Das sind die Top-Picks im NBA-Draft

Stefan Schnürle
·Lesedauer: 5 Min.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag steigt der NBA-Draft 2020.

Dann wird für 60 Spieler der Traum von der NBA wahr. Die Minnesota Timberwolves dürfen in diesem Jahr an erster Stelle wählen, die Golden State Warriors folgen an zweiter Position.

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Welche Talente in der ersten Runde zuerst ausgewählt werden, ist offen wie schon lange nicht mehr.

SPORT1 prognostiziert die Top-10-Picks.

Nummer 1: Minnesota Timberwolves - LaMelo Ball

Die Minnesota Timberwolves suchen nach einem dritten Star (neben D'Angelo Russell und Karl-Anthony Towns) - und LaMelo Ball hat das Potenzial dieser zu sein. Der jüngere Bruder von Pelicans-Star Lonzo Ball spielte zuletzt in Australien bei den Illawara Hawks.

Für seine Größe (2,03 Meter) verfügt der 19 Jahre alte Guard über überragende Passqualitäten, sein Wurf hat jedoch noch viel Luft nach oben. Auch defensiv ist er nicht immer auf der Höhe. Ball hat die physischen Anlagen um ein Franchise-Player zu werden. Ein Leader ist er aber wohl eher nicht.

Nummer 2: Golden State Warriors - James Wiseman

Der Center vereint Größe (2,16 Meter) mit basketballerischen Fähigkeiten, ist zudem extrem athletisch. Wiseman könnte defensiv einer der besten Center der Liga werden, kam am College auf drei Blocks pro Spiel. Seine Schwäche, der Dreier, würde bei den Warriors nicht all zu sehr ins Gewicht fallen.

Am College legte der Big Man 20 Punkte und zehn Rebounds im Schnitt auf. Einen großen Haken haben seine Statistiken jedoch: Aufgrund einer Suspendierung bestritt er nur drei Spiele.

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Nummer 3: Charlotte Hornets - Anthony Edwards

Der Shooting Guard von der University of Georgia trat am College vor allem als athletischer Scorer in Erscheinung. Seine Wurfquoten haben jedoch noch Luft nach oben. Von der Dreierlinie traf er nur 29 Prozent (NBA-Durchschnitt sind rund 35 Prozent).

Die Hornets befinden sich im Neuaufbau, suchen noch nach ihrem Franchise-Spieler. Edwards könnte auf lange Sicht dieser sein, würde bei den Hornets ferner wohl sofort starten.

Nummer 4: Chicago Bulls - Deni Avdija

Spielte zuletzt bei Maccabi Tel Aviv in Israel, kam bereits in der EuroLeague zum Zuge. Kann sowohl als Guard als auch als Forward agieren. Hat trotz seiner Größe (2,05 Meter) gute Spielmacher-Qualitäten. Defensiv weder besonders anfällig, noch herausragend.

Traf in der EuroLeague aus dem Zweierbereich starke 60 Prozent, von der Freiwurf- und Dreipunktelinie offenbarte er jedoch Schwächen. Könnte bei den Bulls Small Forward Otto Porter Jr. beerben, der über 27 Millionen Dollar verdient.

Nummer 5: Cleveland Cavaliers - Obi Toppin

Spielte zwei Jahre am College von Dayton, ist mit 22 Jahren der älteste Spieler in dieser Liste. Toppin gehört zu den Geheimtipps im Draft. Der Big Man ist für seine Statur (2,06 Meter, 99 Kilogramm) sehr explosiv. Toppin gilt als einer der besten Dunker im Draft. Für seine Maße ist er zudem relativ schnell. Defensiv hat er jedoch noch einige Schwächen.

Da die Cavs Andre Drummond auf der Center-Position haben, dürften die defensiven Probleme von Toppin nicht all zu sehr zur Geltung kommen. Bei den Cavs könnte der Power Forward in Ruhe reifen.

Nummer 6: Atlanta Hawks - Tyrese Haliburton

Guard von der Iowa State University. Glänze dort mit hohen Wurfquoten. Könnte bei den Hawks die Räume nutzen, die Scharfschütze Trae Young schafft.

Anders als Young ist Haliburton zudem ein guter Verteidiger, erzwang am College vergangene Saison 2,5 Ballverluste pro Spiel.

Nummer 7: Detroit Pistons - Patrick Williams

Forward von der Florida State University. Kann sowohl auf der Drei als auch auf der Vier agieren. In der Defensive mit großem Talent gesegnet, offensiv noch mit Luft nach oben.

Der 19-Jährige wird immer wieder mit den Pistons in Verbindung gebracht, wo er von niemand geringerem als Blake Griffin lernen könnte.

Nummer 8: New York Knicks - Killian Hayes

Der erste und einzige Europäer in dieser Liste. Der Franzose spielte vergangene Saison in der BBL bei ratiopharm Ulm. Hayes verfügt über eine sehr dominante linke Hand, was in der NBA zum Problem werden könnte. Der Point Guard ist mit guten Spielmacher-Qualitäten ausgestattet. Hayes ist besonders stark im Pick and roll, dem derzeit wohl wichtigsten Spielzug in der NBA.

Von der Freiwurflinie und dem Zweipunktebereich zeigte er sich in der BBL treffsicher, von der Dreierlinie blieb er dagegen ungefährlich (rund 22 Prozent). Die Knicks suchen schon seit längerer Zeit nach einem Point Guard, der in der Offensive den Ton angibt. Hayes könnte genau dieser Mann sein.

Nummer 9: Washington Wizards - Isaac Okoro

Forward von den Auburn Tigers. Ist defensiv über jeden Zweifel erhaben, kann von Eins bis Fünf - mit Ausnahme weniger Spieler - alles verteidigen. Offensiv muss Okoro noch zulegen. Vor allem seine Freiwurfquote (rund 68 Prozent) muss besser werden.

Die Wizards wollen zurück in die Playoffs. Offensiv hat das Team nach der Rückkehr von John Wall das Zeug dazu, defensiv waren die Hauptstädter zuletzt gelinde gesagt anfällig. Hier könnte Okoro Abhilfe schaffen.

Nummer 10: Phoenix Suns - Onyeka Okongwu

Spielte zuletzt bei den USC Trojans. Ging auf die gleiche High School wie LaMelo Ball (Chino Hills). Kann als Power Forward oder als Center spielen, auch wenn er für letztere Position etwas klein (2,06 Meter) ist. Trotz seiner Größe kann er den Korb gut beschützen. Okongwu überzeugt ferner mit seiner Athletik und Schnelligkeit. Sein Dreier muss dagegen noch besser werden (25 Prozent).

Wäre der wohl beste Spieler, der noch an der Position erhältlich ist, passt jedoch nicht unbedingt in das Team der Suns. Mit DeAndre Ayton hat man in Phoenix bereits einen vielversprechenden jungen Center, der Probleme mit dem Wurf hat. Ein Trade Okongwus wäre daher nicht auszuschließen.