Tödlicher Sturz: Ski-Stars trauern um deutsches Talent

Max Burkhart kam bei einem Sturz auf der Abfahrt in Lake Louise ums Leben

Der alpine Ski-Rennsport wird vom zweiten tragischen Todesfall innerhalb von drei Wochen erschüttert: Der 17 Jahre alte Skifahrer Max Burkhart ist einen Tag nach einem schweren Sturz in der Abfahrt verstorben.

Den Tod des Youngsters vom SC Partenkirchen bestätigte am Mittwoch der kanadische Skiverband Alpine Canada. Burkhart war am Dienstag als vorletzter Läufer in Lake Louise ins Fangnetz gestürzt.

Die Kanten seiner Ski durchschnitten dabei das Sicherheitsnetz, er erlitt schwerste Unterleibsverletzungen, wurde mit dem Helikopter ins Foothills Hospital im 150 Kilometer entfernte Calgary geflogen und dort operiert. Am Mittwoch erlag Burkhart dann seinen schweren Verletzungen. 

Beim Deutschen Skiverband spricht man von einem tragischen Unfall.

"Wir sind tief bestürzt, die gesamte Skifamilie trauert um Max Burkhart", sagte Wolfgang Maier, DSV-Sportdirektor Alpin. "Unsere Gedanken sind bei Max Burkarts Familie, seinen Freunden und Kameraden. Wir stehen mit allen Betroffenen in Kontakt, um in diesen schweren Stunden zu helfen und zu unterstützen."

Die Eltern des tödlich Verunglückten sind vor Ort.

Höfl-Riesch und Vonn schockiert

Bestürzt reagierte die dreimalige Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch, die aus Garmisch-Partenkirchen stammt.

"Ich bin fassungslos über den Tod von Max Burkhart", twitterte sie, "meine Gedanken sind bei seinen Eltern und seiner Familie. Ich weiß, dass die Menschen in meinem Heimatort und beim SC Partenkirchen für sie da sein werden, aber das ist in solch einer Situation nur ein schwacher Trost."

 

Ihre ehemalige Konkurrentin Lindsey Vonn twitterte: "Wieder ein Tod. Mein Beileid an Max' Familie und Freunde."

"Das ist so tragisch, mir fehlen die Worte. Meine Gedanken sind bei seiner Familie", kondolierte der ehemalige Trainer des kanadischen Weltcup-Teams, Max Gartner, via Twitter.

Auch der Ski-Weltverband FIS beklagte rund drei Wochen nach dem tödlichen Trainingssturz des französischen Weltcupfahrers David Poisson im kanadischen Nakiska den "tragischen Verlust".

Schüler in USA

Burkhart gehörte keinem Kader des DSV an, sondern lediglich einem Kader des bayerischen Landesverbandes.

Er war im August an die bekannte Sugar Bowl Academy nach Kalifornien gewechselt, eine Art weiterführende Schule speziell für Skisportler nordwestlich der Hauptstadt Sacramento.

Sein Ziel war es, den Sprung in die deutsche Ski-Nationalmannschaft zu schaffen.

 

Offizielle Weltcup-Piste

In Lake Louise waren an den beiden vergangenen Wochenenden Weltcup-Rennen der Männer und Frauen ausgetragen worden.

Die optimal präparierte Piste wird in dieser Woche für Rennen im Rahmen des Nordamerika-Cups (Noram Cup) genutzt. Es handelt sich um zweitklassige Rennen, in denen Talente Erfahrung sammeln können.

Burkhart hat in diesem Jahr bereits zahlreiche internationale Speed-Rennen auf der Ebene unterhalb des Weltcups bestritten (Abfahrt und Super-G), kam dabei aber nie über Rang 30 hinaus.

In Lake Louise ging er mit der Mannschaft der Sugar Bowl Academy an den Start und wurde auch von deren Trainern bertreut.

Mit der Europacup-Mannschaft des DSV, die zu den Rennen dorthin gereist war, hatte er keinen Kontakt. Allerdings zog der DSV nach dem tragischen Todesfall seine Europacup-Mannschaft unter der Leitung des ehemaligen Frauen-Weltcup-Trainers Stephan Kurz von den Rennen am Donnerstag und Freitag zurück.

 

Klubkollege von Neureuther

Burkhart ist Klubkollege der deutschen Wintersport-Stars Felix Neureuther und Laura Dahlmeier.

Neureuther reagierte betroffen auf die traurige Nachricht: "Ich bin schwer erschüttert über die Nachricht von meinem Clubkollegen Max Burkhart! Mein tiefstes Mitgefühl geht an die Familie und Freunde!!! Was ist momentan bitte los??? Ich verstehe es nicht!!! Ruhe in Frieden Junge!!!"

 

Neureuther spielt damit auf das Drama um den Franzosen David Poisson an, das sich vor wenigen Wochen ereignet hatte. Der ehemalige WM-Dritte war Mitte November bei einem Sturz im Training des Abfahrtsteams im kanadischen Skigebiet Nakiska in der Provinz Alberta ums Leben gekommen.

Auch Dahlmeier geschockt

Biathletin Dahlmeier zeigte sich ebenfalls schockiert.

"Habe gerade die tragische Nachricht von meinem Vereinskollegen Max Burkhart erhalten", schrieb sie bei facebook: "Der Sport schenkt uns so viele schöne Momente und ermöglicht unvergessliche Augenblicke - auf der anderen Seite ist er grausam und zeigt wie wenig Zeit uns doch auf dieser wunderbaren Welt bleibt. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen und Max Freunden sowie Teamgefährten!"

 

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