Top 10 beste LMP1-Rennen - P9: Mosport-Grand-Prix 2000 (ALMS)

Gary Watkins
·Lesedauer: 2 Min.

Jahrzehntelang war sie die unangefochtene Topklasse im Sportwagensport: Die Le Mans Prototype 1. Zwischen 1994 und 2020 lieferte sie - teils unter anderen Bezeichnungen wie WSC, LMP900 oder einfach nur LMP - eine selten gesehene Antriebsvielfalt mit Benzinern und Dieseln mit und ohne Hybrid. Und sie lieferte spektakulären Sport. Grund genug, auf die besten Rennen zurückzuschauen.

Eigentlich dominierten Allan McNish und Rinaldo "Dindo" Capello das Mosport-Rennen der amerikanischen Le-Mans-Serie (ALMS) im Sommer 2000 in ihrem Joest-Audi R8 nach Belieben. Allerdings nahmen die Geschehnisse eine dramatische Wendung, als die Strecke abzutrocknen begann.

Jörg Müller, der sich einen BMW V12 LMR mit J.J. Lehto teilte, nutzte die Gelegenheit und kam 20 Minuten vor Schluss an die Box, um Slicks zu fassen. Audi reagierte, indem man das zweite Fahrzeug von Frank Biela und Emanuele Pirro zwei Runden später reinholte. Dieses war aber schon in der Anfangsphase durch eine falsche Reifenwahl zurückgefallen.

Der Spitzenreiter blieb hingegen auf dem uralten Asphalt, der teilweise noch aus den 1960er-Jahren stammte, auf Regenreifen draußen. Als die letzten Minuten der 2:45-Stunden-Distanz langsam heruntertickten, begann Müller gigantisch aufzuholen. Alleine in der vorletzten Runde war er sieben Sekunden schneller als der führende Audi.

Nun sprach alles für den BMW, der 1999 die 24 Stunden von Le Mans gewonnen hatte. Müller gelang es, ihn in der letzten Runde am Ende der Gegengeraden einzuholen. Es stand noch das Geschlängel am Ende der Runde bestehend aus drei Kurven auf dem Programm.

Irgendwie gelang es Capello jedoch, in diesen letzten drei Kurven die Nase vorn zu behalten. Er holte den Sieg mit einem Vorsprung von 0,148 Sekunden. Das war zu diesem Zeitpunkt offiziell der engste Zieleinlauf aller Zeiten im professionellen Sportwagensport.

Capello erinnert sich im Gespräch mit 'Motorsport.com': "Ich dachte, ich hätte keine Chance, weil das Auto nur so herumgerutscht ist. Die letzten beiden Kurven bin ich gefahren, als hätte ich Slicks draufgehabt." McNish ergänzt: "Dindo hat hier seine Nervenstärke unter Beweis gestellt. Es ging einfach darum, wer es am meisten wollte."

Mit Bildmaterial von Audi.