Wrestling- und Reality-Star stirbt mit 22 - Netflix reagiert

Martin Hoffmann
Sport1

Eine Woche nach dem Unfall-Tod des früheren WWE-Stars Shad Gaspard wird die Wrestling-Welt von einer weiteren Tragödie erschüttert: Im Alter von nur 22 Jahren ist das japanische Top-Talent Hana Kimura verstorben.

Kimura galt als kommender Star der Frauenliga Stardom, aus der auch die WWE-Wrestlerinnen Asuka, Kairi Sane und Io Shirai hervorgegangen waren.

Am Samstagmorgen deutscher Zeit teilte die Liga nun mit, dass Kimura tot ist.

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Die Todesursache wurde nicht bekanntgegeben, vieles deutet auf einen Suizid hin: Sie hinterließ Social-Media-Einträge, die sich als Abschiedsbotschaften deuten lassen. Berichten zufolge soll sie auch Bilder von Selbstverletzungen gepostet haben, die mittlerweile aber gelöscht sind.

Es gibt auch deutliche Anzeichen, dass Cyberbullying eine Rolle spielte: Kimura stand im Zentrum vieler negativer Online-Kommentare, in einem ihrer letzten Posts thematisierte sie ihre psychische Belastung deswegen ("100 Meinungen jeden Tag").

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Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie sich selbst von Depressionen und Suizidgedanken betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in zahlreichen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

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Hana Kimura war auch Teil der Netflix-Show "Terrace House"

Die charismatische Kimura war die Tochter der früheren Wrestlerin Kyoko Kimura und war in Japan zuletzt im Ring wie außerhalb zu größerer Prominenz aufgestiegen: Bei Stardom rückte sie immer mehr ins Zentrum, war im Januar auch Teil eines historischen Matches vor dem Jahreshöhepunkt der mit Stardom verbundenen Liga NJPW.


Kimura trat vor der Show Wrestle Kingdom im ersten Frauenkampf im Tokyo Dome seit fast 20 Jahren an, vor über 40.000 Zuschauern kämpfte sie zusammen mit Partnerin Giulia gegen Arisa Hoshiki und Mayu Iwatani an.

Als Teil der bei Netflix ausgestrahlten, von vielen jungen Fans verfolgten Reality-Show "Terrace House" wurde sie auch über die Wrestling-Szene hinaus bekannt. Ein Vorfall in der Sendung, bei dem sie sich mit einem männlichen Mitbewohner stritt, weil der ihr teures Wrestling-Outfit versehentlich in der Wäsche ruinierte, führte zu vielen Hasskommentaren gegen sie.

Netflix hat nach Kimuras Tod angekündigt, dass die Ausstrahlung der kommenden Episoden der Serie verschoben wird.

Hass-Kommentare im Wrestling Dauerthema

Kimuras Tod schockt nun Fans, Kolleginnen und Kollegen weltweit. Via Twitter meldeten sich auch nordamerikanische Stars wie Natalya, Rhea Ripley, Tessa Blanchard und Simone Johnson, die Tochter von Dwayne "The Rock" Johnson, zu Wort. Sie bekundeten nicht nur Beileid, sondern auch mit Entsetzen und Bestürzung über das Cybermobbing gegen Kimura.





Online-Hasskommentare sind speziell auch in der Wrestling-Community mit ihren zahlreichen, zum Teil übermäßig leidenschaftlichen Fans ein Dauerthema, fast alle Wrestlerinnen und Wrestler sind aus Selbstvermarktungsgründen in den sozialen Medien sehr aktiv und mit dem Thema konfrontiert.

Erst vor kurzem hatte WWE-Topstar Roman Reigns - der wegen der Absage seines WrestleMania-Matches gegen Bill Goldberg ebenfalls Zielscheiber negativer Anwürfe wurde - an die Fans appelliert: "Ihr wisst nicht, was im Leben, was in den Köpfen anderer Leute vorgeht. Eure Kommentare könnten der Tropfen sein, der ein Fass zum Überlaufen bringt."

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