefan Svitko (KTM).

"Paulo war ein bisschen der Veteran hier in der Truppe", sagt Matthias Walkner. Der Österreicher erinnert sich: "Paulo war es auch, der 2016 bei meinem schweren Unfall stehenblieb und mir geholfen hat. Er war ein unglaublich netter, hilfsbereiter und fairer Sportler, der von allen sehr geschätzt und gemocht wurde."

Hält ein Fahrer an einer Unfallstelle an und versucht einem Kollegen zu helfen, dann bekommt er von den Offiziellen diese Zeit wieder gutgeschrieben. Sicherheit und Hilfsbereitschaft werden bei der Dakar groß geschrieben. Zum Beispiel erreichte am Sonntag Price das Ziel mit 1:23 Stunden Rückstand. Aber mehr als eine Stunde wurden dem Titelverteidiger gutgeschrieben.

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Auch Kevin Benavides bekam Zeit zurück und wurde damit zum Tagessieger der siebten Etappe erklärt. Im offiziellen Klassement hat der Argentinier 1:23 Minuten Vorsprung auf seinen Honda-Teamkollegen Joan Barreda. Matthias Walkner (KTM) belegte den dritten Platz. Price scheint im neuen Tagesklassement auf Platz sieben auf.

Ricky Brabec: "Es gibt im Leben mehr als Platz eins"

Für die Gesamtwertung bedeutet das, dass Ricky Brabec (Honda) 24:48 Minuten vor Pablo Quintanilla (Husqvarna) führt. Dritter ist Ignacio Cornejo (Honda). Price ist als Vierter der beste KTM-Vertreter und hat 28:44 Minuten Rückstand. Walkner fehlen 33:04 Minuten auf Brabec und ist hinter Barreda an der sechsten Stelle.

"Motorrad zu fahren ist ein gefährlicher Sport", sagt Brabec nach dem tragischen Tag. "Es ist ein trauriger Tag. Meine Position ist jetzt nicht wichtig. Wenn man jemanden verliert, dann hat das Priorität. Es gibt im Leben viel mehr als den ersten Platz. Wir sind alle sehr traurig. Leider können wir nichts tun, sondern nur für seine Familie beten."

Nachdem sich die Nachricht über den Tod von Goncalves verbreitet hatte, herrschte tiefe Betroffenheit im Biwak."Ergebnisse und der Kampf um einen Spitzenplatz rücken plötzlich wieder ganz weit in den Hintergrund", betont Walkner. "Vor einigen Tagen hat er mir noch erzählt, es wäre seine letzte Saison. Er hat mir am Anfang meiner Kariere auch immer wieder Tipps fürs Navigieren gegeben."

Die siebte Speziale war nicht nur die längste der diesjährigen Dakar, sondern auch die bisher schnellste. "Ich denke, wir kamen auf einen Schnitt von etwa 125 km/h", schätzt Walkner. "546 Kilometer in nicht einmal viereinhalb Stunden. Davon waren 90 Prozent offpiste, das ist schon extrem grenzwertig. Auch für den Kopf. Denn man weiß, dass der kleinste Fehler wirklich furchtbare Folgen haben kann."

Insgesamt ist die Durchschnittsgeschwindigkeit der einzelnen Etappen in Saudi-Arabien höher als in Südamerika.

Ergebnis der 7. Etappe (Top 10):

Pos.

Fahrer

Motorrad

Zeit

1

Argentina
Argentina

 Kevin Benavides

Honda

4:36:22 Stunden

2

Spain
Spain

 Joan Barreda

Honda

+01:23 Minuten

3

Austria
Austria

 Matthias Walkner

KTM

+04:17

4

Argentina
Argentina

 Luciano Benavides

KTM

+04:48

5

United States
United States

 Ricky Brabec

Honda

+04:52

6

Chile
Chile

 Ignacio Cornejo

Honda

+06:12

7

Australia
Australia

 Toby Price

KTM

+07:57

8

Chile
Chile

 Pablo Quintanilla

Husqvarna

+08:44

9

United States
United States

 Andrew Short

Husqvarna

+09:02

10

Argentina
Argentina

 Franco Caimi

Yamaha

+09:59

Gesamtwertung nach 7 von 12 Etappen (Top 10):

Pos.

Fahrer

Motorrad

Zeit

1

United States
United States

 Ricky Brabec

Honda

28:25:01 Stunden

2

Chile
Chile

 Pablo Quintanilla

Husqvarna

+24:48 Minuten

3

Chile
Chile

 Ignacio Cornejo

Honda

+27:01

4

Australia
Australia

 Toby Price

KTM

+28:44

5

Spain
Spain

 Joan Barreda

Honda

+29:29

6

Austria
Austria

 Matthias Walkner

KTM

+33:04

7

  Luciano Benavides

Argentina
Argentina

KTM

+38:58

8

United States
United States

 Skyler Howes

Husqvarna

+1:15:02 Stunden 

9

Argentina
Argentina

 Franco Caimi

Yamaha

+1:15:31

10

Slovakia
Slovakia

 Stefan Svitko

KTM

+1:19:41

Mit Bildmaterial von Motul.

Lesen Sie auch